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Gedanken über einen Bankwechsel – Die Krötenwanderung braucht Brückenbauer


Der Wechsel unserer Kröten von einer Bank zur anderen ist kaum weniger kompliziert als die Wanderung der Amphibien von einer Straßenseite zur anderen. Wie die Kröten ihr Leben habe ich mein Seelenheil riskiert, als ich mich über einen Bankwechsel informiert habe. Und träume nun von soliden Brücken.

Die Krux der Kreuzung – Autobahn des Bankwanderers

Seitdem ich vor 10 Jahren nach Deutschland gezogen bin, habe ich dieselbe Bank.
Das Thema des Wechsels war für mich also neu und forderte die Suche nach weiteren Informationen. Ich wurde schnell fündig.
Ich fand eine Liste. Es hieß: „Bank wechseln leicht gemacht“. In unserer immer einfacher werdenden Welt, hat mich diese Liste zurück in die Steinzeit versetzt. Na ja, unter “leicht gemacht” verstehe ich etwas anderes. Es war eine bedrohliche Atmosphäre in dieser Liste.

Jeder neue Satz wollte sich wichtiger machen als der andere: „Sie MÜSSEN alle Zahlungsempfänger über Ihren Kontowechsel informieren …“ – „GANZ wichtig ist es auch, die unregelmäßigen Abbuchungen im Blick zu haben …“ – „Ebenfalls NICHT zu vergessen …“
Lass mich es extra komplizierter machen, schrie mir die Liste entgegen. Nach dem Hinweis, „Für die monatlichen Zahlungen reicht es die Kontoauszüge des letzten Monats KOMPLETT durchzugehen.“, habe ich den Bankwechsel vorerst vertagt.

Man könnte den Kröten natürlich mit einem strategischen Straßenüberquerungsplan aufzeigen, wie sie schnell rasenden Autos auf sechsspurigen Straßen am Besten ausweichen; allerdings scheint mir der Bau einer Brücke weitaus sinnvoller. Die Umsetzung dauert zwar länger, aber sie garantiert unseren grünen Freunden eine viel sicherere saisonale Wanderung.
Angesichts der Tatsache, dass ich sehr gerne wandern wollte, aber mich nicht mit der Liste auseinandersetzen wollte, und unabhängig von der Tatsache, dass ich es musste, fing ich an darüber nachzudenken, wie man diese Liste überflüssig machen könnte.
Hier handelt es sich um Gedanken und Ideen eines bescheidenen Bürgers ohne Anspruch auf Repräsentativität, Fachlichkeit oder Vollständigkeit. Ich freue mich über Anregungen.

Die Brücke

Dafür bräuchte man, so war mein Gedanke, einen bundesweiten, offiziellen Bankwechsel-Webdienst. Dort wären dann die Daten meiner Bank hinterlegt. Außerdem alle Bankaktivitäten, die für den Wechsel wichtig wären, wie Daueraufträge und anstehende Überweisungen. Ich hätte Zugang zu diesem Dienst und könnte dort einen Bankwechsel durchführen, in dem ich die Bank auswähle und auf Wechsel klicke. Man nehme die oben genannte Liste und wandele sie in einen automatisierten Prozess um. Das Programm würde die Kröten völlig standardisiert durch alle Schritte begleiten und sich anhand von Schnittstellen die notwendigen Informationen holen. Ein Concierge für den Bankwechsel sozusagen.

Ein Energieanbieterwechsel zum Beispiel gestaltet sich heute ziemlich einfach. Auch wenn bei Banken die Umsetzung kompliziert erscheint, warum gibt es so eine Vereinfachung bei ihnen noch nicht? Die Krötenwanderung braucht dringend Brückenbauer. Die technologischen Voraussetzungen wären ja gegeben.

So, und jetzt zurück zur „Bank-wechseln-leicht-gemacht-Liste“. Mir steht noch viel Arbeit bevor.

Vernetzt Euch!

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Konzepte gegen die Gier – Mit Raiffeisen die Finanzkrise bewältigen


Zeichnung by Tanja Föhr

Gunnar Sohn

Bonn, 29. August 2012 – Selbst Mammutprojekte wie die Energiewende oder der Breitbandausbau lassen sich genossenschaftlich organisieren. Den postiven Effekt unterstricht die aktuelle Wirtschaftswoche-Titelstory “Wir statt Gier – Die wundersame Renaissance der Genossenschaften”. Bürger-Unternehmen dienen auch dazu, lokalen Widerstand gegen riesige Windmühlen und müffelnde Biogasanlagen zu reduzieren. Wer als Mitunternehmer an den Initiativen beteiligt ist, verhält sich konstruktiv und unterliegt nicht mehr dem Syndrom “Not In My Backyard”:

