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#Menschen X #Maschinen: Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei?


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Neulich haben mich zwei verschiedene Dinge im Internet auf folgende Gedanken gebracht. Eines darüber, dass Ärzte auch mal was tun müssen, um im Zuge der Zeit zu bleiben. Und des andere über unser Bildungssystem. Den letzteren Gedanken möchte ich in diesem Artikel zum Ausdruck bringen.

Das erste, was ich gesehen habe, war das folgende Video von Gunter Dueck. Es geht um die Konkurrenz zwischen Menschen und Maschinen. Und das zweite war ein Artikel von Herrn Zöbisch über die Unersetzbarkeit von menschlichen Fähigkeiten. Natürlich haben beide Aspekte für mich einen eindeutigen Zusammenhang. Was mich letztendlich zur Frage brachte: Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei?  Zunächst einmal schaut Euch das Video an.

Das Ei kam wohl zuerst und macht das Huhn nicht deshab dümmer

Dueck sagt, dass Maschinen mehr wissen als ein Anfängerarzt. “Irgendwann sind Computer klüger als wir”. Und ich sage: Nie im Leben!  Er schließt daraus die Notwendigkeit, dass wir mehr “wissen” müssen als Computer. GERINGE Bildung hilft nicht mehr, weil die Maschinen es schon besitzen. Danach prädigte er ein Hochbildungsland.

Jack the Ripper sollte mal gesagt haben: Lass es uns in Teile zerlegen. Ich folge dann Mal seinem Rat:

  • Wenn man das Video richtig anschaut, erkennt man einen Cut. Bevor Her Dueck nach diesem Cut sagte: “Im Grunde nur richtig gut verdienen können Leute, die jetzt ein Fähigkeits-Level haben, das über jenen Routinetätigkeiten liegen, die Computer bereits übernohmen haben”. Und dabei sieht er eine “Spaltung” der Welt. Zu wenig Leute “bemühten” sich über den Stand der Computer zu kommen. Spaltung? Bemühen sich die Menschen zu wenig? Nein…sicher nicht. Diese Spaltung kommt erst durch unser Bildungssystem zustande, das uns wie Maschinen bildet (siehe dazu besonders: http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U). Wiederholung von Fakten. Das können Maschinen besser.

  • Was meinte er mit geringer Bildung? In dem Beispiel hat der Anfänger-Arzt wohl eine Universität besucht und weiß danach weniger als eine Röntgenmaschine? Vermutlich ist eher was an der Bildung nicht richtig?

Wissen ist interpretierte Information. Computer ist programmiertes Wissen

Die Intelligenz von Maschinen geht nur soweit, wie wir sie programmieren. Und unsere Intelligenz geht auch nur soweit, wie sie uns durch Bildung programmiert wird. Was uns von Maschinen unterscheidet ist unsere Fähigkeit, den aktuellen Wissensstand neu zu interpretieren. Das können Computer (noch?) nicht. Da muss erst ein Mensch ran. Vielleicht sollten wir uns damit befassen, dass Studenten nicht – nur – da sind, um akzeptierte Fakten einfach zu wiederholen. Hier in Form des Bedieners einer Maschine. Programmiertes zu wiederholen sollte die Aufgabe von Maschinen sein und nicht von Studenten. Sie sollten natürlich auf den aktuellen Faktenstand kommen, aber dann darüberhinaus gehen. Und das in einer Universität.  Sie sollten gefördert werden selbst zu denken. Sie sollten im Bildungsinstitut Raum dafür zur Verfügung gestellt bekommen. Inspiriert werden, ihre Kreativität aufs Maximum zu bringen. Ihre Sicht der Welt zum Ausdruck bringen zu können.

Wir können und sollten ruhig viele unserer Aufgabe den Computern überlassen. Tun wir bereits. Dafür sind sie da und es dient uns. Das ist Entwicklung! Entwicklung kommt nur zustande, wenn wir anhand der aktuellen Wissens-Level, diese hinterfragen.  Daran haben wir die letzten 100 Jahren gearbeitet. Und nun machen uns Maschinen dumm? Nein! Ich bin eher der Meinung, dass sie uns den Zugang zum Generieren von neuem WISSEN verschaffen. Dass die neue Generation nicht richtig dafür vorbereitet ist, liegt eben an unserem Bildungssystem. Wir brauchen ja eine andere Herangehensweise an Erziehung/ Bildung unserer Jüngeren. Eine im Zuge der Zeit, in der Menschen ihre Potentiale entfalten können und nicht durch Maschinen dumm gestellt werden.

