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No way you´re crazy!


Gehirn

Ich lade Euch ein, in die Welt eines funktionierenden Systems einzutauchen. Unser Körper ist ein wahres Wunder der Natur, ein Vorbild, die Harmonie in Person. Moment mal! Person? Lass uns unseren Körper ein wenig “menschlicher” machen: Wie wäre es, wenn ein Organ den Körper übernehmen würde? Die folgende Geschichte ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit der heutigen Finanzwelt sind keineswegs zufällig, sondern beabsichtigt. Viel Spaß!

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Vor einiger Zeit freute sich die KGB – Karzinomische Gewebeneubildung Bewegung – über ein neues Mitglied: das Herz. Einige Jahre später erhielt das Herz aufgrund seines hervorragenden Engagements einen Ehrentitel: von Niemalssatt. Geduldig wartete es auf die Gelegenheit, die Philosophie des Ordens in die Praxis umzusetzen.

Es war endlich soweit …

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Eine Frühlingsrede des Herzens

Während des Frühlingsfestes tritt Herz von Niemalssatt vor das große Publikum und hält eine knappe, aber resonanzstarke Rede:

„Sehr geehrte Organe, Zellen, liebe Bindegewebe: Die Zeiten der Mittelmäßigkeit sind vorbei. Von nun an übernehme ich eigenmächtig den Körper und sorge dafür, dass das System erhalten bleibt. Das Wohlergehen unserer Gemeinschaft liegt tief in mir. Nur durch ein starkes großes Herz können wir gemeinsam die Stolpersteine des Körpers überwinden.“

Das Publikum jubelte. Dank der positiven Resonanz fackelte das Herz nicht lange. Es behielt 99 Prozent der vorhandenen lebenswichtigen Zutaten für sich selbst und pumpte nur 1 Prozent weiter. Das Herz wurde immer größer, fettiger, wuchtiger und verbreitete weiterhin die Annahme, dass alle nur davon profitieren können.Nur aus einem starken Herzen können starke Zellen wachsen.

Die Enteignung

Zu einem späteren Zeitpunkt erklärte das Herz alle Venen und Arterien zu seinem Besitz. Nur damit könne es für eine reibungslose Energiezufuhr sorgen. Die Organe applaudierten und stimmten begeistert zu. Zeitgleich meldete die Bulemische Group Insolvenz an. Die Korken knallten bei der KGB. Alles lief nach Plan.

Die Nachricht schlug im eigenen Haus allerdings wie eine Bombe ein. Der Aorta fiel der Kaffee aus der Hand und die Vorhöfe zuckten in sich zusammen. Der Kreislauf reagierte sofort und geriet aus dem Gleichgewicht. Nach hohem Druck folgte eine starke Hypotonie. Immer, wenn  versucht wurde, mit künstlichen Mitteln die Kontrolle über die Unterernährung zu erhalten, verstärkte sich die anämische Lage. Das Herz konnte nie genug bekommen. Der Kollaps war programmiert.

Die Lähmung der Zellen

Andere Organe und die Zellen waren gelähmt von dem berauschenden Einfluss der mittlerweile stark blockierten Signaltransduktion (1). Vernebelt realisierten sie nicht, dass sie jetzt nur einen Bruchteil der Energie bekamen, die sie früher zur Verfügung hatten. Sie vergaßen mit der Zeit  ihre Rolle im System und konnten sich nur noch auf das eigene Überleben konzentrieren. Abermillionen von ihnen kamen ums Leben. Einige erinnerten sich an die guten früheren Osmose Zeiten, in denen sie sich spontan und solidarisch austauschen konnten. Sie spürten die Auswirkung der Appetitstörung nun am eigenen Leib, aber sie waren schlicht und ergreifend verhext.

Währenddessen in den oberen Etagen der Freien Vereinigten Nervenzellen …

Hoffnungsloses Kopfschütteln. Was für ein selbstmörderischer Akt! Die Cholezystokinin im Sättigungszentrum des ventromedialen Nuclei des Hypothalamus meldet eine ernstzunehmende Appetitstörung. Ein Organ trennt sich vom System und will es übernehmen!

Aus einer blitzartigen Entscheidung der Hypothalamus werden neue synaptische Verbindungen im Gehirn erstellt und Botenstoffe umgehend in das System verteilt: 

  • Wir sind räumlich beschränkt. Dabei gibt es keinen Raum für stehts wachsende Hypertrophierten-Niemalssatt-Super-Organe.

