Schlagwort-Archive: Medizin

No way you´re crazy!


Gehirn

Ich lade Euch ein, in die Welt eines funktionierenden Systems einzutauchen. Unser Körper ist ein wahres Wunder der Natur, ein Vorbild, die Harmonie in Person. Moment mal! Person? Lass uns unseren Körper ein wenig “menschlicher” machen: Wie wäre es, wenn ein Organ den Körper übernehmen würde? Die folgende Geschichte ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit der heutigen Finanzwelt sind keineswegs zufällig, sondern beabsichtigt. Viel Spaß!

::::::::::

Vor einiger Zeit freute sich die KGB – Karzinomische Gewebeneubildung Bewegung – über ein neues Mitglied: das Herz. Einige Jahre später erhielt das Herz aufgrund seines hervorragenden Engagements einen Ehrentitel: von Niemalssatt. Geduldig wartete es auf die Gelegenheit, die Philosophie des Ordens in die Praxis umzusetzen.

Es war endlich soweit …

::::::::::

Eine Frühlingsrede des Herzens

Während des Frühlingsfestes tritt Herz von Niemalssatt vor das große Publikum und hält eine knappe, aber resonanzstarke Rede:

„Sehr geehrte Organe, Zellen, liebe Bindegewebe: Die Zeiten der Mittelmäßigkeit sind vorbei. Von nun an übernehme ich eigenmächtig den Körper und sorge dafür, dass das System erhalten bleibt. Das Wohlergehen unserer Gemeinschaft liegt tief in mir. Nur durch ein starkes großes Herz können wir gemeinsam die Stolpersteine des Körpers überwinden.“

Das Publikum jubelte. Dank der positiven Resonanz fackelte das Herz nicht lange. Es behielt 99 Prozent der vorhandenen lebenswichtigen Zutaten für sich selbst und pumpte nur 1 Prozent weiter. Das Herz wurde immer größer, fettiger, wuchtiger und verbreitete weiterhin die Annahme, dass alle nur davon profitieren können.Nur aus einem starken Herzen können starke Zellen wachsen.

Die Enteignung

Zu einem späteren Zeitpunkt erklärte das Herz alle Venen und Arterien zu seinem Besitz. Nur damit könne es für eine reibungslose Energiezufuhr sorgen. Die Organe applaudierten und stimmten begeistert zu. Zeitgleich meldete die Bulemische Group Insolvenz an. Die Korken knallten bei der KGB. Alles lief nach Plan.

Die Nachricht schlug im eigenen Haus allerdings wie eine Bombe ein. Der Aorta fiel der Kaffee aus der Hand und die Vorhöfe zuckten in sich zusammen. Der Kreislauf reagierte sofort und geriet aus dem Gleichgewicht. Nach hohem Druck folgte eine starke Hypotonie. Immer, wenn  versucht wurde, mit künstlichen Mitteln die Kontrolle über die Unterernährung zu erhalten, verstärkte sich die anämische Lage. Das Herz konnte nie genug bekommen. Der Kollaps war programmiert.

Die Lähmung der Zellen

Andere Organe und die Zellen waren gelähmt von dem berauschenden Einfluss der mittlerweile stark blockierten Signaltransduktion (1). Vernebelt realisierten sie nicht, dass sie jetzt nur einen Bruchteil der Energie bekamen, die sie früher zur Verfügung hatten. Sie vergaßen mit der Zeit  ihre Rolle im System und konnten sich nur noch auf das eigene Überleben konzentrieren. Abermillionen von ihnen kamen ums Leben. Einige erinnerten sich an die guten früheren Osmose Zeiten, in denen sie sich spontan und solidarisch austauschen konnten. Sie spürten die Auswirkung der Appetitstörung nun am eigenen Leib, aber sie waren schlicht und ergreifend verhext.