Machinen können schneller auf WISSEN kommen

Maschinen haben wohl eine Eigenschaft, die wir nicht besitzen. Sie müssen nicht geboren sein und im Laufe von 25 Jahren Wissen aneignen. Sie bekommen alles übertragen in wenigen Minuten. Oha! mir ist Angst und Bange!

Bis ein geborenes Kind sich alles aneignet, was in einem Computer drin steckt, z.B. sämliche heute verfügbaren medizinischen Informationen, sind ja mindestens schon 20 Jahre vergangen. Und in dieser Zeit wäre der Medizinstudent noch nicht auf dem Status des  Hochbildungsnieveaus angelangt. Während dessen haben schon Andere, die alles hinterfragen, und neues Wissen generieren, neue Informationen in die Maschinen rein programmiert und der neue Änfäger-Arzt ist schon wieder überholt. Was nun?

Wir sollten Voraussetzung schaffen, ständig Wissen zu hinterfragen. Das können Computer – noch –  nicht, und sie werden es nie können. Das tun wir, auf Basis unserer gemachten Erfahrungen!  Wir brauchen eine neue Herangehensweise im Bildungssystem: Erfahrungen sammeln und lernen, neue Informationen gegen diese gemachten Erfahrungen abzuschätzen und im Erkennen von Zusammenhängen zu neuem Wissen zu kreieren.

Ich denke, mehr Fakten kennen zu wollen als Computer gespeichert haben, ist verlorene Zeit. Denn Maschinen werden Fakten ständig kumulieren und dies wahrscheinlich ad infinitum. Sie werden immer den Studenten voraus sein. Entweder ändern wir die Form der menschlichen Bildung oder wir entwickeln eine Möglichkeit des Wissensabgleichs zwischen Maschinen und Menschen. Eine Art mechanische Telepathie. Schau Mal HIER.  Ja, da machen sich Leute schon Gedanken darüber. Leider nicht unsere deutsche Studenten….

Vernetzt Euch

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Was Ärzte heute können, können nicht nur Ärzte…Und der Spotydoktor


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Wie bitte?

Liebe Ärzte, natürlich möchte ich provozieren, es ist aber gut gemeint. Dieses Thema wird aktuell überall debattiert. Werden Maschinen unsere Aufgaben übernehmen? Ich habe eine gute Nachricht. Ja, sie tun es bereits. Und wenn Maschinen unsere Tätigkeiten übernehmen, ist es höchste Zeit, neue Aufgaben zu suchen und die Maschinen zu unseren Gunsten zu nutzen.

Muss ich unbedingt zum Arzt gehen? Kinder bitte nicht nachmachen.

Ich spiele mit den Kindern und bekomme eine Prellung am Mittelfinger. Später ist der Finger nicht nur doppelt so groß wie sonst, er wird auch noch blau. Ich befrage GOOGLE – nicht einen Arzt –  für die beste Behandlung in diesem Fall. Schaue mir 3-5 Seiten über die Behandlung von Prellungen an und behandle mich selbst. Drei Tage später war mein Finger wieder in Ordnung. Nach einer Woche mit intensivem Onlinetraining könnte man “Spezialist” in Sachen Prellungen werden. Es ist Wahnsinn, wie viele Informationen man online findet. Es ist faszinierend.

Laufband-Gesundheitssystem

Was wäre passiert, wenn ich mich trotzdem entschieden hätte, einen Arzt aufzusuchen? Was hätte mir der Arzt in 20 Minuten sagen können? Der Arzt schaut sich den Finger an und fragt nach den Symptomen, um eine Behandlung vorzuschlagen. Kann man selber im Internet nachschauen. Gegebenfalls muss der Arzt mich zum Röntgen schicken, der Finger könnte ja gebrochen sein. Gunter Dueck spricht in einem Video sogar über einen Röntgenapparat, der die Diagnose gleich mitliefert.  Also, übernehmen die Maschinen die Arbeit des Arztes? Stop! Ok, ihr werdet sagen: Niemals! Maschinen werden nie die Deutungsfähigkeit eines Arztes ersetzen! Ich stimme zu. Die Information, die man bei einem Arztbesuch bekommt, geht in diesem Fall nicht tiefer als Google. Ist diese These sehr gewagt? Ja, vielleicht. Nur der Arzt findet heraus, ob der Finger gebrochen sein könnte und geröngt werden sollte. Google nicht. Stimmt!

