AMBOSS: Vernetzes Lernen statt stures Pauken – Wie neue E-Learning-Angebote das Bildungssystem erobern


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Ende Oktober schrieb ich über eine neue medizinische E-Learning-Software namens AMBOSS, die vom Team der miamed GmbH auf den Markt gebracht worden ist. Seitdem pochen Suchbegriffe wie: „Erfahrung“ „Empfehlung“ und „Meinung“ im Zusammenhang mit AMBOSS in meiner Blogstatistik. Die Wünsche der Suchenden greife ich hier gerne auf.

Bei miamed hat sich viel getan – und das war nicht nur an der Landingpage zu erkennen. Seit Januar gibt  Medi-Learn einen extra für AMBOSS angepassten 100-Tage-Lernplan für das 2. Staatsexamen heraus. Medi-Learn selbst schreibt über AMBOSS:

„Ein wesentliches Resultat der Arbeit sind über 700 spezifische Lernkarten zu allen Krankheitsbildern, auf denen das Wissen in verschiedenen Formaten vermittelt wird, zum Beispiel als kurze Zusammenfassung, mit Vergleichen, in Bildern, Videos und so weiter. So wird der Bogen von der Pathophysiologie über Klinik und Therapie bis hin zur Prognose geschlagen.“

Und weiter:

„Dank der Möglichkeit, das gesamte Wissen jeweils punktgenau abzurufen, bietet sich AMBOSS als Begleiter schon während des Studiums und insbesondere natürlich für die Prüfungsvorbereitung an.“

Die Ausgangssituation für ein Medizin-Lernprogramm ist sicherlich nicht einfach, schließlich steht das Programm im Wettbewerb mit den Produkten alteingesessener medizinischer Fachverlage. Außerdem sind die Konkurrenzprogramme vielerorts aufgrund sogenannter Sammellizenzen für die Studenten kostenlos verfügbar. Warum also das Wagnis?

Die Antwort liegt wie immer im Produkt

Das lassen auch bisherige Kundenmeinungen vermuten. So heißt es in einer (zugegebenermaßen recht langen) Kundenrezension auf Amazon


Liebe_Detail“Es handelt sich hierbei um ein völlig neues Konzept. Anders als in den anderen Programmen bilden die IMPP-Fragen mit anschließenden Komentaren zu den Antworten nicht die alleinige Säule des Programms; es kommt noch eine zweite Säule von Lernkarten dazu. (…) Merksätze, kommentierte Bilder, eine Markierfunktion wichtiger Inhalte und eine Einordnung in IMPP-Relevanz jeder Lernkarte ergänzen den gut verständlichen Text. Wer sich mit dem Programm anfreundet, kann daher eventuell auf den Kauf des einen oder anderen Buchs verzichten. (…) Zu allen Antworten gibt es prägnante Kommentare, die sich meiner Meinung nach qualitativ von den teilweise „lieblos hingeklatschten“ Mediscript-Kommentaren deutlich abheben. (…) Aber nun zum wirklich interessanten Teil: Das ganze Programm befindet sich noch in Entwicklung und ist – wie ich verstanden habe – so angelegt, dass es ständig erneuert, erweitert und verbessert werden soll – vom Prinzip ähnlich wie Wikipedia. Jeder User ist dazu aufgerufen sich an einer Weiterentwicklung zu beteiligen, so laden überall Feeback-Buttons sowie ein immer aufrufbares Menü „Kontakt und Ideen“ dazu ein, gute oder mangelhafte Teile des Programms zu kommentieren. Es besteht auch die Möglichkeit komplett neue Funktionen im Programm vorzuschlagen, die dann durch die Administratoren/Programmierer/Experten überprüft werden. Beachtenswert ist, dass ich auf meine Vorchläge bisher immer spätestens nach 24 Stunden eine persönliche, ausführliche E-Mail-Antwort bekommen habe.“

Verbesserungen mit aktiver Beteiligung der Nutzer

Medizinstudenten klagen über die Starrheit und Userunfreundlichkeit der traditionellen Programme. Auch mich hat deshalb bei AMBOSS vor allem die Möglichkeit zur interaktiven Mitgestaltung begeistert. Didaktisch ist es mindestens genauso gut wie die bekannten Programme, wirkt auf mich aber hinsichtlich Aufbau und Design viel ansprechender. Entscheidender Vorteil: Man kann bei offenen Fragen häufig auf das Googeln oder lästiges Nachschlagen in Büchern verzichten. Vielversprechend sind die angekündigten Verbesserungen bei der weiteren Personalisierung der Lernkarten, der Fragenauswahl und der multimedialen Tools.

Lösungsorientierte Kommentare

DidaktischPositive Usermeinungen findet man natürlich über alles irgendwo. Ein Artikel im Ärzteblatt scheint mir aber doch etwas Besonderes zu sein. Daher hier ein Ausschnitt aus der Januar-Ausgabe. Dort heißt es:

„Den Studierenden werden Hilfsmittel an die Hand gegeben, die sie zur Lösung führen. Dazu steht etwa der „Oberarzt“ zur Verfügung, der dem Lernenden sinnvolle Hinweise gibt. In Bildmaterialien (wie Röntgenaufnahmen, EKG) können die entscheidenden Strukturen farblich hervorgehoben werden, um das Auge in dem Erkennen auffälliger Befunde zu schulen. Nach Beantwortung einer Frage wird ein zur Antwort passender Kommentar eingeblendet. Das Programm erklärt bei einer falschen Beantwortung, wieso die Antwort falsch ist. An jeder Stelle kann der Studierende selbst entscheiden, ob er tiefer in ein Thema eindringen möchte, indem er auf die verlinkte Lernkarte zurückgreift. Fortgeschrittene werden so nicht durch redundantes Lesen aufgehalten. Gleichzeitig erhalten Anfänger Empfehlungen dazu, welche Themen sie nacharbeiten sollten.“

Lust auf die Abwrackprämie

Ich werde die Entwicklung dieser jungen Firma auf jeden Fall weiterverfolgen. Und wünschte mir, sie würde auch für andere Anwendungsfelder solche E-Learning-Programme entwickeln, damit man Altlasten entsorgen kann. Apropos: Für Medizinstudenten hat miamed schon eine Lösung parat. Seit Kurzem gibt es eine sogenannte “Abwrackprämie” für all die Leute, die ähnliche Gefühle bekommen haben wie ich, aber auf einem der Konkurrenzprogramme hocken.  🙂

Vernetzt Euch!

AMBOSS from miamed Team on Vimeo.

 

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