Archiv der Kategorie: Im Zuge der Zeit

Ökonomie und Bildung


Korrumpierte, verdorbene Nahrung ist schlecht, aber nicht weil es Essen ist, sondern weil es korrumpiert ist: An sich ist Essen gut, und deshalb ist es gut, dafür zu sorgen, dass alle Menschen qualitativ hochwertige Lebensmittel erhalten.

Korrumpierte, verdorbene ethische und politische Handlung ist schlecht, aber nicht, weil sie ethische und politische Handlungen sind, sondern weil sie korrumpiert sind: An sich ist Ethik und Politik gut, und deshalb ist es gut sicherzustellen, dass alle Menschen eine ethische und politische Bildung von guter Qualität erhalten.

Das reicht jedoch nicht aus, denn die Ökonomie  (Der kulturelle, institutionelle, ökologische Aspekt, der sich aus den Elementen zusammensetzt, deren Verhalten durch menschliche Arbeit, durch Handlungen des menschlichen Willens begründet ist), entfaltet sich nicht nur in zwei Säulen – ethischen und politischen- , sondern in drei.

Die Ethik – die „ethische Ökonomie“ – ist das Feld der Individualität. Es ist die Regierung eines Menschen über sich selbst, d.h. der Raum der inneren Arbeit, in dem der Einzelne seinen Charakter pflegt (Ethos  – griechisch – ἔθος, Sitte).

Die Sozialität – die „soziale Ökonomie“ -, die das Feld des besonderen gemeinschaftlichen privaten Außenlebens ist, ist die Regierung von Teilen der Gemeinschaft über sich selbst, d.h. den privaten Raum, der sich in den Bereichen der Freundschaft (d.h. Selbsthingabe), Philanthropie (z.B. Spende) und Markt (d.h. Austausch der Dinge) entfaltet. Und damit die in der Gesellschaft geäußerte/ zum Ausdruck gebrachte Individualität. (polis – griechisch – πόλης, Stadt).

Und es gibt auch die Politik – die „politische Ökonomie“ – ist das Feld des gemeinschaftlichen Außenlebens als Ganzes. Ist die Regierung einer Gemeinschaft – als Ganzes – über sich selbst, d.h.  die Regierung des öffentlichen Raums, in dem die Mitglieder der Gemeinschaft als Ganzes Gesetze, und die mit den Gesetzen unterstützenden Institutionen zur Förderung des höheren gemeinsamen Interesses, pflegen. (nomos – griechisch Νομός – Gesetz)

Diese drei Bereiche beeinflussen sich gegenseitig, und sind zueinander unausweichlich bedingt. Sie bilden eine Art „Dreifaltigkeit“ der menschlichen gemachten Ordnung der Ökonomie. Unsere Aufgabe daher ist die drei Bereiche in gegenseitige Wirkung das Haus in Balance zu bringen. (oikos – griechisch – οίκος , Haus)

Eine souveräne, autonome Gesellschaft kann nur eine solche werden wenn alle Menschen, die die Gesellschaft bilden, die gleichen Möglichkeiten erhalten, ethisch, sozial und politisch ausführlich ausgebildet zu werden. Und ist Voraussetzung einer funktionierenden Ökonomie.

Menschliches Handeln entsteht aus dem individuellen Willen, der nicht allmächtig ist und zum Teil durch bereits etablierte ethische, politische und nationale Institutionen bedingt ist. Willen, das frei bleiben will und soll, um diese Institutionen zu verändern und damit die Gestaltung der wirtschaftlichen Entwicklung fortwährend zu justieren. Daher, ist der grundlegende Umfang der ökonomischen Dynamik dieser der Ethik, dem Raum der freien Individualität.

Aber die Gestaltung der wirtschaftlichen Entwicklung hängt nicht vom Charakter eines einzelnen Individuums ab, sondern vom vorherrschenden Charakter einer Volkswirtschaft; und das wiederum hängt vom politischen Bereich ab. Konkret; von der Bildungspolitik, soweit sie in der Lage ist, die ethische Bildung zu beeinflussen. Bildungspolitik existiert immer entweder positiv, indem sie eine ausgeglichene Richtung vorgibt, oder negativ, indem sie eine unausgeglichene, oder keine Richtung vorgibt. Das gilt für jedes Thema, einschließlich der Ethik.

Die Aufgabe der Mitglieder der Völker-Gemeinschaft besteht darin, herauszufinden, was genau eine qualitativ hochwertige ethische Bildung ausmacht, d.h. eine qualitativ hochwertige ökonomische Entwicklung zu fördern und von dort aus eine Bildungspolitik zu betreiben, die eine solche ethische Bildung fördert.