Ich habe allerdings sehr oft Situationen erlebt, in denen ich zum Arzt gegangen bin und er alles verharmlost und mich nach Hause zurückschickt hat. Manchmal fühlt man sich dann wie ein Kind behandelt. Nach dem Motto: “Der nächste Patient wartet schon eine halbe Stunde.” Daran sind die Ärzte sozusagen nicht “schuld”. Ärzte haben sicher Gigabyte an Erfahrung und Wissen. Dieses Laufband-Gesundheitssystem lässt jedoch nicht wirklich zu, dass dieser Wissenschatz bei den Patienten ankommt.

Der Spotydoktor- vernetzter, persönlicher, näher

Ich denke, daran muss sich etwas ändern. Die Ärzte sollten sich dringend zusammentun und umdenken. Ärzte verlieren mit der Zeit ihre Informationshoheit und damit ihren Berufswert. Zumindest hat mein Hausarzt bei meiner Prellung keinen Cent verdient. Wie wäre es beispielsweise mit einer personalisierten Service-App, mit der ein Patient nonstop und in Echtzeit einen Arzt – NICHT GOOGLE – befragen könnte? Finger fotografieren, Symptome beschreiben und – Zack – an den Arzt geschickt. 10 Minuten später bekäme ich den Behandlungsvorschlag, und könnte, wenn nötig, weiter mit meinem Arzt reden. Das sollte einen persönlichen Besuch nicht ersetzen, der natürlich auch wichtig sein kann. Aber nur dann, wenn es wirklich notwendig ist.

Wenn man das weiterdenkt, etwa bei Diabetikern oder Herzkranken, die durch ein Echtzeitmonitoring begleitet werden könnten, bekommt das Ganze neuen Glanz. Die technologischen Voraussetzungen sind da. Damit könnten Arzte nicht nur Kosten und Zeit sparen, sondern auch Geld verdienen. Eine App für 9,00 Euro monatlich könnte ein Hit werden: der Spotydoktor 🙂 Das entlastet übrigens unser Gesundheitssystem.  Überdies ließen sich damit Big Data gewinnen für die weitere Forschung und Gesundheitsentwicklung.

Was Frisöre können, können nur Frisöre …

Was einige Ärzte heute für uns bei einem persönlichen Besuchstermin tun können, können nicht nur Ärzte. Man muss heute nicht mehr für jede Kleinigkeite zum Arzt rennen, sondern kann sich selbst behelfen, zum Beispiel über das Internet. Da müssen dringend Ärzte rein.

Auch bei den Friseuren gilt: Haare färben kann man heute selbst, aber für eine Dauerwelle oder einen schicken Haarschnitt geht man eben zum Friseur. Wie Ralf Zöbisch in seinem Artikel in einen anderen Kontext  feststellt: Was Frisöre können, können nur Frisöre …

Venetzt Euch!

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No way you´re crazy!


Gehirn

Ich lade Euch ein, in die Welt eines funktionierenden Systems einzutauchen. Unser Körper ist ein wahres Wunder der Natur, ein Vorbild, die Harmonie in Person. Moment mal! Person? Lass uns unseren Körper ein wenig “menschlicher” machen: Wie wäre es, wenn ein Organ den Körper übernehmen würde? Die folgende Geschichte ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit der heutigen Finanzwelt sind keineswegs zufällig, sondern beabsichtigt. Viel Spaß!

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Vor einiger Zeit freute sich die KGB – Karzinomische Gewebeneubildung Bewegung – über ein neues Mitglied: das Herz. Einige Jahre später erhielt das Herz aufgrund seines hervorragenden Engagements einen Ehrentitel: von Niemalssatt. Geduldig wartete es auf die Gelegenheit, die Philosophie des Ordens in die Praxis umzusetzen.