Währenddessen in den oberen Etagen der Freien Vereinigten Nervenzellen …

Hoffnungsloses Kopfschütteln. Was für ein selbstmörderischer Akt! Die Cholezystokinin im Sättigungszentrum des ventromedialen Nuclei des Hypothalamus meldet eine ernstzunehmende Appetitstörung. Ein Organ trennt sich vom System und will es übernehmen!

Aus einer blitzartigen Entscheidung der Hypothalamus werden neue synaptische Verbindungen im Gehirn erstellt und Botenstoffe umgehend in das System verteilt: 

  • Wir sind räumlich beschränkt. Dabei gibt es keinen Raum für stehts wachsende Hypertrophierten-Niemalssatt-Super-Organe.

  • Die Energie ist ebenfalls gedrosselt. Zu viel Energie ins System zu pumpen, löst nicht das Problem der Verknappung. Eine Appetitregulierung ist unumgänglich.

  • Das Herz spinnt, ist gaga. Es ist einer Mischung aus Gieriger-Unsinn und Psychopatisches-Selbstmörderisches-Kontrollgehabe verfallen. Die Zellen müssen ab sofort reagieren.

Gehirn 4.0 – Neue hoch effiziente Synapsen

Die Erstellung der neuen, hoch effizienten Synapsen haben für einen lückenlosen Informationsaustausch gesorgt. Das interne Verbindungsnetz verstärkte sich exponentiell. Von nun an wird das System durch die Zellen kontrolliert. Von Niemalssatt wird auf seine ursprüngliche Funktion zurückgesetzt. Diese beschränkt sich nun ausschließlich auf das Pumpen des Lebenselixirs. Davon ernährt sich das Herz auch selbst, aber es bekommt nur so viel davon, wie es für sein Funktionieren im System braucht. 

Vernetzt Euch!

Die Schlagzeilen des aktuellen Apotheken-Magazins – Frühlingsausgabe:

Wie kranke Organe mit Selbstheilung wieder gesund werden

Sucht: Wie Sie eine Störung in der Belohnungssystem besiegen

Finger weg! Vitamin-Brausetabletten werden vom Körper nicht effizient absorbiert

Wie blockieren Organe die Signaltransduktion?

Wie können Zellen aus der Lähmung kommen?

Mit welchen Mitteln können Sie das Gehirn unterstützen?

Achtung! So ernähren sich Organe mit Appetitstörungen

Fit und gesund: Gesundheitsratgeber für Organe

Erkennen Sie die Zeichen einer Krankheit, bevor es zu spät ist

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,

AMBOSS: Vernetzes Lernen statt stures Pauken – Wie neue E-Learning-Angebote das Bildungssystem erobern


IMG_0011

Ende Oktober schrieb ich über eine neue medizinische E-Learning-Software namens AMBOSS, die vom Team der miamed GmbH auf den Markt gebracht worden ist. Seitdem pochen Suchbegriffe wie: „Erfahrung“ „Empfehlung“ und „Meinung“ im Zusammenhang mit AMBOSS in meiner Blogstatistik. Die Wünsche der Suchenden greife ich hier gerne auf.

Bei miamed hat sich viel getan – und das war nicht nur an der Landingpage zu erkennen. Seit Januar gibt  Medi-Learn einen extra für AMBOSS angepassten 100-Tage-Lernplan für das 2. Staatsexamen heraus. Medi-Learn selbst schreibt über AMBOSS:

„Ein wesentliches Resultat der Arbeit sind über 700 spezifische Lernkarten zu allen Krankheitsbildern, auf denen das Wissen in verschiedenen Formaten vermittelt wird, zum Beispiel als kurze Zusammenfassung, mit Vergleichen, in Bildern, Videos und so weiter. So wird der Bogen von der Pathophysiologie über Klinik und Therapie bis hin zur Prognose geschlagen.“

Und weiter:

„Dank der Möglichkeit, das gesamte Wissen jeweils punktgenau abzurufen, bietet sich AMBOSS als Begleiter schon während des Studiums und insbesondere natürlich für die Prüfungsvorbereitung an.“

Die Ausgangssituation für ein Medizin-Lernprogramm ist sicherlich nicht einfach, schließlich steht das Programm im Wettbewerb mit den Produkten alteingesessener medizinischer Fachverlage. Außerdem sind die Konkurrenzprogramme vielerorts aufgrund sogenannter Sammellizenzen für die Studenten kostenlos verfügbar. Warum also das Wagnis?

