Facebook: Die Symptome einer Krankheit und das Konzept der Vergänglichkeit aller Dinge


Bildquelle:  wie man Existenzängste überwinden kann

Die Werbesituation

Ich verfolge schon seit einer Weile die Entwicklung oder besser gesagt den offensichtlichen Wandel der Geschäftsmodelle, die sich durch Push-Werbung finanzieren lassen. Als Beispiel kann man hier die aktuelle sicherlich noch nicht zu Ende gegangene  Problematik der Zeitungen nennen. Und eben auch die letzten Veränderungen des Facebook Algorithmus. Der weit bekannte und schon durchgekaute EdgeRank. Wie Herr Henne uns in seinem Artikel Facebook reloaded! Daily Soap und Push-Button meisterhaft zur Erkenntnis bringt: Ein Paradigmenwechsel und damit zurück zu Push.

Dass wir uns in der Tat mit den heutigen Push-Werbungspraktiken langweilen und, dass diese ihre Wirkungskraft verlieren, soll unumstritten sein. Ralf bringt diese Thematik schon seit einer geraumen Zeit zu Tage. In einem seinen letzten Artikel: Heutige Werbung ist so von Gestern bringt er das Thema wie immer gezielt auf den Punkt.

Diese mehr als logischen Erkenntnisse kann man wunderbar auf Facebook übertragen, wie ich sehe. Dabei handelt es sich um die steigende Wirkungslosigkeit der ungefragten und unerwünschten Push-Werbung, auf die Herr Zuckerberg immer noch zu setzen scheint und die Investoren ihr gutes Glück verspielen. Ein großer Schritt zurück, währenddessen die Menschen da draußen zur gleichen Zeit schon 10 Schritte nach vorne gegangen sind.

Die Symptome einer Krankheit

Existenzangst durch Selbstlosigkeit

Im Grunde ein hausgemachtes Problem beginnend ab dem Zeitpunkt, in dem Herr Zuckerberg  sich an den Interessen des Herrn Investors ausgerichtet hat. Stichwort Börse. Hat er sich dadurch selbst in den Schwanz gebissen? Ob das die richtige Entscheidung war, wird sich mit der Zeit zeigen. Facebook leidet sicherlich darunter. Sein Vorteil allerdings ist es noch, dass momentan immer mehr Menschen zu ihm kommen, sich abhängig machen und es keine vergleichbare Alternative gibt. Keine Alternative?  Ich wäre mir nicht mehr so sicher. Wenn man heutzutage nicht selber über eine Alternative nachdenkt, machen es eben andere und das kann ziemlich schnell gehen.

Aufmerksamkeitsstörung durch mangelnde Qualität

Was mir aber immer noch im Kopf pocht ist: Zurück zu Push? Sind Sie sich sicher, Herr Zuckerberg? Ist das nicht bereits Geschichte von gestern?  Oder gehören Sie noch zu den Sendern, die keinerlei Interesse haben, diese Situation zu ändern, solange Sie so gut daran verdienen? Wollen Sie sich selbst ein Grab schaufeln? So auch Ralf Schwartz in dem oben genannten Artikel.

Mittlerweile haben es schon einige mit dieser Aufmerksamkeit auf Rechnung ausprobiert. Man bekommt es ja, keine Frage. Und Facebook wird ja noch gut damit verdienen. Die so hoch ersehnte, gepredigte und wichtige Qualität aber leidet darunter. Ob man dann ein zweites Mal dafür bezahlt? Dabei geht es nicht nur um Qualität der Reichweite, sondern auch um andere noch wichtigere Aspekte, die zur heutigen Zeit zum Social und Media gehören. Nicht wahr Karsten Wusthoff?

Einsamkeit durch inexistente User-Kooperation

Vorerst  sei dazu gesagt: Heute zahlt man schon, um auf Werbung zu verzichten zum Beispiel. Wenn das nicht eine Botschaft ist? Das sollte man erst wirken lassen. Vielleicht findet man dort die Qualität, die man sucht, denn für Unterhaltung gibt es eben eine Fülle von anderen viel besseren Alternativen. Nicht nur das. Dort kann man ebenfalls mitwirken bei der Entwicklung des Netzwerks! Kann man bei den heutigen Facebook-Zeiten noch was mitentscheiden? Ja, so lautet DORT vorerst die Versprechung.

Visionsverlust

Aufmerksamkeitsstörung durch mangelnde Qualität, Existenzangst durch Selbstlosigkeit und mögliche Einsamkeit durch inexistente User-Kooperation. Gegen alle gut gemeinte Erwartung scheint Facebook seine Seele verkauft zu haben. Nicht nur Karsten Wusthoff, sondern wir alle spüren das auch.

Währenddessen Herr Zuckerberg mit einer ursprünglich avantgardistischen Vision immer noch versucht mit alten Methoden „Geld“ zu verdienen,  machen sich andere viel wesentlichere Gedanken und kommen auf viszerale Erkenntnisse. Wenn diese von Apple kommen sollten, wäre es ja keine große Überraschung.

Das Konzept der Vergänglichkeit aller Dinge

Warum Apple möglicherweise die Absicht hat unsere Netzerinnerungen zu löschen, um eine neue Netzwerk-Ära einzuleiten, könnt ihr HIER Lesen. Facebook würde es wahrscheinlich gut tun alles Vergangene zu vergessen / zu löschen und von vorne neu anzufangen. Mark Zuckerberg kann ja wohl nicht mehr selber an das glauben was er tut.

Blöd nur, dass wir uns daran erinnern werden…

Danke an Hans Steup für die Inspiration.

Vernetzt Euch!

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5 Gedanken zu „Facebook: Die Symptome einer Krankheit und das Konzept der Vergänglichkeit aller Dinge

  1. Hallo Gustavo, bin spät dran :)

    Zitat von David Ogilvy aus “Geständnisse eines Werbemannes”:

    “Werbung richtet sich nicht an eine angetretene Armee, sondern an eine vorbeiziehende Truppe.” Das war 1963.

    Seth Godin schrieb schon 2001 über Erlaubnis-Marketing – also “Pull” statt “Push”:

    Es bleibt auch mir ein Rätsel, warum Werbung, Marketing usw. auch in 2012 überwiegend daraus besteht, ein Schild aufzustellen und zu hoffen, dass jemand, der an dem Schild vorbei läuft, das angepriesene Produkt kauft. Post and Pray, wie die Amis sagen. Facebook versucht, “Post and Pray” zu optimieren. Mehr kann auch ich bislang nicht erkennen…

    Schöne Woche weiterhin wünscht Dir

    – Hans Steup, Berlin

  2. […] eher transparenter und viel besser machen -. Facebook dient uns, keine Frage!  Sondern, meine gestörte Aufmerksamkeit richtet sich nunmehr, und auch noch dazu, auf die Versprechung von Sicherheitsgarantien auf […]

  3. su franke sagt:

    danke Gustavo, für deine Gedanken. Schade nur, dass Appnet sich nicht vor dem Bezahlen testen lässt. Die Kreditkarte gleich zum Beginn einer möglichen Beziehung zu hinterlegen, stimmt für mich auch nicht ganz.

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