Es war endlich soweit …

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Eine Frühlingsrede des Herzens

Während des Frühlingsfestes tritt Herz von Niemalssatt vor das große Publikum und hält eine knappe, aber resonanzstarke Rede:

„Sehr geehrte Organe, Zellen, liebe Bindegewebe: Die Zeiten der Mittelmäßigkeit sind vorbei. Von nun an übernehme ich eigenmächtig den Körper und sorge dafür, dass das System erhalten bleibt. Das Wohlergehen unserer Gemeinschaft liegt tief in mir. Nur durch ein starkes großes Herz können wir gemeinsam die Stolpersteine des Körpers überwinden.“

Das Publikum jubelte. Dank der positiven Resonanz fackelte das Herz nicht lange. Es behielt 99 Prozent der vorhandenen lebenswichtigen Zutaten für sich selbst und pumpte nur 1 Prozent weiter. Das Herz wurde immer größer, fettiger, wuchtiger und verbreitete weiterhin die Annahme, dass alle nur davon profitieren können.Nur aus einem starken Herzen können starke Zellen wachsen.

Die Enteignung

Zu einem späteren Zeitpunkt erklärte das Herz alle Venen und Arterien zu seinem Besitz. Nur damit könne es für eine reibungslose Energiezufuhr sorgen. Die Organe applaudierten und stimmten begeistert zu. Zeitgleich meldete die Bulemische Group Insolvenz an. Die Korken knallten bei der KGB. Alles lief nach Plan.

Die Nachricht schlug im eigenen Haus allerdings wie eine Bombe ein. Der Aorta fiel der Kaffee aus der Hand und die Vorhöfe zuckten in sich zusammen. Der Kreislauf reagierte sofort und geriet aus dem Gleichgewicht. Nach hohem Druck folgte eine starke Hypotonie. Immer, wenn  versucht wurde, mit künstlichen Mitteln die Kontrolle über die Unterernährung zu erhalten, verstärkte sich die anämische Lage. Das Herz konnte nie genug bekommen. Der Kollaps war programmiert.

Die Lähmung der Zellen

Andere Organe und die Zellen waren gelähmt von dem berauschenden Einfluss der mittlerweile stark blockierten Signaltransduktion (1). Vernebelt realisierten sie nicht, dass sie jetzt nur einen Bruchteil der Energie bekamen, die sie früher zur Verfügung hatten. Sie vergaßen mit der Zeit  ihre Rolle im System und konnten sich nur noch auf das eigene Überleben konzentrieren. Abermillionen von ihnen kamen ums Leben. Einige erinnerten sich an die guten früheren Osmose Zeiten, in denen sie sich spontan und solidarisch austauschen konnten. Sie spürten die Auswirkung der Appetitstörung nun am eigenen Leib, aber sie waren schlicht und ergreifend verhext.

Währenddessen in den oberen Etagen der Freien Vereinigten Nervenzellen …

Hoffnungsloses Kopfschütteln. Was für ein selbstmörderischer Akt! Die Cholezystokinin im Sättigungszentrum des ventromedialen Nuclei des Hypothalamus meldet eine ernstzunehmende Appetitstörung. Ein Organ trennt sich vom System und will es übernehmen!

Aus einer blitzartigen Entscheidung der Hypothalamus werden neue synaptische Verbindungen im Gehirn erstellt und Botenstoffe umgehend in das System verteilt: 

  • Wir sind räumlich beschränkt. Dabei gibt es keinen Raum für stehts wachsende Hypertrophierten-Niemalssatt-Super-Organe.

  • Die Energie ist ebenfalls gedrosselt. Zu viel Energie ins System zu pumpen, löst nicht das Problem der Verknappung. Eine Appetitregulierung ist unumgänglich.

  • Das Herz spinnt, ist gaga. Es ist einer Mischung aus Gieriger-Unsinn und Psychopatisches-Selbstmörderisches-Kontrollgehabe verfallen. Die Zellen müssen ab sofort reagieren.

Gehirn 4.0 – Neue hoch effiziente Synapsen

Die Erstellung der neuen, hoch effizienten Synapsen haben für einen lückenlosen Informationsaustausch gesorgt. Das interne Verbindungsnetz verstärkte sich exponentiell. Von nun an wird das System durch die Zellen kontrolliert. Von Niemalssatt wird auf seine ursprüngliche Funktion zurückgesetzt. Diese beschränkt sich nun ausschließlich auf das Pumpen des Lebenselixirs. Davon ernährt sich das Herz auch selbst, aber es bekommt nur so viel davon, wie es für sein Funktionieren im System braucht. 

