#Viralmarketing: Viral oder nur #Marketing wie bisher?


Viralmarketing ist nichts anderes als Marketing ohne Virus

Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht über den Begriff Viralmarketing und über dessen heutige Bedeutung und Nutzung nachdenke. Ich komme letztlich nicht mehr damit zurecht, wenn man solche Videos HIER als Viral Marketing Best Case nennt. Daher möchte ich in diesem Artikel ein paar Gedanken niederlegen. Und wenn möglich weiterentwickeln, falls Ihr einverstanden seid.

Um auf die Antwort zu kommen, warum es viral genannt wird, reicht ein Blick auf Wikipedia. Wenn schnelle Aufmerksamkeit die Absicht ist, sollten wir es Aufmerksamkeitsmarketing nennen. Was wiederum nichts anderes wäre als unsere altbekannte Marketingaktivität. Zwar im Internet und mit Nutzung ihrer Eigenschaften, aber das ist eben Werbung. Manchmal verbreitet sich etwas mehr, manchmal weniger. Also, Marketing-Alltag. Eine Million Views eines Videos kann zwar den Machern ein Erfolgsgefühl bereiten, aber wo ist das infektiöse Etwas? Ein Virus ist weitaus mehr als nur Views und Likes.

Ich tendiere in der letzten Zeit “Viral” von “Marketing” zu trennen. Und machte mich auf die Suche nach den Viren des Marketings. Was heute Viral im Zusammenhang mit Marketing gebracht wird, ist auch nur alltäglicher Content im Internet, der sich durch seine Qualität schnell verbreiten lässt, aber kaum Mehrwert für die Marke schafft.

Beginnen wir mit meinen Hauptgedanken:

Marketing ist ein Business: Also, es geht um Geld. Marketing sollte den Vertrieb unterstützten, heißt es. Ob solche Videos den R von OI bringen, wird für mich immer unklarer. Sie Unterhalten mich zwar herrlich, aber mehr ist es auch nicht. Wenn man was verkaufen möchte, muss man am Kern der Sache arbeiten und nicht nur Kosmetik benutzen, um immer wieder Luft nach zu schnappen bevor man ertrinkt.

Internet ist von Natur aus “Viral”: Das hohe Verbreitungspotenzial eines Inhalts im Internet ist ein natürlicher Effekt der Vernetzung. Eine Marketing-Praktik im Internet viral zu bezeichnen, weil der Content sich schnell verbreitet, scheint mir langsam redundant zu werden. Mir fehlt der Virus. Der Hauptaktör.

Ein echter Virus produziert Mehrwert: Werte schafft man nicht, indem man nette, ausgeklügeltere Werbung ins Internet stellt, die in einer Zielgruppe oder in großeren Kreisen Anklang findet. Das kennen wir ja schon. Das ist Marketing wie vor hundert von Jahren.

Meine ergänzenden Gedanken:

Die Marke muss nicht unbedingt erkennbar sein: Auf der Suche nach dem wirklichen Virus erkannte ich andere Aspekte. Ein Virus lässt eine Marke erst spät erkennen. Das heißt, wenn in einem Video eine Marke sofort ins Auge sticht, läuft es Gefahr, zur normalen Werbung enttarnt zu werden. Die Betrachter schalten dann auf Verteidigung: Werbespot, nein danke. Ein gestärktes Immunsystem lässt keine Infektion zu.

Ein Virus ist keine Leere Hülle. Innen drin ist das Entscheidende. Die DNA. Damit Viren ihre Information an andere Zellen weitergeben können, um ihre volle Kraft zu entfalten, müssen die anvisierten Körper ihre Immunsysteme runtergefahren haben. Vielleicht liegt die bessere Annahmebereitschaft für unterhaltsame Videos an ihrer weniger erkennbaren Manipulation. Zudem macht uns ein Lächeln weich.

Ich meinte oben extra “nicht unbedingt” weil das Problem hier nicht an der Erkennbarkeit der Marke liegt, sondern eher an dem fehlenden Effekt des Virus.

Zwischenfazit

Viralitätsmarketing sollte eine Strategie sein, mit allem was dazu gehört, aber wo am Ende die Marke an Mehrwert gewinnt. Am besten auf Basis indirekter Assoziationen mit dieser. In diesem Sinne denke ich, dass ein Video nicht allein deshalb als viral bezeichnet werden sollte, weil es sich gut verbreitet. Virale Videos sollten zumindest einen ansteckende DNA enthalten. Was man meistens sieht, ist leere Unterhaltung. Es sollte eine neue Idee anreichen, ein neues Verhalten produzieren, das von vielen Menschen nachgeahmt wird. Den Status Quo nachhaltig verändern und damit einen neuen Wert für die Menschen erzeugen, der so letztendlich für die Marke steht.

Und zum Schluss: Ich habe schon mal gehört: “Es ist bekannt, dass sich etwas Schlechtes acht Mal mehr verbreiten lässt”. Von daher Vorsicht mit Euren sogenannten “Viral-Videos” im Internet 🙂

Ich werde eine passendes Virus finden und dann darüber berichten.

Vernetzt Euch!

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7 Gedanken zu „#Viralmarketing: Viral oder nur #Marketing wie bisher?

  1. Und jetzt stellen wir uns vor, dass wir die Idee einer ausgewogenen, Gemeinwohl-orientierten Gesellschaft genauso viral verbreiten, in etwa so:
    [youtube0http://www.youtube.com/watch?v=1qzzYrCTKuk]

  2. sorry, bitte statt „0“ ein „=“ nach „[youtube“ einsetzen und diesen Kommentar wieder löschen 🙂

  3. greich sagt:

    Oh ja! Ganz sicher!!! Gemeinsam sind wir viel stärker als man sich vorstellen kann. Liebe Grüße Martin (:

  4. […] Viralmarketing ist nichts anderes als Marketing ohne Virus Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht über den Begriff Viralmarketing und über dessen heutige Bedeutung und Nutzung nachdenke. Ich komme …  […]

  5. […] verstärkt werden? Eine kritische Einschätzung zu diesem verbreiteten Videos findet sich im Blog “Im Zuge der Zeit”  ♦ […]

  6. Sind da einige Beispiele von gute virales marketing von Deutsche Firma??

    • greich sagt:

      Du hast vollkommen Reicht, es fehlt ein Beispiel. Ein echtes Virus im Sinne des Gesagten zu finden ist keine leichte Aufgabe. Wenn ich einen finde, werde ich es als Nachtrag ergänzen. Herzlichen Dank für das Kommentar

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