In Volkswirtschaften in denen eine korrupte ethische und politische Bildung angewandt wurde, die immer tragische Ergebnisse bringt, gibt es verständlicherweise Misstrauen gegenüber einer solchen Bildungspolitik. Es ist jedoch notwendig, die Anstrengungen zu unternehmen, die zweifellos sehr groß sind, um diese traumatische Erfahrung zu überwinden und gemeinsam eine ethische Bildungspolitik von guter Qualität zu suchen. Die gute Entwicklung des menschlichen Lebens, in den Bereichen Individualität, Sozialität, Freundschaft, Philanthropie, Markt und Politik, hängt davon ab. Dasselbe passiert mit dem Misstrauen an der direkten Demokratie.

Jeglicher Konflikt, der in einer Auslöschung von Menschenleben oder in einem ähnlichen selbstdestruktiven Verhalten ausufert, weist ausdrücklich auf einer Gesellschaft hin, die einen oder anderen diesen drei Aspekten missbraucht. Das ist, und hier sind wir alle einig, nicht anstrebenswert.

Wenn die Gemeinschaft eine gute Qualität in der Bildungspolitik schafft, wären die heute genannten „Populisten“ oder „Radikalen aller Art“ so gut wie Wirkungslos. Denn es würde souveräne autonome Individuen hervorbringen, die die Ungereimtheiten schnell durchblicken. Eine souveräne autonome Gesellschaft kann nur eine solche werden wenn alle Menschen, die die Gesellschaft bilden, die gleichen Möglichkeiten erhalten, ethisch, sozial und politisch ausführlich informiert und ausgebildet zu werden.

Vernetzt Euch!

Die Idee könnte man sich Beispielweise bildlich so vorstellen:

 

 

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Getaggt mit , , ,

„Lässt man das Unperfekte nicht mehr zu, reduzieren wir uns auf Maschinen.“


Brauchen wir eine Technologie, die auf einer Drei-, Vier- oder Mehrwertigen Logik beruht?!
Ein erleuchtender Beitrag, in zwei Teilen, von Conny Dethloff und Andreas Schiel über Big Data, Entwicklung und Auswirkungen der aktuellen Digitalisierungs-Wahn.

Digitalisierung gemeinsam gestalten

robot-507811_640Digihuman im Dialog mit Conny Dethloff, Teil 1/2

“Digitalisierung: Was passiert da gerade eigentlich?” fragt die OTTO Group und hat eine Blogparade zur Digitalisierung ausgerufen. Dass man sich dort auch grundsätzliche Fragen stellt und einem Dialog öffnet, finde ich gut. Und deshalb habe ich Conny Dethloff, der bei OTTO für ‘Business Intelligence’ zuständig ist und die Blogparade mit einem hervorragenden ersten Artikel eröffnet hat, zum Dialog auf digihuman.org eingeladen. In unserem Gespräch wird deutlich: Die Digitalisierung treibt eine Entwicklung auf die Spitze, die vor vielen Jahrhunderten mit Naturwissenschaften und Technik begann und nun mehr und mehr zu einer Entfremdung des Menschen von sich und seinesgleichen führt. Was können wir tun, um diesen Prozess aufzuhalten?

Andreas Schiel Lieber Conny, ich freue mich, dass Du dabei bist! Gerade hast Du einen sehr grundsätzlichen Blogartikel über die Digitalisierung geschrieben, ein Thema mit dem Du ja auch beruflich viel zu tun hast. In dem Artikel…

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Netzökonomie-Campus auf der #Cebit15 in Halle 5 #Mittelstandslounge: Konzepte und Ideen für die vernetzte Wirtschaft


Netzstrategien für die Wirtschaft

Da gibt es wohl noch Nachholbedarf bei den Räten. Da gibt es wohl noch Nachholbedarf bei den Räten.

Stichworte wie industrielles Internet, Industrie 4.0, Smart Cities und die Aktivitäten der Silicon Valley-Giganten betreffen mittlerweile jedes Unternehmen, ob klein oder groß, ob produzierendes Gewerbe oder Dienstleistungen.

„Da schaut man zuerst auf Arbeiten der Wirtschaftswissenschaften, um Orientierungshilfe zu bekommen, wie die Welt der digitalen Transformation für das Management begreifbar und besser handelbar wird und wie ein Unternehmen in der digitalen Ökonomie bestehen kann“, schreibt Arno Rolf, Professor für Informatiksysteme in Organisationen und Gesellschaft, in einem FAZ-Gastbeitrag.