Die Antwort liegt wie immer im Produkt

Das lassen auch bisherige Kundenmeinungen vermuten. So heißt es in einer (zugegebenermaßen recht langen) Kundenrezension auf Amazon


Liebe_Detail“Es handelt sich hierbei um ein völlig neues Konzept. Anders als in den anderen Programmen bilden die IMPP-Fragen mit anschließenden Komentaren zu den Antworten nicht die alleinige Säule des Programms; es kommt noch eine zweite Säule von Lernkarten dazu. (…) Merksätze, kommentierte Bilder, eine Markierfunktion wichtiger Inhalte und eine Einordnung in IMPP-Relevanz jeder Lernkarte ergänzen den gut verständlichen Text. Wer sich mit dem Programm anfreundet, kann daher eventuell auf den Kauf des einen oder anderen Buchs verzichten. (…) Zu allen Antworten gibt es prägnante Kommentare, die sich meiner Meinung nach qualitativ von den teilweise “lieblos hingeklatschten” Mediscript-Kommentaren deutlich abheben. (…) Aber nun zum wirklich interessanten Teil: Das ganze Programm befindet sich noch in Entwicklung und ist – wie ich verstanden habe – so angelegt, dass es ständig erneuert, erweitert und verbessert werden soll – vom Prinzip ähnlich wie Wikipedia. Jeder User ist dazu aufgerufen sich an einer Weiterentwicklung zu beteiligen, so laden überall Feeback-Buttons sowie ein immer aufrufbares Menü “Kontakt und Ideen” dazu ein, gute oder mangelhafte Teile des Programms zu kommentieren. Es besteht auch die Möglichkeit komplett neue Funktionen im Programm vorzuschlagen, die dann durch die Administratoren/Programmierer/Experten überprüft werden. Beachtenswert ist, dass ich auf meine Vorchläge bisher immer spätestens nach 24 Stunden eine persönliche, ausführliche E-Mail-Antwort bekommen habe.“

Verbesserungen mit aktiver Beteiligung der Nutzer

Medizinstudenten klagen über die Starrheit und Userunfreundlichkeit der traditionellen Programme. Auch mich hat deshalb bei AMBOSS vor allem die Möglichkeit zur interaktiven Mitgestaltung begeistert. Didaktisch ist es mindestens genauso gut wie die bekannten Programme, wirkt auf mich aber hinsichtlich Aufbau und Design viel ansprechender. Entscheidender Vorteil: Man kann bei offenen Fragen häufig auf das Googeln oder lästiges Nachschlagen in Büchern verzichten. Vielversprechend sind die angekündigten Verbesserungen bei der weiteren Personalisierung der Lernkarten, der Fragenauswahl und der multimedialen Tools.

Lösungsorientierte Kommentare

DidaktischPositive Usermeinungen findet man natürlich über alles irgendwo. Ein Artikel im Ärzteblatt scheint mir aber doch etwas Besonderes zu sein. Daher hier ein Ausschnitt aus der Januar-Ausgabe. Dort heißt es:

„Den Studierenden werden Hilfsmittel an die Hand gegeben, die sie zur Lösung führen. Dazu steht etwa der „Oberarzt“ zur Verfügung, der dem Lernenden sinnvolle Hinweise gibt. In Bildmaterialien (wie Röntgenaufnahmen, EKG) können die entscheidenden Strukturen farblich hervorgehoben werden, um das Auge in dem Erkennen auffälliger Befunde zu schulen. Nach Beantwortung einer Frage wird ein zur Antwort passender Kommentar eingeblendet. Das Programm erklärt bei einer falschen Beantwortung, wieso die Antwort falsch ist. An jeder Stelle kann der Studierende selbst entscheiden, ob er tiefer in ein Thema eindringen möchte, indem er auf die verlinkte Lernkarte zurückgreift. Fortgeschrittene werden so nicht durch redundantes Lesen aufgehalten. Gleichzeitig erhalten Anfänger Empfehlungen dazu, welche Themen sie nacharbeiten sollten.“

