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#Unternehmenskultur – Lässt sich eine Kultur aktiv verändern?


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Bild: Michael P.Ammel © exploring secrets

Man liest derzeit viel über die notwendige kulturelle Veränderung im Unternehmertum.  Nur, was versteht man unter Unternehmenskultur? Wie können wir Kultur überhaupt definieren und vor allem: Lässt sich eine Unternehmenskultur aktiv verändern oder steuern? Diese Fragen haben mich in jüngster Zeit sehr beschäftigt. Es ist mir bewusst, dass ich mich mit diesem Artikel auf schwierigen Pfaden bewege. Ich möchte trotzdem hier ein paar Gedanken niederlegen, die mir dabei eingefallen sind.

Die Definition hängt stark von ihrer Durchsetzbarkeit ab

Die Definition von Kultur ist irgendwie ein Wagnis. So komplex und so facettenreich. Das grundsätzliche Problem ist dabei nicht die Kultur als zu definierendes Subjekt an sich, sondern das Definieren selbst. Viele haben schon Kultur definiert. Die vorhandenen Erklärungen zeigen, dass es von der Wahrnehmung desjenigen abhängt, der definieren will. Das bedeutet: Die Definition ist das Resultat des Bewusstseins des Erklärers zum Zeitpunkt der Definition und entwickelt sich mit der Zeit weiter. Interessant zu beobachten war es, dass die Erklärungen letztendlich den Erklärer selbst erklären. Mit anderen Worten: Man hat ihn gut kennengelernt. Das kann man beispielsweise gut bei hochkomplexen und ungewissen Themen wie bei der Definition des Universums durch Weltallforscher beobachten. Die ganze Erklärung des Universums ist eine Widerspiegelung von uns selbst. Und offenbart damit den Erklärer selbst.

So weit so gut. Ausgehend von der Tatsache, dass es keine absolute Wahrheit gibt, die sich ebenso ändert wie unsere Wahrnehmung, ist für den Erfolg einer Definition entscheidend, ob man genug Ansehen besitzt, um sie in der Gesellschaft durchzusetzen, sodass sie akzeptiert und als Standpunkt – ich sag mal Wahrheit – verbreitet benutzt wird. Dieses “ungesprochene Gesetz” kam bisher aus oberen Gesellschaftsschichten, die meist ein gutes Ansehen genossen haben. Da wir immer ein Bedürfniss nach sicheren Standpunkten haben, lassen wir uns gerne von anderen sagen, woran wir glauben sollen. Ähnlich verhält es sich mit dem Thema Kultur. Im Grunde entziehen wir uns unserer eigenen Verantwortung.

Trotz der Notwendigkeit von Regeln darf die Vielfalt nicht auf der Strecke bleiben

Kultur fühlt sich an wie eine Art Verhaltenskodex. Bei dem Begriff Kodex denken wir direkt an Regeln. Wir brauchen Regeln, das ist klar. Sie dienen der Organisation einer Gemeinschaft, die bestimmte Werte teilen und an ihnen festhalten will. Pure Regeln sind jedoch noch lange keine Kultur. Sie müssen vorher von uns “angenommen” werden – freiwilig oder nicht – und ein Standardverhalten schaffen, das sich konsekutiv wiederholt. Erfahrungsgemäß sehen wir, dass dieser Verhaltenskodex oft geduldet wird und eine zwingende Kraft besitzt. Zum einem, weil er schon da war, bevor man selbst Einfluss nehmen konnte, und zum anderen, weil man sich in einer Gemeinschaft angenommen fühlen möchte, selbst wenn einige mit den kulturellen Aspekten dieser Gemeinschaft nicht einverstanden sind. Das Ganze ähnelt einer Programmierung. Wir vergessen dabei nur, dass wir keine Roboter mit derselben Hardware sind. Wir sind Menschen, und Vielfalt ist unsere wertvollste menschliche Eigenschaft.

Was versteht man unter Unternehmenskultur? Erweiterte Gedanken.