Das Objekt der Betriebswirtschaftslehre sei nicht mehr allein die einzelne Unternehmung.

„Der Fokus ist auch auf ihre Einbindung in Netzwerke gerichtet. In Netzwerkorganisationen haben einzelne Unternehmen keine scharf umrissenen Grenzen mehr“, so der Uni-Professor aus Hamburg.

Ein Rückzug auf die „Kernkompetenzen“ eines Unternehmens funktioniert nicht mehr. Da vieles nicht mehr selbst entwickelt und hergestellt, sondern an Spezialisten im Netzwerk ausgelagert werde, hat das Management vor…

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Vergesst unternehmerisch mitdenken – wenn ihr nicht „gekillt“ werden wollt


Schlachtes Blog

Unternehmensspitze und Mitarbeiter verstehen sich nicht immer. Sie sprechen die gleiche Sprache und doch werden Botschaften der Geschäftsführung teilweise gar nicht oder nur ein wenig gehört. Edgar Schein, gilt als Mitbegründer der modernen Organisationsentwicklung, formulierte es sinngemäß so: „In Organisationen wird nur gehört, was auch gehört werden will.“ Deswegen braucht es einen gescheiten Lernprozess.

Ergänzt um die Theorie U – weiter unten finden Sie Fragen zur Selbsteinschätzung.

In Organisationen, die aufgrund von Marktdruck Schwierigkeiten oder Herausforderungen erleben, wächst der Wunsch, dass die Leute mehr unternehmerisch mitdenken sollten, um schneller und innovativer im Markt zu sein. Eine grundsätzlich gute Idee mit einer guten Absicht doch mit falscher Umsetzung: Das wird dann meist zentral – als eine Art Anweisung – in Szene gesetzt: „Denkt mehr mit! Traut Euch. Denkt unternehmerisch! Kommuniziert auf Augenhöhe!“. Manche der Zuhörer bemerken ketzerisch: „Ja, das gilt, solange ich das mache was Du Dir als Chef auch…

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Andreas Klug von ITyX im Interview – über disruptive digitale Veränderungen, künstliche Intelligenz und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt #CCW2015


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Menna war – Feldschreiber des Königs-. Sein Grad in Theben ist mit Landwirtschaftlichen Szenen reich geschmuckt.

Interview mit Herrn Klug, Vorstand / Chief Marketing Officer der ITyX, zur Veröffentlichung des Whitepapers „Erfolgreich im Digitalen Wandel“

In Eurem Whitepaper „Erfolgreich im Digitalen Wandel“, das erste einer geplanten Reihe von branchenspezifischen Veröffentlichungen zur Digitalisierung, seht Ihr „Digitale Ökosysteme“, die die Service-Ökonomie verändern werden. „Kundenservice-Verantwortliche sollen Ihren Wertbeitrag in der Digitalen Welt überdenken“. Unten einige Kernaussagen:

  • Für fast alle klassischen Geschäftsmodelle gilt: wer bis 2020 nicht ein alternatives, der fortschreitenden Digitalisierung gerecht werdendes Geschäftsmodell entwickelt hat, wird unter dem disruptiven Druck des Wettbewerbs leiden anstatt ihn selbst auszuüben.
  • Disruptive Veränderungen erfassen die Ökonomie mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Das verändert die IT. Digitale Innovation entsteht längst nicht mehr in den Unternehmen, sondern in Digitalen Ökosystemen – und durch die Konsumenten.
  • Die neuen Digitalen Geschäftsmodelle werden erst möglich, weil ein smartes Ökosystem entstanden ist. Contact Center und Service- Organisationen sind aber – Stand heute – nicht Teil dieses Ökosystems.
  • Geschäftsmodelle müssen künftig strikt aus Kundensicht durchdacht und gestaltet sein.
  • Call Center müssen ihren Wertbeitrag für den Konsumenten überdenken.
  • Abwarten ist keine Option mehr.

Sind diese Tatsachen nicht bereits beim Management angekommen? Und liegt nicht die wahre Schwierigkeit in der Umstrukturierung, also beim Change Management? Bei der internen Anpassung an die veränderte externe Realität und bei allen anderen Aspekten, die hier mitwirken? Wie siehst Du das? Und welche wären für dich die kritischen Punkte für diese Transformation? 

