Archiv für den Monat Juli 2012


Blog von Adrienne Fichter

Lieber Herr Strittmatter

Ich lese seit geraumer Zeit die Handelszeitung und habe mir neulich das Interview mit Ihnen zu Gemüte geführt. Leitthema des Interviews war die Frage, weshalb die Bindungen zwischen Auftraggeber und (Werbe-)Agenturen in den letzten Jahren fluktuativer geworden sind. Und wie sich der verschärfte Wettbewerb auf die Anbieter auswirkt.

Auf die Frage Ihres Interviewpartners, ob Sie für Ihre Kunden auch den Einsatz von Social Media anbieten, antworteten Sie unverfroren: „Wir setzen da externe Spezialisten ein, die nichts dagegen haben, für solche Sachen blöd genug zu sein“

Mal abgesehen von ihren offensiven Beleidigung Ihrer Partner, die sich offenbar gerne „intellektell unterfordern“ lassen, eine kleine Stellungnahme von Jemandem aus der betroffenen blöden Social Media-Gilde (da vermutlich wenig LeserInnen der Handelszeitung in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, ist es wohl die Erste dieser Art):

Ich selber arbeite nicht in der Werbebranche und auch Ihr Name war mir vorher unbekannt. Ihre…

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Ich sag mal


„VIELEN DANK, DASS SIE SICH FÜR MICROSOFT ENTSCHIEDEN HABEN!“ Es klingt so freundlich, wenn man sich entschließt, die Dienste des Software-Konzerns in der Computerwolke zu nutzen. Der Teufel steckt aber im Kleingedruckten. Wer hier moralisch, juristisch oder politisch über die Strenge schlägt, muss mit Sanktionen rechnen, wie die Tageszeitung „Die Welt“ am Wochenende berichtete: „Softwarekonzern sperrt plötzlich Nutzerkonten.“

Microsoft durchsuche offenbar Accounts – und legt sie lahm, wenn Inhalte darin gegen die AGBs verstoßen:

„Der Softwarekonzern Microsoft beweist in einem aktuellen Fall, welche Tücken Verbraucher bei der Verwendung von Cloud-Speicherdiensten im Netz erwartet. Der Konzern sperrte Nutzern den Zugang zu ihren Microsoft-Accounts, da sie auf Microsofts Servern Daten abgelegt hatten, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen haben. Ein Sprecher konnte auf Anfrage nicht ausschließen, dass bei der Suche nach solchen Daten Nutzeraccounts automatisch durchgescannt werden.“

In einem niederländischen Support-Forum hätten sich Nutzer darüber beschwert, dass Microsoft ihnen sang- und klanglos…

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Social Banking 2.0 - Der Kunde übernimmt die Regie

Das Internet ist kein „Geistheiler“ für schlechte Bankprodukte, die nur provisionsgetrieben sind. Der Clou besteht nicht nur in der Frage, in welcher Weise die sozialen Medien in Verbindung mit einer intelligenten Analyse der Geschäftsprozesse dazu beitragen können, die Transparenz und Beteiligung der „Crowds“ zu befördern.

Mehr noch: Wie lassen sich Innovationsprozess und Produktgestaltung sinnvoll auf den Kopf stellen? Aber nicht in der grauen Theorie, sondern durch harte und schmerzhafte Erfahrungen in der Praxis. Dazu bedarf es einer Social Media Strategie, die sich an „aussagefähige“ Analyse- und Prognosesysteme andockt. Dazu bedarf es intelligenter Votingsysteme, die Bedarf und Nachfrage der Stakeholder rund um die Uhr erfassen und ausbalancieren.

Bald könnten die Anleger selbst (mit) bestimmen, welche Kredite wie vergeben werden. Der Plattformbetreiber wird natürlich die Bonität prüfen und auch noch ein Auge darauf haben, welche Vorhaben aussichtsreich sind. In der Praxis ist das schwierig und nicht mit Werkzeugen von der Stange zu lösen…

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Ahnungslose Anlageberater, Produktwirrwahn und die In- transparenz. Wo liegt das Problem der Banken?


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Bild von Art of Feh: Wolf im Schafspelz

Spätestens nach Anfang der Finanzkrise ist es nun klar:  Mit den hoch polierten verfremdenden angekleideten Auftritten, Intransparenz, dem Kleingedruckten, der Ahnungslosigkeit der Berater und gepflegter Distanz haben Banken viele immer wieder in die Falle der Hochrendite verführt.  Nun haben sie eine weltweite Finanzkrise verursacht und auch noch unser Vertrauen verloren. Was tun?

Die Versuche das Vertrauen zurück zu erobern sind zahlreich. Was aber einige Banken mit bestimmten Aktionen zu bewältigen versuchen, ist nicht mehr auf diese Art zu bewältigen. Beispielsweise Q110 . Dabei wird es in einer Filiale der Zukunft…Moment…Filiale?