Während meiner Auseinandersetzung mit dem Thema wurde mir klar, dass Kultur mit Werten zu tun hat, die einer angesehenen Minderheit entstammen – ob zu Recht oder nicht. Auch wenn wir frei sind zu tun, was wir wollen, besteht erheblicher Druck, diesen Werten zwingend zu folgen.  Unternehmen verfolgen in diesem Zusammenhang keine “Werte”, sondern “Interessen”. Sie müssen ertragsmaximierende Gedanken folgen. Diese sind keine wahre Werte. Da wir heute einen Großteil unseres Lebens bei der Arbeit verbringen, hat sich dieser kulturelle Aspekt des Unternehmertums auf unser Sozialleben außerhalb der beruflichen Tätigkeit übertragen. Menschen “bewerten” ihre Zeitgenossen wie Unternehmen ihre Mitarbeiter. Wer bis auf eine Spannweite aus der Reihe tanzt, wird ausgegrenzt. Die „Werte“ dienen eher der Trennung und Entfremdung.

Kultur ist “outcome”, also ein “Ergebnis”. Es hängt unabdinglich davon ab, was jeder einzelne tut. Die Unternehmenskultur ist das Endprodukt der zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Mitarbeitern, die Regeln verfolgen, nutzen, leben und verdauen. Die Regeln sind quasi das Futter, und die Kultur ist unsere Ausscheidung auf der Beziehungsebene.

Wie lässt sich eine Unternehmenskultur verändern? 

Das ist die Meisterfrage. Ich denke, die Kultur eines Unternehmens lässt sich in der Tat verändern, unabhängig vom Druck der Unternehmensinteressen, die im Deckmantel einer Unternehmenskultur daherkommt. Zwar ist ungewiss, ob eine Veränderung zu nachhaltigem Erfolg führt, denn es hängt  von den Mitarbeiter ab. Denoch gibt es sicher mögliche und wünschenswerte Ansätze vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene. Ich bin der Meinung eine Unternehmenskultur lässt sich auf der zwischenmenschlichen Ebene verändern.

Was meinen Sie? Kann eine Kultur aktiv verändert werden? Hängt es von uns ab? Welche wären die geeigneten Ansätze?

Vernetzt Euch!

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#Strategie: Über das “ICH-Mensch”- Unternehmen und die alte Weisheit der Friseure


Friesuer

Zahlenmäßiges Wachstum reicht als Unternehmensziel heute nicht mehr aus. Die Führungsetagen müssen umdenken und ihren Kunden vor allem auch ein menschliches Gesicht zeigen, um sie auf Augenhöhe erreichen zu können. Überlegungen und Thesen darüber, worauf sich Unternehmen von nun an konzentrieren sollten.

Wir befinden uns mitten in einem Bewusstseinswandel

Die Menschen erwachen langsam aus einem jahrhundertealten Tiefschlaf. Dabei entwickeln sie eine neue Identität und finden im Netz schnell Gleichgesinnte, mit denen sie ihr neues Identitätsbewusstsein teilen. Und es werden immer mehr. Währenddessen denken traditionelle Unternehmen weiterhin in veralteten Mustern, deren Wirtschaftskultur so alt ist wie sie selbst.

Raus aus dem Hamsterrad der Zahlen

Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Zeit verbringt es mit sich selbst und umso weniger Zeit mit den Kunden und Mitarbeitern, seinem wertvollsten Kapital. Vorstandsentscheidungen beschränken sich auf die Wahrnehmung von Zahlen und die Umsetzung von Wachstumszielen, sie orientieren sich nicht an den Menschen. Sie sind lediglich Opfer des Wachstumsdenkens und Objekte von “Geschäftsgeheimnissen”. Eine vertrauensvolle Kundenbindung findet nicht statt.

Wie erreiche ich die Menschen dort, wo sie sind?

Das ist für mich momentan die Frage alle Marketingfragen: Wie erreiche ich die Menschen dort, wo sie sind? Werfen wir einmal einen Blick auf Facebook. Mein Tag beginnt mit dem Lesen der Neuigkeiten bei Facebook. Dort treffe und finde ich Unternehmen, Menschen und Gruppen, die für mich relevant sind. Dort ist meine persönliche Tageszeitung. Das bin ICH. Ich entscheide, wer oder was dazugehört, welcher Stimme ich vertraue oder nicht. Der Kern der Frage ist das “DORT”. Dabei geht es nicht um eine Ortsangabe oder ein bestimmtes Netzwerk, denn das Medium ist im Grunde egal. Es geht um die Wahrnehmungspräferenz der Menschen. Das was die Kunden SIND.