Lust auf die Abwrackprämie

Ich werde die Entwicklung dieser jungen Firma auf jeden Fall weiterverfolgen. Und wünschte mir, sie würde auch für andere Anwendungsfelder solche E-Learning-Programme entwickeln, damit man Altlasten entsorgen kann. Apropos: Für Medizinstudenten hat miamed schon eine Lösung parat. Seit Kurzem gibt es eine sogenannte “Abwrackprämie” für all die Leute, die ähnliche Gefühle bekommen haben wie ich, aber auf einem der Konkurrenzprogramme hocken.  :)

Vernetzt Euch!

AMBOSS from miamed Team on Vimeo.

 

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,

Facebook: Die Symptome einer Krankheit und das Konzept der Vergänglichkeit aller Dinge


Bildquelle:  wie man Existenzängste überwinden kann

Die Werbesituation

Ich verfolge schon seit einer Weile die Entwicklung oder besser gesagt den offensichtlichen Wandel der Geschäftsmodelle, die sich durch Push-Werbung finanzieren lassen. Als Beispiel kann man hier die aktuelle sicherlich noch nicht zu Ende gegangene  Problematik der Zeitungen nennen. Und eben auch die letzten Veränderungen des Facebook Algorithmus. Der weit bekannte und schon durchgekaute EdgeRank. Wie Herr Henne uns in seinem Artikel Facebook reloaded! Daily Soap und Push-Button meisterhaft zur Erkenntnis bringt: Ein Paradigmenwechsel und damit zurück zu Push.

Dass wir uns in der Tat mit den heutigen Push-Werbungspraktiken langweilen und, dass diese ihre Wirkungskraft verlieren, soll unumstritten sein. Ralf bringt diese Thematik schon seit einer geraumen Zeit zu Tage. In einem seinen letzten Artikel: Heutige Werbung ist so von Gestern bringt er das Thema wie immer gezielt auf den Punkt.

Diese mehr als logischen Erkenntnisse kann man wunderbar auf Facebook übertragen, wie ich sehe. Dabei handelt es sich um die steigende Wirkungslosigkeit der ungefragten und unerwünschten Push-Werbung, auf die Herr Zuckerberg immer noch zu setzen scheint und die Investoren ihr gutes Glück verspielen. Ein großer Schritt zurück, währenddessen die Menschen da draußen zur gleichen Zeit schon 10 Schritte nach vorne gegangen sind.

Die Symptome einer Krankheit

Existenzangst durch Selbstlosigkeit

Im Grunde ein hausgemachtes Problem beginnend ab dem Zeitpunkt, in dem Herr Zuckerberg  sich an den Interessen des Herrn Investors ausgerichtet hat. Stichwort Börse. Hat er sich dadurch selbst in den Schwanz gebissen? Ob das die richtige Entscheidung war, wird sich mit der Zeit zeigen. Facebook leidet sicherlich darunter. Sein Vorteil allerdings ist es noch, dass momentan immer mehr Menschen zu ihm kommen, sich abhängig machen und es keine vergleichbare Alternative gibt. Keine Alternative?  Ich wäre mir nicht mehr so sicher. Wenn man heutzutage nicht selber über eine Alternative nachdenkt, machen es eben andere und das kann ziemlich schnell gehen.

Aufmerksamkeitsstörung durch mangelnde Qualität

Was mir aber immer noch im Kopf pocht ist: Zurück zu Push? Sind Sie sich sicher, Herr Zuckerberg? Ist das nicht bereits Geschichte von gestern?  Oder gehören Sie noch zu den Sendern, die keinerlei Interesse haben, diese Situation zu ändern, solange Sie so gut daran verdienen? Wollen Sie sich selbst ein Grab schaufeln? So auch Ralf Schwartz in dem oben genannten Artikel.