  • Die Energie ist ebenfalls gedrosselt. Zu viel Energie ins System zu pumpen, löst nicht das Problem der Verknappung. Eine Appetitregulierung ist unumgänglich.

  • Das Herz spinnt, ist gaga. Es ist einer Mischung aus Gieriger-Unsinn und Psychopatisches-Selbstmörderisches-Kontrollgehabe verfallen. Die Zellen müssen ab sofort reagieren.

Gehirn 4.0 – Neue hoch effiziente Synapsen

Die Erstellung der neuen, hoch effizienten Synapsen haben für einen lückenlosen Informationsaustausch gesorgt. Das interne Verbindungsnetz verstärkte sich exponentiell. Von nun an wird das System durch die Zellen kontrolliert. Von Niemalssatt wird auf seine ursprüngliche Funktion zurückgesetzt. Diese beschränkt sich nun ausschließlich auf das Pumpen des Lebenselixirs. Davon ernährt sich das Herz auch selbst, aber es bekommt nur so viel davon, wie es für sein Funktionieren im System braucht. 

Vernetzt Euch!

Die Schlagzeilen des aktuellen Apotheken-Magazins – Frühlingsausgabe:

Wie kranke Organe mit Selbstheilung wieder gesund werden

Sucht: Wie Sie eine Störung in der Belohnungssystem besiegen

Finger weg! Vitamin-Brausetabletten werden vom Körper nicht effizient absorbiert

Wie blockieren Organe die Signaltransduktion?

Wie können Zellen aus der Lähmung kommen?

Mit welchen Mitteln können Sie das Gehirn unterstützen?

Achtung! So ernähren sich Organe mit Appetitstörungen

Fit und gesund: Gesundheitsratgeber für Organe

Erkennen Sie die Zeichen einer Krankheit, bevor es zu spät ist

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Das Abendmahl der Investmentbanker während der Fastenzeit


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Es ist aufgetischt. Am Tisch sitzen die Investmentbanker unseres Zeitalters. Zum Speisen steht die schon seit Jahren ordentlich zubereitete Gesellschaft da. Die Zutaten für die Zubereitung dieser exquisiten und äußerst köstlichen Delikatesse wurden bislang streng geheim gehalten.

Man nehme:

  • 1 sehr gut gefülltes Geldkonto: Geld, das man zu viel hat und nicht mehr braucht.
  • 5 Bildungsinstitute: Je nach Lust und Laune dürfen es auch ruhig mehr sein!
  • 1 bedeutende Kirche: Eine reicht! Sonst wird es zu scharf.
  • 5 saftige Verlage: Sie sind wichtig für die Meinungs-Bindung der Suppe! Ach ja! Rasch verarbeiten, sie gehen schnell kaputt.
  • 3 private Fernsehsender: Sie sollten viel Werbung enthalten, sonst wird die Suppe zu hell.
  • 5 Filmproduzenten: Das macht das Ganze frischer und luftiger, außerdem passen sie hervorragend zu den Bildungsinstituten!

Alles ordentlich in der Börse mixen. Die wichtigste Zutat kommt zum Schluss: 10 Tassen “gekaufte Gesellschaftsvertreter”. Damit wird das Ganze verfeinert und zu einem Meisterwerk!

Eiskalt servieren.

Guten Appetit.

PS: Fragen Sie sich woher ich das Rezept habe? Sie ahnen es schon: Der Koch hat sich sich mit der neugierigen Putzfrau in der Küche verplappert, und schon sind die Zutaten nicht mehr geheim. Ganz genau! Die Putzfrau hat sie in ihrem Blog, auf Facebook, bei Twitter, Google+ und LinkedIn veröffentlicht; sie hat sich im Forum der neugierigen Putzfrauen ausgetauscht und auf Youtube ein Video mit dem Titel: “Essen wie die Investmentbanker” hochgeladen. Und so weiter.

Eine schöne Fastenzeit.

Vernetzt Euch!

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Gedanken über einen Bankwechsel – Die Krötenwanderung braucht Brückenbauer


Der Wechsel unserer Kröten von einer Bank zur anderen ist kaum weniger kompliziert als die Wanderung der Amphibien von einer Straßenseite zur anderen. Wie die Kröten ihr Leben habe ich mein Seelenheil riskiert, als ich mich über einen Bankwechsel informiert habe. Und träume nun von soliden Brücken.