Diese auf Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen, wird immer wirkungsloser, denn Firmen können nicht mehr alles SEIN. Wenn Unternehmen weiterhin in alten Mustern des Massengeschäftes und von den Kunden als einer Zahl denken, ist der Misserfolg aus meiner Sicht garantiert. Stattdessen müssten sie in dieses ICH-Universum eintauchen, um erfolgreich zu sein. Das Gießkannenprinzip funktioniert nicht mehr. Traditionelles Marketing ist tot.

Victor Sahate: “Der Wert einer menschlichen Information wird immer größer sein als eine leblose Markenbotschaft … Die Veränderungen in der aktuellen Kommunikation brechen viele Grundhaltungen und Businessplanungen, vor allem bei den ´Großen`…”

Erst die Haare schneiden, damit sie stärker wachsen

Die digitalisierte und vernetzte Welt kann sich Veränderungen viel schneller anpassen als große Unternehmen. Sie scheitern an ihrer Größe und sitzen auf einem Riesen-Ich-Groß-Haufen. Von dort schießen sie auf alle Seiten, um zu sehen, ob es klappt. Die Methoden sind gruselig: Leistungsschutzrecht der Verlage und die Netz-Klassen-Gesellschaft der Telekom. Um den Ansatz einer ICH-Werdung voranzutreiben, ist eine umfassende Restrukturierung erforderlich, ein Neuanfang unter dem Motto: “Erst die Haare schneiden, damit sie stärker wachsen”.

Allein die Tatsache, dass Geschäftsführer ihre Mitarbeiter nicht alle persönlich kennen, ist für mich ein Zeichen, dass etwas schief läuft. Eine Restrukturierung ist bei der aktuellen Lage vieler Unternehmen heutzutage dringend nötig. Sonst steht uns ein großer Knall bevor. Es ist wichtig, ihn zu vermeiden, denn er wird für uns alle unschön. Daran hängen viele Arbeitsplätze und damit Überlebensgrundlagen.

Kunden sollen Dich lieben. Ich sage extra lieben: Es reicht nicht mehr aus, zufrieden zu sein. Ein Unternehmen sollte sich in der Zukunft strategisch so ausrichten, dass es zu einer Erweiterung des Kunden-SEINS werden kann. Dort ist kein Platz mehr für das Massengeschäft und für hypergroße Unternehmensstrukturen, denn sie können mit der Geschwindigkeit der Veränderungen in unserer aktuellen und zukünftigen Welt nicht mithalten.

Dafür sind in erster Linie Öffnung und Transparenz im Zusammenhang mit einer Annäherung von Unternehmen und Kunden notwendig. Könnten sie sich nicht so nahe kommen, dass sie sich nicht mehr voneinander unterscheiden? Dann wird Erfolg nicht ausbleiben. In diesem Sinne sollten Unternehmen auch eine eigene Identität bilden – eine echte, nicht vorgetäuschte – und Menschen werden. Gruppen von Menschen, die sich auf Augenhöhe mit ihren Mitmenschen befinden.

Die Zeit läuft. Automatisierung und Technologie sind nichts, wenn man sie nicht richtig einsetzt

Seit einigen Jahren haben die Unternehmen diese eigentlich richtige Sicht der Dinge vernachlässigt. Unter dem Druck der aktuellen Umstände (Internet, Finanzkrise etc.) müssen sie aus ihrem Hamsterrrad der Zahlen hinaus und der Entwicklung hinterherrennen. Sie müssen nun viel schneller reagieren, als sie eigentlich müssten, wenn sie ihre Energie vorher in die richtigen Bereiche investiert hätten: in die Bildung einer eigenen unternehmerischen Identität, in die Förderung der Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, in die Wahrnehmung der Kunden als Menschen, in die Entwicklung von Produkten, die sich an den Wahrnehmungspräferenz der Menschen orientieren, in die Beteiligung von Kunden und Mitarbeitern an Innovationsprozessen.