Unternehmen brauchen eine neue DNA, um den digitalen Wandel zu überleben

Menschen hassen Änderung. Wir lassen ungerne „Gewohntes“ zurück und drücken uns gerne davor, Innovatives zu wagen. Schauen Sie alleine, wie wir ein Musikinstrument lernen: der Lehrer macht es uns vor und wir versuchen das Beobachtete exakt nachzuahmen. Einfach loszuspielen käme uns nicht in den Sinn. Mit diesem Gefühl wähnen wir uns in einer zweifelhaften Sicherheit, nichts „Falsches“ zu tun. Im Digitalen Wandel sind aber andere Tugenden gefragt. Steve Jobs hat mit dem iPhone den Digitalen Wandel mit eingeläutet. Er ist aus damaliger Sicht über das „Denkbare“ hinaus gegangen. Er hat Dinge in Frage gestellt und sein Geschäftsmodell neu aufgesetzt. Das ist die DNA, die im Digitalen Wandel hilft. Kurskorrekturen werden in vielen Branchen nicht ausreichen. Und ja: In Europa fehlt uns vielleicht ein wenig dieser Gründergeist. Oder zumindest seine Unterstützung. In den USA sitzt das Risiko-Kapital einfach lockerer. Während Investoren in den USA einsteigen, weil sie an die Überlegenheit des Geschäftsmodells glauben, studieren wir die Business Pläne und warten ab. Wir stehen Innovationen skeptisch gegenüber.

Die CCW 2015 – die führende Service-Messe in Europa – steht vor der Tür. Was stellt ITyX in diesem Jahr für Neuigkeiten vor?

Für uns steht die CCW in diesem Jahr unter dem Motto „Be Smart“. Smarte Software vereinfacht und beschleunigt Service-Prozesse. Neben einer neuen Version unserer Multichannel-Plattform CONTEX zeigen wir eine neue Lösung für Predictive Analytics – die Echtzeitanalyse von Daten-Streams aus allen relevanten Unternehmensquellen.

Im Whitepaper wird davon gesprochen, dass die Technisierung alltäglicher Prozesse in weitestgehend autonom abgewickelten Wertschöpfungsketten Jobs kosten wird. Ist das ein möglicher Grund für die Zurückhaltung von deutschen Unternehmen gegenüber Software mit künstlicher Intelligenz? 

Innovationsskepsis können sich Unternehmen auf Dauer nicht leisten

Ich sehe mich selbst durchaus als einen Futuristen. Von daher bin ich Optimist und beurteile Technologie immer danach, wie sie der Ökonomie und den Menschen helfen kann. Mich motiviert der Digitale Wandel Tag für Tag. Und ich glaube, dass wir in der zweiten Hälfte der Dekade vor fundamentalen Veränderungen stehen, die durch die Vernetzung von Wertschöpfungsprozessen, Ressourcen, Daten und Kommunikation entstehen. Künstliche Intelligenz ist ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung.

Neue Gegebenheiten bringen auch neue Entwicklungen. Denn bei dem aktuellen Entwicklungssprung bewegen wir uns in die Richtung, dass immer weniger Menschen gebraucht werden. Das ist eindeutig wahrnehmbar. Zum Beispiel in der Landwirtschaft. Bald brauchen Landmaschinen auch keinen Fahrer mehr, werden miteinander kommunizieren und sich per Smartphone oder Tablet steuern lassen. Raubt die nützliche Technologie den Menschen ihre Lebengrundlagen oder sollen wir die Arbeit, so wie wir sie kennen, neu erschaffen?

Die Frage, welche Auswirkungen vernetzte Digitale Ökosysteme, die sich weitestgehend selbst abwickeln und optimieren, auf viele Arbeitsplätze haben werden, ist ein zentraler Aspekt der neuen Service-Ökonomie. Aufzuhalten ist diese Entwicklung allerdings nicht. Schon immer hat die Technisierung von Wertschöpfungsketten disruptive Verschiebungen ausgelöst. Denken Sie an die Japaner, als sie in den frühen Achtzigern erstmals ihre Autos mit Robotern zusammensetzten und wir in der Produktion in Deutschland auf Kurzarbeit gehen mussten. Stets haben Veränderungen Jobs gekostet und an anderer Stelle neue Stellen geschaffen. Das wird diesmal nicht anders sein.

Andreas, ich wünsche Dir und ITyX viel Erfolg und herzlichen Dank für das Interview.

Vernetzt Euch!

 

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Andreas Klug beschäftigt sich seit 1993 mit innovativen Lösungen im Contact-Center-Umfeld. Als Senior Consultant betreute er im Banken-/Mobilfunk-Umfeld Themen wie ACD-/CRM-Integration, bevor er 2003 Mitglied im Vorstand der ITyX wurde. Er verantwortet Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der ITyX Gruppe.

 

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