„Zu Deutsch etwa: nicht in meinem Hinterhof, nicht in meinem Vorgarten, nicht in meiner Straße…nicht dort also, wo ich lebe“, schreibt der SZ-Redakteur Gehard Matzig in seinem sehr lesenswerten Buch „Einfach nur dagegen“. „Nicht jetzt, nicht hier, nicht in meinem Hinterhof: Dieses Denken und Nichtwollen markiert das exakte Gegenteil von dem, was heute eigentlich nötig wäre“, so Matzig. Wer den eigenen Gartenzaun verabsolutiert, gefährdet wichtige Vorhaben wie die Energiewende.

Gleiches gilt für das schnelle Internet, wie Bernd Stahl vom bloggenden Quartett betont:

“Als Miteigentümer des Netzes ist man eher bereit, den Ausbau politisch mitzutragen. Entscheidend ist das dezentrale Investment. Zudem müsse nicht die gesamte Summe über Genossenschaften finanziert werden. Die großen Netzbetreiber sind jetzt schon dabei, kräftig für den Breitbandausbau zu finanzieren. Insofern könnte man eine gute Lastenteilung organisieren. Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2018 den flächendeckenden Breitbandausbau zu realisieren. Ohne dezentrale Initiativen ist das nicht zu erreichen.”

Für die Euro-Krisenmanager wäre es zudem ratsam, mal in die Geschichtsbücher über die Gründungsgeschichte der Genossenschaften zu schauen, um zu lernen, wie man sich von den Exzessen der Casino-Kapitalisten verabschieden kann. Siehe mein Beitrag:BWL-Schnösel und die Leiden der Realwirtschaft #Börsencrash.

Die deutsche Erfindung der genossenschaftlich organisierten Bank wäre auch ein probates Mittel gegen die anmaßende Renditesucht der Spekulanten an den internationalen Finanzplätzen. So lange die Zocker die Realwirtschaft mit den Abgrund ziehen, werden die Reformpläne für die strukturschwachen Länder in Europa nicht aufgehen, sondern genau das Gegenteil bewirken. In einer ähnlichen Situation gründete der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor rund 150 Jahren eine Darlehenskasse in der Kleingemeinde Heddesdorf im Westerwald.

“Das Ziel des Bürgermeisters und Finanzpioniers: Arme Bauern und Handwerker sollten günstige Kredite für Investitionen erhalten und ihre kärglichen Ersparnisse sicher anlegen können. Damals (wie heute, gs) zhogen dubiose Geldverleiher über die Dörfer, um in Not geratenen Landwirten und Kleinunternehmern Wucherkredite anzudrehen”, so die Wirtschaftswoche.

Um das Problem der schlechten Bonität zu lösen, setzte Raiffeisen auf das Prinzip “Hilfe zur Selbsthilfe”. Man könnte es auch nach dem Motto der “Vier Musketiere” formulieren: “Einer für alle, alle für einen”:

“Eine Gruppe Kreditbedürftiger schließt sich zusammen und stattet ihre Genossenschaften mit Haftungskapital aus. Für den Einzelnen ist die Einlage bezahlbar, doch unter dem Strich kommt ein ordentliches Kapitalpolster zusammen. Dadurch entsteht eine privat finanzierte Bank, die Geld an ihre Mitglieder verleihen kann, ohne bei Ausfällen einzelner Schuldner pleitezugehen”, erläutert die Wirtschaftswoche.

Und genau das brauchen dringend die Länder Südost-Europas, wie ich bei meiner Balkan-Exkursion festgestellt habe. Dort werden die Landwirte und Handwerker von internationalen und nationalen Banken mit so genannten Mikrokrediten übers Ohr gehauen.

Wofür Muhammad Yunus im Jahr 2006 der Friedensnobelpreis verliehen wurde, hat mit dem Gebaren der Bankenwirtschaft in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens nichts mehr zu tun. Dass Mikrokredite etwa in Bosnien dringend vonnöten wären, wie sonst nirgends in Europa, belegt ein Blick in die Statistik: Die Arbeitslosenquote liegt bei 43,1 Prozent und das monatlich Pro-Kopf-Einkommen bei kläglichen 265 Euro.

Kleinstkredite, die Bedürftigen die Möglichkeit eröffnen, als Kleingewerbetreibenden sich und ihre Familien zu ernähren, werden als erfolgreiches Mittel der „Hilfe zur Selbsthilfe“ in den Regel von NGOs in Entwicklungsländer vergeben. Die Rückzahlung erfolgt in sozial akzeptabler Weise.