Also, liebe Unternehmen. In diesem Blogartikel ist das Wort “Mensch” 15 Mal vorgekommen. Also los! 🙂 – Zählt Ihr jetzt alle nach, ob es stimmt?!

Vernetzt Euch!

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Social Media Mark. Bist Du blöd oder was?


Vielleicht rede ich mit mir selber, aber wofür nutzt uns die errungene Möglichkeit des Bloggens, wenn wir auch nicht das tun können, so ganz transparent, vertrauenswürdig, offen, aus dem Bauch heraus wie mit sich selbst? Ohne das Versprechen des Titels würdigen zu müssen. Ohne darauf zu achten, dass man Information, Unterhaltung und Mehrwert bietet. Oder sogar, dass man es kostenlos anbietet, ohne die eigene Seele zur Rechnung zu tragen. Bevor ich zum Thema komme, verspreche ich es, dass ich nicht mehr darüber schreiben werde.

Ab jetzt werden einige Befürchtungen wahr, denn ich rede erst wieder über Facebook.

Stopp! Mir geht es nicht  darum, dass Facebook als Geschäftsmodell offensichtlich was dabei verdienen möchte. Das kann und soll es von mir aus ruhig tun. Amazon wird bald eher transparenter und viel besser machen -. Facebook dient uns, keine Frage!  Sondern, meine gestörte Aufmerksamkeit richtet sich nunmehr, und auch noch dazu, auf die Versprechung von Sicherheitsgarantien auf Kosten von Handynummern.

Tja…Wie Sie es (in den Links) lesen können, ist es wie in der Politik. Da muss man einmal an der “Macht“ sitzen bzw. mit Millionen Nutzern an der Backe, ein ganzes Land von Untertanen und es reicht,  wie von Geisterhand, um die alten Methoden des Volksbetrugs wieder anzuwenden. Sei es bei überfinanzierten Bauvorhaben mit zukunftsweisenden Perspektiven für das Volk, wie in meinem Heimatland beispielsweise immer der Fall war, oder eben durch ausgeklügelte Lügen bei obskuren Absichten bestimmter Online-Netzwerke, die sich mit der Zeit anhäufen. Am Ende steht das Geld und damit die grenzenlose Betrügerei.

Aber wer betrügt hier wen eigentlich?

Erst wird eine Vision versprochen, die Seele verkauft und die Menschen betrogen. Es ist alles dasselbe, immer wieder kehrendes, Mistkonstrukt. Es erweist sich allerdings als sehr erfolgreich. Man bekommt am Ende sicher, was man anstrebt. Auf einer Seite ärgere ich mich tiefgründig, wie man sieht. Aber auf der anderen Seite sollen wir alle eine Lektion mit nach Hause nehmen. Sie können uns als blöd behandeln, soweit wir uns als blöd behandeln lassen. Dabei hilft schon allein das Erkennen der eigenen Blödheit. Wenn er nicht seine eigene erkennt, sollen wir es zumindest bei unserer tun. Schließlich richtet sich der Herr “MarkT“ an den Konsumenten! Oder richten sich die Konsumenten an Herrn „MarkT“? So, damit wären wir beim Titel.

Das Vertrauen leidet massig

Oben habe ich Ihnen was versprochen, als ich Ihnen sagte, ich spreche nicht mehr darüber. Ich kreuzte dabei nicht die Finger hinter meinem Rücken. Mit 40 Seiten AGB und 500 Stundenlöhne von Reichsanwälten wäre es mir sicherlich einfacher. Meinem Versprechen können Sie vertrauen. Ich könnte hier Enzyklopädien darüber schreiben. Das Vertrauen ist die höchste Reduktion der Komplexität. Es wäre wie im jungen Alter während der Suche nach der eigenen Hälfte (jeder weiß ja wie komplex das werden kann), bis hin zu den Verträgen, die wir mit Unternehmen, an die wir gebunden sind, abschließen. Dass wir einfach Mal „ja“ sagen, ohne etwas dabei gelesen zu haben, ist das höchste Vertrauenszeichen, die man als Unternehmen bekommen kann. Oder sind wir wirklich blöd?