Vernetzt Euch!

Die Schlagzeilen des aktuellen Apotheken-Magazins – Frühlingsausgabe:

Wie kranke Organe mit Selbstheilung wieder gesund werden

Sucht: Wie Sie eine Störung in der Belohnungssystem besiegen

Finger weg! Vitamin-Brausetabletten werden vom Körper nicht effizient absorbiert

Wie blockieren Organe die Signaltransduktion?

Wie können Zellen aus der Lähmung kommen?

Mit welchen Mitteln können Sie das Gehirn unterstützen?

Achtung! So ernähren sich Organe mit Appetitstörungen

Fit und gesund: Gesundheitsratgeber für Organe

Erkennen Sie die Zeichen einer Krankheit, bevor es zu spät ist

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AMBOSS: Vernetzes Lernen statt stures Pauken – Wie neue E-Learning-Angebote das Bildungssystem erobern


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Ende Oktober schrieb ich über eine neue medizinische E-Learning-Software namens AMBOSS, die vom Team der miamed GmbH auf den Markt gebracht worden ist. Seitdem pochen Suchbegriffe wie: „Erfahrung“ „Empfehlung“ und „Meinung“ im Zusammenhang mit AMBOSS in meiner Blogstatistik. Die Wünsche der Suchenden greife ich hier gerne auf.

Bei miamed hat sich viel getan – und das war nicht nur an der Landingpage zu erkennen. Seit Januar gibt  Medi-Learn einen extra für AMBOSS angepassten 100-Tage-Lernplan für das 2. Staatsexamen heraus. Medi-Learn selbst schreibt über AMBOSS:

„Ein wesentliches Resultat der Arbeit sind über 700 spezifische Lernkarten zu allen Krankheitsbildern, auf denen das Wissen in verschiedenen Formaten vermittelt wird, zum Beispiel als kurze Zusammenfassung, mit Vergleichen, in Bildern, Videos und so weiter. So wird der Bogen von der Pathophysiologie über Klinik und Therapie bis hin zur Prognose geschlagen.“

Und weiter:

„Dank der Möglichkeit, das gesamte Wissen jeweils punktgenau abzurufen, bietet sich AMBOSS als Begleiter schon während des Studiums und insbesondere natürlich für die Prüfungsvorbereitung an.“

Die Ausgangssituation für ein Medizin-Lernprogramm ist sicherlich nicht einfach, schließlich steht das Programm im Wettbewerb mit den Produkten alteingesessener medizinischer Fachverlage. Außerdem sind die Konkurrenzprogramme vielerorts aufgrund sogenannter Sammellizenzen für die Studenten kostenlos verfügbar. Warum also das Wagnis?

Die Antwort liegt wie immer im Produkt

Das lassen auch bisherige Kundenmeinungen vermuten. So heißt es in einer (zugegebenermaßen recht langen) Kundenrezension auf Amazon


Liebe_Detail“Es handelt sich hierbei um ein völlig neues Konzept. Anders als in den anderen Programmen bilden die IMPP-Fragen mit anschließenden Komentaren zu den Antworten nicht die alleinige Säule des Programms; es kommt noch eine zweite Säule von Lernkarten dazu. (…) Merksätze, kommentierte Bilder, eine Markierfunktion wichtiger Inhalte und eine Einordnung in IMPP-Relevanz jeder Lernkarte ergänzen den gut verständlichen Text. Wer sich mit dem Programm anfreundet, kann daher eventuell auf den Kauf des einen oder anderen Buchs verzichten. (…) Zu allen Antworten gibt es prägnante Kommentare, die sich meiner Meinung nach qualitativ von den teilweise „lieblos hingeklatschten“ Mediscript-Kommentaren deutlich abheben. (…) Aber nun zum wirklich interessanten Teil: Das ganze Programm befindet sich noch in Entwicklung und ist – wie ich verstanden habe – so angelegt, dass es ständig erneuert, erweitert und verbessert werden soll – vom Prinzip ähnlich wie Wikipedia. Jeder User ist dazu aufgerufen sich an einer Weiterentwicklung zu beteiligen, so laden überall Feeback-Buttons sowie ein immer aufrufbares Menü „Kontakt und Ideen“ dazu ein, gute oder mangelhafte Teile des Programms zu kommentieren. Es besteht auch die Möglichkeit komplett neue Funktionen im Programm vorzuschlagen, die dann durch die Administratoren/Programmierer/Experten überprüft werden. Beachtenswert ist, dass ich auf meine Vorchläge bisher immer spätestens nach 24 Stunden eine persönliche, ausführliche E-Mail-Antwort bekommen habe.“