Mittlerweile haben es schon einige mit dieser Aufmerksamkeit auf Rechnung ausprobiert. Man bekommt es ja, keine Frage. Und Facebook wird ja noch gut damit verdienen. Die so hoch ersehnte, gepredigte und wichtige Qualität aber leidet darunter. Ob man dann ein zweites Mal dafür bezahlt? Dabei geht es nicht nur um Qualität der Reichweite, sondern auch um andere noch wichtigere Aspekte, die zur heutigen Zeit zum Social und Media gehören. Nicht wahr Karsten Wusthoff?

Einsamkeit durch inexistente User-Kooperation

Vorerst  sei dazu gesagt: Heute zahlt man schon, um auf Werbung zu verzichten zum Beispiel. Wenn das nicht eine Botschaft ist? Das sollte man erst wirken lassen. Vielleicht findet man dort die Qualität, die man sucht, denn für Unterhaltung gibt es eben eine Fülle von anderen viel besseren Alternativen. Nicht nur das. Dort kann man ebenfalls mitwirken bei der Entwicklung des Netzwerks! Kann man bei den heutigen Facebook-Zeiten noch was mitentscheiden? Ja, so lautet DORT vorerst die Versprechung.

Visionsverlust

Aufmerksamkeitsstörung durch mangelnde Qualität, Existenzangst durch Selbstlosigkeit und mögliche Einsamkeit durch inexistente User-Kooperation. Gegen alle gut gemeinte Erwartung scheint Facebook seine Seele verkauft zu haben. Nicht nur Karsten Wusthoff, sondern wir alle spüren das auch.

Währenddessen Herr Zuckerberg mit einer ursprünglich avantgardistischen Vision immer noch versucht mit alten Methoden „Geld“ zu verdienen,  machen sich andere viel wesentlichere Gedanken und kommen auf viszerale Erkenntnisse. Wenn diese von Apple kommen sollten, wäre es ja keine große Überraschung.

Das Konzept der Vergänglichkeit aller Dinge

Warum Apple möglicherweise die Absicht hat unsere Netzerinnerungen zu löschen, um eine neue Netzwerk-Ära einzuleiten, könnt ihr HIER Lesen. Facebook würde es wahrscheinlich gut tun alles Vergangene zu vergessen / zu löschen und von vorne neu anzufangen. Mark Zuckerberg kann ja wohl nicht mehr selber an das glauben was er tut.

Blöd nur, dass wir uns daran erinnern werden…

Danke an Hans Steup für die Inspiration.

Vernetzt Euch!

Getaggt mit , , , , , ,

AMBOSS – Neue E-Learning Software für Medizinstudenten ohne Stoff-Bulimie


MIAMED TEAM 

Letztens stieß ich auf einen sehr lesenswerten Artikel von Gunnar im Debatten-Magazin The European mit dem Titel „Akademische Automaten“. Unter anderen kritischen Punkten erwähnte er im Artikel die Problematik des langfristigen Erinnerns des gelernten Stoffes in Universitäten. Hier der Abschnitt:

„In den Wissenschaftsfabriken mit ihren Sprachcodes und Trainingscamps wird nicht der Regelbruch kultiviert, sondern die Stoff-Bulimie: reinschaufeln, auskotzen, vergessen.“

Die Formulierung habe ich mir jetzt genommen Gunnar :) , denn es könnte nicht zutreffender sein. Genau mit der Lösung dieser und anderer kritischer Punkte (unten mehr) will das Team von miamed Medizinstudenten auf dem Weg zum Staatsexamen effizient unterstützen. Ich habe die Jungs von miamed um weitere Infos zur neuen E-Learning Software AMBOSS gebeten. Unten eine Zusammenfassung des Infopaper zur Veranschaulichung.