Die Komplexität dient heute dazu, die Blöden von den Klugen zu trennen. Die Einfachheit wird vermieden, denn je einfacher desto transparenter. Und wer will heute transparent sein? Bloß nicht den Leuten ihre eigene Blödheit zur Erkenntnis bringen. Das ist eben nicht wirtschaftlich. Wofür sollte die Komplexität dienen, wenn nicht den Blöden das zu geben was sie verdienen? Ja richtig! Damit kann man recht viel verdienen…

Es ist höchste Zeit uns als solche zu erkennen. Damit wäre die Sache erledigt insoweit, dass wir es dann wissend erlauben. Bei den Kings und Queens von „früheren“ Zeiten ging es nicht anders. Und schon sind wir beim Bild des Artikels. Woran liegt das Problem? An dem System, das uns belehrt, dass die Ansammlung von Tauschmitteln wichtiger ist als unsere wesentliche Natur?  Wonach streben WIR eigentlich?

Vernetzt euch!

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Können wir uns darauf einigen…?


Einer meiner Leitungskurse war Mathematik. Ich war nie besonders gut in Mathe (bzw. eher faul und zu aufmüpfig), aber es gab zwei Sachen, die ich daran praktikabel fand:

  1. Es gibt lediglich richtig und falsch. Grauzonen sind in einer Matheklausur definitiv nicht vorhanden. Entweder das Ergebnis stimmt oder eben nicht.
  2. Es ist simpel. Natürlich nicht die Berechnung dreidimensionaler Kugelscharen, aber die Basics. Irgendwann war einfach Schluss mit beweisen und man musste akzeptieren, dass 1+1=2 ist – sonst kommt man ja auch zu nix.

In unserem heutigen Social Media Knäuel fehlt beides. Statt einfach selbst darauf zu achten, was bei ihnen funktioniert und was nicht, ergehen sich Unternehmen und Berater in Entschuldigungen, Möglichkeiten, Theorien. Alles natürlich getragen von meinen Erzfeinden den “Studien“. Das wäre gar nicht so schlimm, würde das denn wirklich helfen. Allerdings haben wir es mit Menschen zu tun und die sind naturgemäß nunmal leider größtenteils unterschiedlich (ich weiß, was fällt denen ein?!). Wer da die “harten Fakten zum Erfolg” kennt, weiß sicherlich auch den perfekten Anmachspruch.

Das geht Hand in Hand mit der hausgemachten Verkomplizierung der ganzen Geschichte. Natürlich bietet Social Media aus der Natur der Sache heraus einfach Myriaden an neuen Variablen. Früher hieß “Customer Journey”, dass man mit einem Produkt mal besser, mal schechter in Berührung gebracht wird, in den Laden geht, sich beraten lässt (oder auch nicht), einkauft und geht. Heute könnte man theoretisch nahezu jeden Kontakt, jeden Schritt seiner Kunden begleiten und beeinflussen. Und das wird natürlich von vielen Wasserköpfen als Rechtfertigung genutzt, recht einfache Vorgänge unnötig zu komplizieren (wie sollte man auch sonst 500€/Kopf/Tag abrechnen sollen?). Aus 1+1=2 wird x1/y+(yz+1)=log25*10^-24

Entwirrung!

Und ja, ich versteh das alles auch. Manchmal sitz ich ebenfalss ne Stunde hier und versuch mein Gehirn wieder zu entwirren, weil ich mich im Social Media Netz verheddert hab – ein Netz, das ich selbst geknüpft habe. Umso wichtiger ist es, dass wir das Schlangenöl wegpacken und uns jetzt bitte endlich mal wieder auf ein paar einfache, logische Regeln besinnen.
Können wir uns also darauf einigen, dass

  • fröhliche Kunden mehr und öfter etwas kaufen insgesamt wertvoller sind als nicht fröhliche Kunden?
  • vom Hocker gehauene Kunden die besseren fröhlichen Kunden und das beste Marketing sind?
  • Vertrauen durch Ehrlichkeit, Authentizität, Transparenz, persönlichen Kontakt und Wertschätzung aufgebaut wird?
  • Wertschätzung bereits bei einem guten, vom Kunden her gedachten Produkt anfängt?
  • Menschen mit Menschen Beziehungen aufbauen und nicht mit Logos?
  • persönliche, positive Beziehungen die beste Kundenbindung sind, weil sich der Kunde freiwillig bindet?
  • dementsprechend Menschen die neuen Plakatwände sind und alles mit ihnen steht und fällt?
  • Vertrauen zu und gute Beziehungen mit diesen Menschen Kunden vom Hocker hauen?