Verbesserungen mit aktiver Beteiligung der Nutzer

Medizinstudenten klagen über die Starrheit und Userunfreundlichkeit der traditionellen Programme. Auch mich hat deshalb bei AMBOSS vor allem die Möglichkeit zur interaktiven Mitgestaltung begeistert. Didaktisch ist es mindestens genauso gut wie die bekannten Programme, wirkt auf mich aber hinsichtlich Aufbau und Design viel ansprechender. Entscheidender Vorteil: Man kann bei offenen Fragen häufig auf das Googeln oder lästiges Nachschlagen in Büchern verzichten. Vielversprechend sind die angekündigten Verbesserungen bei der weiteren Personalisierung der Lernkarten, der Fragenauswahl und der multimedialen Tools.

Lösungsorientierte Kommentare

DidaktischPositive Usermeinungen findet man natürlich über alles irgendwo. Ein Artikel im Ärzteblatt scheint mir aber doch etwas Besonderes zu sein. Daher hier ein Ausschnitt aus der Januar-Ausgabe. Dort heißt es:

„Den Studierenden werden Hilfsmittel an die Hand gegeben, die sie zur Lösung führen. Dazu steht etwa der „Oberarzt“ zur Verfügung, der dem Lernenden sinnvolle Hinweise gibt. In Bildmaterialien (wie Röntgenaufnahmen, EKG) können die entscheidenden Strukturen farblich hervorgehoben werden, um das Auge in dem Erkennen auffälliger Befunde zu schulen. Nach Beantwortung einer Frage wird ein zur Antwort passender Kommentar eingeblendet. Das Programm erklärt bei einer falschen Beantwortung, wieso die Antwort falsch ist. An jeder Stelle kann der Studierende selbst entscheiden, ob er tiefer in ein Thema eindringen möchte, indem er auf die verlinkte Lernkarte zurückgreift. Fortgeschrittene werden so nicht durch redundantes Lesen aufgehalten. Gleichzeitig erhalten Anfänger Empfehlungen dazu, welche Themen sie nacharbeiten sollten.“

Lust auf die Abwrackprämie

Ich werde die Entwicklung dieser jungen Firma auf jeden Fall weiterverfolgen. Und wünschte mir, sie würde auch für andere Anwendungsfelder solche E-Learning-Programme entwickeln, damit man Altlasten entsorgen kann. Apropos: Für Medizinstudenten hat miamed schon eine Lösung parat. Seit Kurzem gibt es eine sogenannte “Abwrackprämie” für all die Leute, die ähnliche Gefühle bekommen haben wie ich, aber auf einem der Konkurrenzprogramme hocken.  🙂

Vernetzt Euch!

AMBOSS from miamed Team on Vimeo.

 

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Facebook: Die Symptome einer Krankheit und das Konzept der Vergänglichkeit aller Dinge


Bildquelle:  wie man Existenzängste überwinden kann

Die Werbesituation

Ich verfolge schon seit einer Weile die Entwicklung oder besser gesagt den offensichtlichen Wandel der Geschäftsmodelle, die sich durch Push-Werbung finanzieren lassen. Als Beispiel kann man hier die aktuelle sicherlich noch nicht zu Ende gegangene  Problematik der Zeitungen nennen. Und eben auch die letzten Veränderungen des Facebook Algorithmus. Der weit bekannte und schon durchgekaute EdgeRank. Wie Herr Henne uns in seinem Artikel Facebook reloaded! Daily Soap und Push-Button meisterhaft zur Erkenntnis bringt: Ein Paradigmenwechsel und damit zurück zu Push.

Dass wir uns in der Tat mit den heutigen Push-Werbungspraktiken langweilen und, dass diese ihre Wirkungskraft verlieren, soll unumstritten sein. Ralf bringt diese Thematik schon seit einer geraumen Zeit zu Tage. In einem seinen letzten Artikel: Heutige Werbung ist so von Gestern bringt er das Thema wie immer gezielt auf den Punkt.