„Warum aber werden in den kommenden Jahren von den derzeit – glaubt man offiziellen Statistiken – rund 24.000 Bankfilialen in Deutschland, bis zum Jahr 2020 die Hälfte verschwinden? Klar, weil es wenig Sinn macht, eine hoch getunte Filiale wie die Q 110 aufzusuchen, deren Charme irgendwo in einer hybriden Erlebniswelt zwischen Ikea-Kindergarten, McDonalds, einem Drei-Sterne-Restaurant und einem Kinder-Forschungslabor, und nicht zu vergessen, einem Tschibo-Einkaufsladen stecken bleibt.“ – Lothar Lochmaier in seinem Artikel : Q 110: Die Zukunft der Bankfiliale? 11 Fragen und 0 Antworten

Apropos Kinder-Forschungslabor, das erinnert mich an etwas: Lieber Kinder von Banken fern halten, vielleicht sind sie ja viel zu beratungsresistent und gefährden damit die Bankenstabilität (1)  🙂

Hier das Video von Q110.  Dabei erkennen sie zumindest selbst, dass Q110  nicht nach einer Bank aussieht.  Was dort als Vorteil verkauft wird, riecht für mich nach Gold-Glänzender Ablenkung. Ob das irgendeinen Vorteil bringt, ist für mich fragwürdig. Ist das die „Zukunft des Bankgeschäfts“? Ich gehe nicht zu einer Bankfiliale um einen Latte Macchiato  zu trinken oder ein Buch zu kaufen, das ist schon mal sicher. Geht ein Wolf zu einer Herde weißer Schafe um „Bäähh“ sagen zu lernen?

Schwerpunkt eindeutig verfehlt! Mir scheint es so, dass das Problem ganz woanders liegt. Bei dem Artikel Anlageberater haben keine Ahnung vom Handelsblatt, bringt uns ibugra, als unabhängiger Anlageberater mit seinem einsamen Kommentar, langsam auf die Spur

„Aus der Sicht eines unabhängigen Anlagerberaters würde ich sagen, dass wir eher schlecht informiert werden, was genau z.B. alles protokolliert werden soll, wie die konkrete Ausgestaltung der gesetzlichen Vorgaben ist.
Auf fachlicher Seite gibt es dagegen keine Einschränkungen. Dies sehe ich eher im Bereich der Banken, die sich mit vielen häufig unsinnigen Produkten rumschlagen müssen, die zwischen Vorstand und Kreativabteiligung „erfunden“ werden.“

Wie sieht es mit dem Finanzprodukt aus, das sie uns bei Q110 verkaufen wollen? Unsinnig und hoch-komplex sodass Berater und sogar „unbewusste“ Banker sie nicht mehr verstehen können? Geht es nicht um das Produkt, wenn wir uns von Banken beraten lassen? Nach einer kurzen Unterbrechung geht es mit einer Buchrezension los:

Eine kundenorientierte Bank soll sich an objektive, am Kunden interessiert ausgerichtete Beratung konzentrieren, heißt es. Und was wollen die Kunden? Einige achten exklusiv auf die höchstmögliche Rendite, in der Tat sehr verführerisch. Andere vielleicht sind mit „normalen“ Renditen zufrieden und achten viel mehr darauf wofür das Geld angewendet wird. Und stellen sich die Frage was bewirkt mein Geld außerhalb des am Ende des Jahres auf mein Konto geschütteten Mehrgeldes? An wen wurde es geliehen? Welche Branchen werden hier Unterstützt? Vielleicht ändert sich grade jetzt ganz schleierhaft dieses, wahrscheinlich ungewünschte, Verantwortungsbewusstsein der Kunden gewaltig schnell.

Gunnar hat letztens in einem Beitrag über fehlende interne Unternehmenskommunikation in Krisenzeiten etwas formuliert, dass sich wunderbar ableiten lässt wie folgt: Bankkunden wollen in Finanzkrisenzeiten detaillierter über das große Ganze informiert werden. Verweigern ängstliche Banken wichtige Informationen, werden sie die Kunden der Zukunft verlieren.

Original – „Mitarbeiter wollen in Krisenzeiten detaillierter über das große Ganze informiert werden. Verweigert eine ängstliche Führung wichtige Informationen, florieren die Buschtrommeln.“

Wir brauchen von Banken mehr Transparenz, mehr Information über die Produkte und vielleicht werden auch Anlageberater besser beraten können und vor allem die Kunden werden besser entscheiden können. Begriffe wie Kundenorientierung und Erst-Klassiger-Service werden dann erst dadurch möglich. Aber anscheinend leben und florieren einige Banken eben von dieser Intransparenz.  Noch mehr Bankfilialen mit touchscreen und Parfümerie sind dabei nicht notwendig, Kunden zufrieden zu stellen und das Vertrauen des stetig wachsenden Verantwortungsbewusstseins der Kunden der Zukunft zurückzuerobern.

Bild: Art of Feh

 

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Ich sag mal

“Vergessen Sie Facebook”, so der Ratschlag des Beraters Klaus Eck in seinem Beitrag „Warum das Corporate Blogging besser als Facebook ist“. Zielgruppen erreiche man auch über das Bloggen.

„Einige sprechen von einem Blogrevival, obwohl diese nie wirklich verschwunden waren.“

Wer damit angefangen hat, muss allerdings auch Durststrecken einkalkulieren:

„Viele Blogger hören nach einigen Monaten wieder auf, weil sie nur wenig Feedback auf ihre Inhalte und kaum Traffic für guten Content erhalten. Die meisten Blogger leben nicht vom Schreiben, sondern nutzen es nur als ein Vehikel, um sich anderen mitzuteilen und sich darüber auszutauschen. Ohne Resonanz hält es dennoch kaum jemand durch, auf lange Sicht unentgeltlich ein Online-Magazin zu betreiben. Daher haben nur wenige die Disziplin und Leidenschaft aufgebracht, länger als ein oder zwei Jahre durchzuhalten“, schreibt Eck, der über dieses Thema auch ein Buch geschrieben hat.

Wer das neben seiner Arbeit realisieren wolle, benötigt eine große Ausdauer. Es könne…

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