Die Krux der Kreuzung – Autobahn des Bankwanderers

Seitdem ich vor 10 Jahren nach Deutschland gezogen bin, habe ich dieselbe Bank.
Das Thema des Wechsels war für mich also neu und forderte die Suche nach weiteren Informationen. Ich wurde schnell fündig.
Ich fand eine Liste. Es hieß: „Bank wechseln leicht gemacht“. In unserer immer einfacher werdenden Welt, hat mich diese Liste zurück in die Steinzeit versetzt. Na ja, unter “leicht gemacht” verstehe ich etwas anderes. Es war eine bedrohliche Atmosphäre in dieser Liste.

Jeder neue Satz wollte sich wichtiger machen als der andere: „Sie MÜSSEN alle Zahlungsempfänger über Ihren Kontowechsel informieren …“ – „GANZ wichtig ist es auch, die unregelmäßigen Abbuchungen im Blick zu haben …“ – „Ebenfalls NICHT zu vergessen …“
Lass mich es extra komplizierter machen, schrie mir die Liste entgegen. Nach dem Hinweis, „Für die monatlichen Zahlungen reicht es die Kontoauszüge des letzten Monats KOMPLETT durchzugehen.“, habe ich den Bankwechsel vorerst vertagt.

Man könnte den Kröten natürlich mit einem strategischen Straßenüberquerungsplan aufzeigen, wie sie schnell rasenden Autos auf sechsspurigen Straßen am Besten ausweichen; allerdings scheint mir der Bau einer Brücke weitaus sinnvoller. Die Umsetzung dauert zwar länger, aber sie garantiert unseren grünen Freunden eine viel sicherere saisonale Wanderung.
Angesichts der Tatsache, dass ich sehr gerne wandern wollte, aber mich nicht mit der Liste auseinandersetzen wollte, und unabhängig von der Tatsache, dass ich es musste, fing ich an darüber nachzudenken, wie man diese Liste überflüssig machen könnte.
Hier handelt es sich um Gedanken und Ideen eines bescheidenen Bürgers ohne Anspruch auf Repräsentativität, Fachlichkeit oder Vollständigkeit. Ich freue mich über Anregungen.

Die Brücke

Dafür bräuchte man, so war mein Gedanke, einen bundesweiten, offiziellen Bankwechsel-Webdienst. Dort wären dann die Daten meiner Bank hinterlegt. Außerdem alle Bankaktivitäten, die für den Wechsel wichtig wären, wie Daueraufträge und anstehende Überweisungen. Ich hätte Zugang zu diesem Dienst und könnte dort einen Bankwechsel durchführen, in dem ich die Bank auswähle und auf Wechsel klicke. Man nehme die oben genannte Liste und wandele sie in einen automatisierten Prozess um. Das Programm würde die Kröten völlig standardisiert durch alle Schritte begleiten und sich anhand von Schnittstellen die notwendigen Informationen holen. Ein Concierge für den Bankwechsel sozusagen.

Ein Energieanbieterwechsel zum Beispiel gestaltet sich heute ziemlich einfach. Auch wenn bei Banken die Umsetzung kompliziert erscheint, warum gibt es so eine Vereinfachung bei ihnen noch nicht? Die Krötenwanderung braucht dringend Brückenbauer. Die technologischen Voraussetzungen wären ja gegeben.

So, und jetzt zurück zur „Bank-wechseln-leicht-gemacht-Liste“. Mir steht noch viel Arbeit bevor.

Vernetzt Euch!

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Lieber CEO, sag mir WARUM!?


Originaltext aus “The Third Club“:  Lieber CEO, sag mir WARUM!?

Ralf Schwartz

WARUM stellt Ihr das her? WARUM verdammtnochmal steht Ihr jeden Morgen auf?

I. Prolog

Unsere Wirtschaftswoche-Online-Kolumne dieser Woche ist online: Liebe Werbung, sag mir WARUM?.

II. Das Dingens in der Mitte

Matthias hatte gestern zu unserer Wiwo-Kolumne eine Frage, die ich (auch) hier beantworten möchte, da meine Antwort während des Schreibens immer grundsätzlicher wurde. Matthias schrieb:

“… danke für den guten, wahren Text …
Was mich brennend interessieren würde:

Was glaubst Du, dass all diejenigen Unternehmen machen sollen/müssen/können, die gar kein Warum? haben? Sind die dazu verdammt, früher oder später automatisch zu verschwinden? Sind die Märkte stark und intelligent genug, um diese auszusortieren?

Oder ist es vielleicht so, dass ein Warum? jedem Unternehmen innewohnt, selbst wenn es tief verschüttet irgendwo unerkannt auf seine Wiederentdeckung wartet?