Statt also jeden Furz zu zerreden, sollte man sich lieber mal wieder an diese ganz einfachen, logischen und eigentlich selbstverständlichen Axiome halten. Dass es wirklich Menschen/Agenturen gibt, die auch nur EINE SEKUNDE Arbeit darauf verwenden, zu “beweisen”, dass persönliche Empfehlungen ein starkes Kaufkriterium sind, ist unbeschreiblich lächerlich! Das muss man nicht beweisen. Da überlegt man 5 Sekunden!

Was steht als nächstes auf der Liste? Dass 84% aller 120 Befragten nicht bei Unternehmen kaufen, die sie wie den letzten Dreck behandeln? Dass man nicht den introvertierten IT-Nerd an die vorderste Servicefront packt? Dass ein Produkt einen lieber nicht umbringen sollte, weil das zu negativen Bewertungen führt? Wundern würde es mich jedenfalls nicht.

Können wir uns darauf einigen, dass wir die heiße Luft aus dem Ballon lassen und aufhören, wie ein paar Pseudodoktoranten die simpelsten Tatsachen mit pseudowissenschaftlichem Scheiß bis zur Unkenntlichkeit zu zertrümmern?

Danke!

Über eure Erweiterungen der Liste würde ich mich übrigens sehr freuen… euch fällt da bestimmt noch was ein :)

Über den Autor

Ich bin der Karsten. Unter dem schmissigen Titel “HellYeah Marketing” entdecke und entwickel ich Social Media Potenziale bei Unternehmen und stelle sicher, dass sie das alles auch richtig umsetzen.
Ausserdem twittere ich gern Quatsch, esse sehr gerne Kuchen und liebe jeden einzelnen meiner Fans und Follower (Wirklich! Ich würd glatt bei jedem mit der Gitarre unterm Fenster stehen und Liebeslieder singen…).“

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Ahnungslose Anlageberater, Produktwirrwahn und die In- transparenz. Wo liegt das Problem der Banken?


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Bild von Art of Feh: Wolf im Schafspelz

Spätestens nach Anfang der Finanzkrise ist es nun klar:  Mit den hoch polierten verfremdenden angekleideten Auftritten, Intransparenz, dem Kleingedruckten, der Ahnungslosigkeit der Berater und gepflegter Distanz haben Banken viele immer wieder in die Falle der Hochrendite verführt.  Nun haben sie eine weltweite Finanzkrise verursacht und auch noch unser Vertrauen verloren. Was tun?

Die Versuche das Vertrauen zurück zu erobern sind zahlreich. Was aber einige Banken mit bestimmten Aktionen zu bewältigen versuchen, ist nicht mehr auf diese Art zu bewältigen. Beispielsweise Q110 . Dabei wird es in einer Filiale der Zukunft…Moment…Filiale?

„Warum aber werden in den kommenden Jahren von den derzeit – glaubt man offiziellen Statistiken – rund 24.000 Bankfilialen in Deutschland, bis zum Jahr 2020 die Hälfte verschwinden? Klar, weil es wenig Sinn macht, eine hoch getunte Filiale wie die Q 110 aufzusuchen, deren Charme irgendwo in einer hybriden Erlebniswelt zwischen Ikea-Kindergarten, McDonalds, einem Drei-Sterne-Restaurant und einem Kinder-Forschungslabor, und nicht zu vergessen, einem Tschibo-Einkaufsladen stecken bleibt.“ – Lothar Lochmaier in seinem Artikel : Q 110: Die Zukunft der Bankfiliale? 11 Fragen und 0 Antworten