Das Konzept

Das Team von miamed entwickelt derzeit mit seinem Know-how aus Medizin, Didaktik und Softwareentwicklung eine innovative E-Learning-Lösung, die die Möglichkeiten einer Online-Vorbereitung für das zweite Staatsexamen der Medizin voll ausschöpft.

Das Problem

Für das medizinische Staatsexamen ist die Prüfungsvorbereitung mit Hilfe von Fragen des Multiple- Choice-Typs aus kommentierten Alt-Examina unumgänglich. Derzeit wird nur eine eingeschränkte Anzahl an Lern-Programmen zur Bearbeitung dieser Fragen angeboten.  Sie sind so zwar ausreichend, nutzen aber die Möglichkeiten moderner Software und die damit verbundenen individuellen Interaktionen mit dem Benutzer nicht genügend aus. Dies birgt ein entscheidendes Problem: Derartiges Lernen ist aus neurobiologischer und lernkognitiver Sicht nicht effizient.

Die Lösung

miamed verbindet moderne Ansätze des E-Learnings mit dem speziellen Know-how der Gründer (Software und herausragendes Examensfachwissen). Diese Verbindung erlaubt es eine innovative E-Learning- Plattform zu realisieren, die die Lerneffizienz der Medizinstudierenden steigert.

Das miamed Team hat die Examensvorbereitung analysiert und folgende Probleme festgestellt:

  1. Der Multiple-Choice-Fragentyp ist sehr eigen und setzt eine bestimmte Herangehensweise voraus.
  2. Fortgeschrittene wollen zur gegebenen Antwort nur einen hochspezifischen Kommentar –vs.-Anfänger brauchen die volle Tiefe (alle Informationen zu einem Themengebiet).
  3. Das langfristige Erinnern des gelernten Stoffes ist ein kritischer Punkt der Examensvorbereitung.
  4. Der Stoffkatalog ist sehr umfangreich und es können nur mühsam Relevanzen und Schwerpunktthemen identifiziert werden.
  5. Die derzeit erreichbaren digitalen Lernprogramme mit der Bearbeitung der Multiple-Choice-Fragen zur Staatsexamenvorbereitung nutzen die effizienten Lernmöglichkeiten mit moderner Software und damit verbundenen individuellen Interaktionen nicht.

Aus diesen Problemen leiten sich Bedürfnisse der Studierenden ab, die mit der Umsetzung von Lerntheorien durch eine intelligente Software gelöst werden können.

  • Assistiertes Lernen: hilft dem Studierenden nachzuvollziehen, welche Schritte gegangen werden müssen, um diese Art von Fragen zu beantworten. Dazu steht u.a. ein Oberarzttool (gibt Hinweise, ohne die Frage zu beantworten) zur Verfügung. Durch diese Interaktionen gelingt es, ungezieltes Raten zu unterbinden und den Lernenden zum Denken anzuregen sowie seine Wahrnehmung für entscheidende Informationen zu schulen. Abhängig vom Lernfortschritt hat jeder Studierende einen speziellen Bedarf an Wissen. 
  • Bedarfsorientiertes Lernen: nach Beantwortung der Frage werden in jedem Fall die richtige Antwort und ein dazugehöriger Kommentar eingeblendet. Bei falscher Beantwortung geht das Programm auf den begangenen Fehler ein. An jeder Stelle kann der Studierende selbst entscheiden, ob er tiefer in ein Thema eindringen möchte, indem er auf verlinkte Lernkarte zurückgreift. Dadurch werden Fortgeschrittene nicht durch redundantes Lesen aufgehalten. Gleichzeitig werden Anfänger über ihre Fehler aufgeklärt und können ihre Wissenslücken durch Einsteigen in die Lernkarte schließen.
  • Multimodales Lernen erhöht die Lerneffizienz um ein Vielfaches. In den Lernkarten kann der Studierende nach Bedarf auf Text, Multimedia und interaktive spielerische Inhalte zurückgreifen. Hier werden beispielsweise Texte, Videos und Bilder angeboten.
  • Adaptives Lernen Alle IMPP-Prüfungsfragen wurden vom miamed Team analysiert und verschiedenen Gruppen zugeordnet. Während der User kreuzt, analysiert das Programm im Hintergrund seine Stärken und Schwächen, sammelt diese und lässt sie in die Auswertung der jeweiligen Lernsitzung mit einfließen.