Und wenn ja, wie “zwingen” wir Unternehmen dazu, diese verloren geglaubten Schätze zu heben und wieder in die Leitlinien zu integrieren? …”

Hier meine Antwort, die ich in ihrer Ausführlichkeit dem Wirtschaftswoche-Online-Leser nicht zumuten wollte:

Lieber Matthias,
Jedes Unternehmen hat mit der Antwort auf die Frage WARUM? begonnen, denn die zentrale Idee zur Gründung war die Lösung eines Problem, einer Sehnsucht, eines Traumes.
Damals waren die Chefs Gründer und blieben in der Folge Unternehmerpersönlichkeiten.
Später wurden die Unternehmen von Managern übernommen, das war in den allermeisten Fällen der Anfang vom Ende. Marken und Produkte verkamen zum bloßen Mittel zum Zwecke der Bonussicherung und einer aalglatten Karriere. Egal, ob es sich um eine Agentur oder das Unternehmen selbst handelte.

Viele erklären diese Entfremdung mit dem Lauf der Zeit, andere sagen, die Arbeitsteilung habe zur Entfremdung vom fertigen Produkt gehört – und zur Gleichgültigkeit ihm gegenüber.

(Das nachfolgend Eingerückte ist nicht Teil meiner Antwort in der Wiwo, rs)

Um es anders, vielleicht romantisch, zu erklären: Das ‘Feuer in uns allen’ wurde immer unwichtiger, der ‘Neid in den Augen der anderen’ wurde zum alles entscheidenden Trieb.

Unternehmen aber, die agieren, statt zu reagieren, Unternehmen, die eine Vision haben, nicht nur Quartalsziele, haben eine ganz andere Selbst-Bewußtheit, haben eine Innere Ruhe, eine Sicherheit, die sie schlafwandlerisch das Richtige tun lässt.

Ich weiß, das hört sich für manche sehr esoterisch an, aber genau das ist das Problem. Wir fühlen uns unserer Arbeit, unserer Leistung, unserem Unternehmen und unseren Marken nicht mehr verbunden.
Emotionen sind verpönt, scheinen Schwäche zu offenbaren…

… und doch träumen wir alle von der Liebe. Warum verdammtnochmal lassen wir sie dann nicht hinein in unsere Arbeit, in unser Leben, in unsere täglichen Begegnungen mit Kollegen, Lieferanten, Kunden?

Warum lieben wir nicht mehr, was wir tun? Warum ist unsere Arbeit nicht mehr unser Herzblut? Warum sind wir innerlich zu toten Zynikern geworden, die sich dem Wahnsinn der Normalität hingeben, aber keinen Millimeter mehr über die Stränge schlagen? Warum lieben wir es, so feige, angepasst und rückwärts-gerichtet wie alle anderen zu sein?

Wahren Erfolg kann man damit nicht haben. Wir schlagen uns so durch. Wahre Erfüllung kann man darin nicht finden. Wir ertragen es. Wahrnehmung und Sinne sind auf ein Minimum reduziert. Wir sind taub und blind.

Taub und blind. Denn alles andere würde uns zerreissen, würde uns weinend, schreiend, still zusammenbrechen lassen.

Geld muss uns wärmen, muss uns ablenken vom Schmerz. Und das gelingt immer seltener. Die Leere wird immer größer. Die Sehnsucht immer heftiger. Der Herzschlag immer kräftiger, der uns mahnt. Immer lauter, immer fordernder. Unerträglich. Geld immer weniger wert. Ersatzbefriedigung immer seltener wirksam. Profit immer profaner.

Und die meisten merken es nichteinmal. Wie also soll man ihnen helfen? Wie soll man sie zwingen? Wenn sie selbst nicht merken, dass sie selbst etwas ändern müssen, können wir ihnen nicht helfen. Waste of Time, Money, and Human Resources. Wir können nur mahnen – und es selbst besser machen.

III. Epilog

Ohne meine eingerückte Antwort zu kennen, kommt Daniela in ihrem Kommentar auf den Punkt, auf das Wort nämlich, das mir die ganze Zeit auf der Zunge lag, nicht aber aus meinen fleissigen Fingern floss: SEELE.