Apropos Kinder-Forschungslabor, das erinnert mich an etwas: Lieber Kinder von Banken fern halten, vielleicht sind sie ja viel zu beratungsresistent und gefährden damit die Bankenstabilität (1)  🙂

Hier das Video von Q110.  Dabei erkennen sie zumindest selbst, dass Q110  nicht nach einer Bank aussieht.  Was dort als Vorteil verkauft wird, riecht für mich nach Gold-Glänzender Ablenkung. Ob das irgendeinen Vorteil bringt, ist für mich fragwürdig. Ist das die „Zukunft des Bankgeschäfts“? Ich gehe nicht zu einer Bankfiliale um einen Latte Macchiato  zu trinken oder ein Buch zu kaufen, das ist schon mal sicher. Geht ein Wolf zu einer Herde weißer Schafe um „Bäähh“ sagen zu lernen?

Schwerpunkt eindeutig verfehlt! Mir scheint es so, dass das Problem ganz woanders liegt. Bei dem Artikel Anlageberater haben keine Ahnung vom Handelsblatt, bringt uns ibugra, als unabhängiger Anlageberater mit seinem einsamen Kommentar, langsam auf die Spur

„Aus der Sicht eines unabhängigen Anlagerberaters würde ich sagen, dass wir eher schlecht informiert werden, was genau z.B. alles protokolliert werden soll, wie die konkrete Ausgestaltung der gesetzlichen Vorgaben ist.
Auf fachlicher Seite gibt es dagegen keine Einschränkungen. Dies sehe ich eher im Bereich der Banken, die sich mit vielen häufig unsinnigen Produkten rumschlagen müssen, die zwischen Vorstand und Kreativabteiligung „erfunden“ werden.“

Wie sieht es mit dem Finanzprodukt aus, das sie uns bei Q110 verkaufen wollen? Unsinnig und hoch-komplex sodass Berater und sogar „unbewusste“ Banker sie nicht mehr verstehen können? Geht es nicht um das Produkt, wenn wir uns von Banken beraten lassen? Nach einer kurzen Unterbrechung geht es mit einer Buchrezension los:

Eine kundenorientierte Bank soll sich an objektive, am Kunden interessiert ausgerichtete Beratung konzentrieren, heißt es. Und was wollen die Kunden? Einige achten exklusiv auf die höchstmögliche Rendite, in der Tat sehr verführerisch. Andere vielleicht sind mit „normalen“ Renditen zufrieden und achten viel mehr darauf wofür das Geld angewendet wird. Und stellen sich die Frage was bewirkt mein Geld außerhalb des am Ende des Jahres auf mein Konto geschütteten Mehrgeldes? An wen wurde es geliehen? Welche Branchen werden hier Unterstützt? Vielleicht ändert sich grade jetzt ganz schleierhaft dieses, wahrscheinlich ungewünschte, Verantwortungsbewusstsein der Kunden gewaltig schnell.

Gunnar hat letztens in einem Beitrag über fehlende interne Unternehmenskommunikation in Krisenzeiten etwas formuliert, dass sich wunderbar ableiten lässt wie folgt: Bankkunden wollen in Finanzkrisenzeiten detaillierter über das große Ganze informiert werden. Verweigern ängstliche Banken wichtige Informationen, werden sie die Kunden der Zukunft verlieren.

Original – „Mitarbeiter wollen in Krisenzeiten detaillierter über das große Ganze informiert werden. Verweigert eine ängstliche Führung wichtige Informationen, florieren die Buschtrommeln.“

Wir brauchen von Banken mehr Transparenz, mehr Information über die Produkte und vielleicht werden auch Anlageberater besser beraten können und vor allem die Kunden werden besser entscheiden können. Begriffe wie Kundenorientierung und Erst-Klassiger-Service werden dann erst dadurch möglich. Aber anscheinend leben und florieren einige Banken eben von dieser Intransparenz.  Noch mehr Bankfilialen mit touchscreen und Parfümerie sind dabei nicht notwendig, Kunden zufrieden zu stellen und das Vertrauen des stetig wachsenden Verantwortungsbewusstseins der Kunden der Zukunft zurückzuerobern.

Bild: Art of Feh

 

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