Auf dem Balkan jedoch geben sich die dort agierenden Banken wenig sozial. Unter dem Produktnamen „Mikrokredite“ werden Kredite an die Menschen vergeben, die sich meist anders nicht mehr zu helfen wissen: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Ernteausfälle oder der Schulbesuch der Kinder führen viele Familien in den unter den Spätfolgen des Bürgerkrieges leidenden Landes häufig an die Armutsgrenze. Da hilft doch eine internationale Bank, die in Bosnien aktiv ist, schnell: Mit Mikrokrediten zu Zinssätzen zwischen 20 und 24,9 Prozent (!). Dass die meisten Kreditnehmer im finanziellen Abgrund landen, haben die Banker anscheinend einkalkuliert und die Kredite werden in den meisten Fällen nur vergeben, wenn ein Familienmitglied oder guter Freund bürgt. So werden häufig gleich zwei Familien in den Bankrott manövriert. Die bosnischen Medien berichten beinahe täglich über Familiendramen made by Mikrokredite.

Da nicht nur der Balkan anscheinend wirklich an Absurdistan grenzt, machen sich die Banker des Westens um ihren Rest-Ethos hier keine allzu großen Sorgen. Mit dem Raiffeisen-Prinzip könnte man das ändern – das ist aber in diesen Ländern nahezu unbekannt. Das sollten wir so schnell wie möglich ändern – auch in den angeschlagenen Ländern der Eurozone. In Griechenland und Spanien wäre das genauso vonnöten. Wenn schon auf Regierungsebene keine wirkliche Hilfe geleistet wird, sollten die Bürger die Sache selbst in die Hand nehmen.

Ausführlich nachzulesen unter: http://ichsagmal.com/2012/08/29/konzepte-gegen-die-gier-uber-die-renaissance-der-genossenschaften-mit-raiffeisen-die-finanzkrise-bewaltigen/

Ein schönes Beispiel aus Brasilien:

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Gastbeitrag: Die Freundlichkeitenkette


Dieser ist ein Gastbeitrag mit dem Titel “Die Freundlichkeitenkette” aus dem Lebe!Blog

Die Freundlichkeitenkette ist ein tolle Möglichkeit, um mehr Lebensfreude an Menschen weiterzugeben. Tun wir einem Menschen einen Gefallen, so soll sich der anderen nicht bei uns bedanken, sondern diese Freundlichkeit einem anderen Menschen geben. Diesem wird wiederum von der Freundlichkeitenkette erzählt. So wird eine Freundlichkeit von Mensch zu Mensch weitergetragen und spielt sich nicht nur zwischen zwei Menschen ab.

Auch für den Fall, dass wir um Hilfe gebeten werden, können wir die Freundlichkeitenkette ins Spiel bringen. Möchte sich der andere bei uns mit einer guten Tat bedanken, verweisen wir in auf die Freundlichkeitenkette.

Um eine Freundlichkeitenkette zu starten, können wir in unserer Nachbarschaft, Freundes- und Bekanntenkreis nach Menschen schauen, die Hilfe gebrauchen könnten. Es ist dabei völlig egal, was wir tun. Es geht nur darum, dass wir jemanden ohne erwartende Gegenleistung einen Gefallen tun und er sich darüber freut. Wir können nicht nur eine Kette starten, sondern auch mehrere Freundlichkeitenketten parallel ins Leben rufen. Die Welt zu verändern und sie mit Liebe zu erfüllen ist einfach, wir müssen es nur tun.

Interessant sind am Ende die Ideen der Menschen, wie sie andren eine Freude bereiten konnten. Diese kann man auch erfassen und aufschreiben. So hat man einen Überblick, welche Freundlichkeiten entstanden sind. Vera F. Birkenbihl hat in ihrem kostenlosen eBook zur  Freundlichkeitenkette einige Erfolgsgeschichten niedergeschrieben. Aufgeschnappt hat sie die Idee aus der Oprah Show (USA), wo es dann “Kindness Chain” heißt. Eine tolle Idee, die nichts kostet und Gutes schafft.

Foto: vandalay / photocase.com

Über den Autor

Elias Fischer betreibt seit 2011 den LebeBlog, www.LebeBlog.de in dem er über seine Erkenntnisse des Lebens schreibt.  Auf der Suche nach Sinn, innerer Zufriedenheit und Glückseligkeit, entlarvte sich in seiner Welt so manches Ziel als Unglücksbringer und fand er über den Weg der Spiritualität zu mehr Wahrheit. Zu diesem Aufwachen und Erkennen möchte er durch sein Tun auch anderen Suchenden verhelfen.

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