“Möchte man in verkrusteten Unternehmen, die auf der Stelle treten ernsthaft (!) ein Leitbild entwickeln, stehen wir immer wieder vor der Frage dieses Warums. Und wenn der Knoten nicht platzen will, fragen wir nach der Idee des Gründers, die es irgendwann einmal gegebem haben muss – für das Produkt, das Unternehmen. Ab diesem Punkt wird es meinstens konkret und bekommt wieder Seele. In diesem Sinne, schön gefragt, lieber Matthias und schön geantwortet, lieber Ralf.
Herzliche Grüße aus Mainz, Daniela”

Danke Daniela.

Über den Autor:

Ralf Schwartz ist Leadership Strategist und Co-Initiator von “The Third Club”. Zusammen mit Club-Co-Initiator Thomas Koch führt er die Agentur-Beratung Craft&Vision. Diese Kolumne beruht auf dem C&V-Blog.

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Return on Interest – Der ROI für den Kunden


Social Media Marketing Warnung. Ich – der Kunde im Social Web – hab’ die Schnauze voll. Gestrichen und Oberkante Unterlippe. Mir steht’s bis hier. Gefällt mir nicht mehr.

Return on Investment

KPI hier, Touchpoint da und der ROI [1] vorne weg. Die Zahlen im Mittelpunkt. Der Kunde am Rand(e des Nervenzusammenbruchs) als Mittel zum Gewinn ohne Punkt. Weiteres Interesse nicht im Budget. Der unternehmerische Social Media Einsatz als Mehrwert für den Kunden? Ach Quatsch. Pustekuchen. Mumpitz. Unberechenbar und unberechenbar. Nicht geplant! Absurd! Ja, spinnst du denn? Markenbotschafter und Influencer als das höchste der Gefühle. Aua.

„Wie viel bringt mir MEIN Social Media Einsatz?“ tönt es gellend aus den nimmersatten Schreihälsen der Unternehmen.

„Wie viel bringt mir DEIN Social Media Einsatz?“ krächzt es unerhört und unerhört aus der Kundenkehle.

Die Vermessung der Welt liegt lange zurück. Heute vermessen wir das Social Web. Vermessen und vermessen. Profilcharts, Balken- und Liniendiagramme als die unternehmerische Social Media Religion am Ende des Monats und der ROI als der heilige Gral zu Weihnachten – Opium für das Unternehmen. Was interessiert uns das Volk? Die Gewinn(spiel)sucht als die einzige Daseinsberechtigung des ROI [2] und das Fanpagekarma [3] als das neue „Brot und Spiele“. Engagement und Interaktion im Social Web nur auf Unternehmenswunsch. Systemfehler 404 – Kundenwunsch konnte nicht gefunden werden.

Return on Interest

Ich fordere 10 Millionen Euro in nicht markierten Scheinen, ein Fluchtfahrzeug und einen ROI für den Kunden. Ich hab da mal was vorbereitet.

∑ (Content mit Mehrwert für den Kunden – Content (Rest)) x  ∑ (Mehrwert der Unternehmensantwort auf Kundenanfrage / Reaktionszeit auf Kundenanfrage)

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∑  (Nicht beantworteten Kundenanfragen x Unzureichend beantwortete Kundenanfragen) + ∑ Spam Aktionen + ∑ Nervige Promotion

Niedrig ist doof, oder? Das fragt sich auch Vodafone [4]. Selbst wenn von Wettbewerbern angezettelt – eine Standardantwort mit reinkopierten Namen lässt den Kunden auf Facebook nicht jauchzen. Der König tanzt nicht. Kundenservice fern vom Kunden und fern vom Service. Ferne als die zu kalkulierende (Kunden)Nähe. Hauptsache, die Erwartungen an die Zukunft des Social Media Kundenservice sind hoch und realitätsnah – und durch nicht vorhandene und falsche Handlungen realitätsfern [5]. Bautz Hosenboden und Prosit.

Le ROI est mort, vive le ROI!

[1] http://allfacebook.de/pages/return-on-investment/

[2] http://marketingberater20.de/2011/12/social-media-trends-2012/

[3] http://www.fanpagekarma.com/

[4] http://t3n.de/news/vodafone-405108/

[5] https://twitter.com/isistown/status/230623459737214976

Ursprungsartikel : Return on Interest – Der ROI für den Kunden

Über die Autorin

Isis Neuerbourg ist Volkswirtin, Soziologin, Marktforscherin und Social Media Managerin. Seit April 2012 bloggt sie als isistown über Social Media – als Social Media Heroine, um Unternehmen im Social Web ans Händchen zu nehmen und als Prosa-Punk, um die Leiden des jungen Nutzers in den Vordergrund zu rücken. Sind wir nicht alle ein wenig Nutzer?
Website: www.isistown.de
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