Diese mehr als logischen Erkenntnisse kann man wunderbar auf Facebook übertragen, wie ich sehe. Dabei handelt es sich um die steigende Wirkungslosigkeit der ungefragten und unerwünschten Push-Werbung, auf die Herr Zuckerberg immer noch zu setzen scheint und die Investoren ihr gutes Glück verspielen. Ein großer Schritt zurück, währenddessen die Menschen da draußen zur gleichen Zeit schon 10 Schritte nach vorne gegangen sind.

Die Symptome einer Krankheit

Existenzangst durch Selbstlosigkeit

Im Grunde ein hausgemachtes Problem beginnend ab dem Zeitpunkt, in dem Herr Zuckerberg  sich an den Interessen des Herrn Investors ausgerichtet hat. Stichwort Börse. Hat er sich dadurch selbst in den Schwanz gebissen? Ob das die richtige Entscheidung war, wird sich mit der Zeit zeigen. Facebook leidet sicherlich darunter. Sein Vorteil allerdings ist es noch, dass momentan immer mehr Menschen zu ihm kommen, sich abhängig machen und es keine vergleichbare Alternative gibt. Keine Alternative?  Ich wäre mir nicht mehr so sicher. Wenn man heutzutage nicht selber über eine Alternative nachdenkt, machen es eben andere und das kann ziemlich schnell gehen.

Aufmerksamkeitsstörung durch mangelnde Qualität

Was mir aber immer noch im Kopf pocht ist: Zurück zu Push? Sind Sie sich sicher, Herr Zuckerberg? Ist das nicht bereits Geschichte von gestern?  Oder gehören Sie noch zu den Sendern, die keinerlei Interesse haben, diese Situation zu ändern, solange Sie so gut daran verdienen? Wollen Sie sich selbst ein Grab schaufeln? So auch Ralf Schwartz in dem oben genannten Artikel.

Mittlerweile haben es schon einige mit dieser Aufmerksamkeit auf Rechnung ausprobiert. Man bekommt es ja, keine Frage. Und Facebook wird ja noch gut damit verdienen. Die so hoch ersehnte, gepredigte und wichtige Qualität aber leidet darunter. Ob man dann ein zweites Mal dafür bezahlt? Dabei geht es nicht nur um Qualität der Reichweite, sondern auch um andere noch wichtigere Aspekte, die zur heutigen Zeit zum Social und Media gehören. Nicht wahr Karsten Wusthoff?

Einsamkeit durch inexistente User-Kooperation

Vorerst  sei dazu gesagt: Heute zahlt man schon, um auf Werbung zu verzichten zum Beispiel. Wenn das nicht eine Botschaft ist? Das sollte man erst wirken lassen. Vielleicht findet man dort die Qualität, die man sucht, denn für Unterhaltung gibt es eben eine Fülle von anderen viel besseren Alternativen. Nicht nur das. Dort kann man ebenfalls mitwirken bei der Entwicklung des Netzwerks! Kann man bei den heutigen Facebook-Zeiten noch was mitentscheiden? Ja, so lautet DORT vorerst die Versprechung.

Visionsverlust

Aufmerksamkeitsstörung durch mangelnde Qualität, Existenzangst durch Selbstlosigkeit und mögliche Einsamkeit durch inexistente User-Kooperation. Gegen alle gut gemeinte Erwartung scheint Facebook seine Seele verkauft zu haben. Nicht nur Karsten Wusthoff, sondern wir alle spüren das auch.

Währenddessen Herr Zuckerberg mit einer ursprünglich avantgardistischen Vision immer noch versucht mit alten Methoden „Geld“ zu verdienen,  machen sich andere viel wesentlichere Gedanken und kommen auf viszerale Erkenntnisse. Wenn diese von Apple kommen sollten, wäre es ja keine große Überraschung.

Das Konzept der Vergänglichkeit aller Dinge

Warum Apple möglicherweise die Absicht hat unsere Netzerinnerungen zu löschen, um eine neue Netzwerk-Ära einzuleiten, könnt ihr HIER Lesen. Facebook würde es wahrscheinlich gut tun alles Vergangene zu vergessen / zu löschen und von vorne neu anzufangen. Mark Zuckerberg kann ja wohl nicht mehr selber an das glauben was er tut.

Blöd nur, dass wir uns daran erinnern werden…

Danke an Hans Steup für die Inspiration.

Vernetzt Euch!

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