Bevor sie offiziell online gehen, können sich Interessenten  zum Testen anmelden.  Ab 01.12.2012 könnt ihr auf www.miamed.de, aber auch bei Lehmanns oder Amazon AMBOSS kaufen! Aus meiner Sicht ein vielversprechendes E-Lernprodukt  Im Zuge der Zeit. Es lohnt sich für alle Medizinstudenten mal einen Blick rein zu werfen.

 

Getaggt mit , , , , , , , ,

Privat oder Kasse? Aufmerksamkeit auf Rezept!


So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und den Menschen, was den Menschen gehört.

Foto: Andreas Wahra/wikipedia

Auch in anderen Bereichen, eben wieder den nicht ganz typischen Dienstleistungsbereichen finden wir Strukturen vor, wo das Mehr an Wertschätzung durch einen „ Aufpreis“ erworben werden kann. Wenn z.B. die Arzthelferin bei einer simplen Terminnachfrage fragt „ privat oder Kasse“, ist von vornherein klar, wer hier mehr im Mittelpunkt steht. Nun haben sich viele damit abgefunden, aber genau diese Resignation ist keine Basis.

Patienten unterhalten sich untereinander und übereinander. Da ist es nicht gut und erstickt jede Glaubwürdigkeit im Keim wenn von vornherein klar ist, wem hier mehr zugehört wird. Und das schlimmste ist, dass manche Kollegen solche Assoziationen noch hervorheben, in dem Sie unterschiedliche Wartebereiche anbieten. Da kann man ja nun nichts anderes mehr, als zu sagen „ jawohl, das Zweiklassensystem lebt“. Und warum funktioniert das? Weil viele auf einen Arzttermin angewiesen sind und nicht die Möglichkeit der Auswahl haben und das obwohl freie Arztwahl herrscht. In diesem Fall erscheint manchen Patienten dann jede Art der Empathie vielleicht sogar nur noch lächerlich.
Im Prinzip ist es ja nicht dramatisch, es gibt unterschiedliche Krankenkassen, genauso wie es unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Bedürfnisse gibt und auch Mittel sie zu befriedigen. Wichtig ist doch denjenigen im konkreten Fall wissen zu lassen, dass man sich bemüht herauszufinden was Sein Bedürfnis eigentlich ist. Und genau das ist es was jeder möchte. Wir wollen gesehen, gehört und wahrgenommen werden. Wenn man dann ganz offen kommuniziert, erklärt und gemeinsam abwägt was möglich und sinnvoll ist, bin ich mir sicher das ein Grossteil es verstehen wird, wenn man z.B. nicht direkt eine Verordnung über 20 Massagen und Fangopackungen ausstellen kann. Aber was zählt ist die Ehrlichkeit und die Offenheit mit der man gegenübertritt.
Auf der anderen Seite muss auch der Patient versuchen den Arzt zu verstehen und auch genau das offen zum Ausdruck zu bringen. Das ist die viel umschriebene Arzt-Patient-Beziehung, ein Dialog der auf Gegenseitiger Wertschätzung beruht.

Wenn sie allerdings Goldmünzen für eine Wertschätzung der Klienten brauchen, bekommen sie eben Goldmünzen. Gebt Caesar, was des Ceasars ist. Es ist sicherlich noch ein weiter Weg, aber es lohnt sich allemal darüber nachzudenken.  Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Über den Autor:

Dr. med. Andreas Lysson

Facharzt für Innere Medizin

Arbeitet im Aeromedical Center/ Medizinischer Dienst der Lufthansa

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 39 Followern an