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Der Wert einer menschlichen Information wird immer größer sein als eine leblose Markenbotschaft


Ein Gespräch mit Victor Sahate:

 

Bei den aktuellen von dem BVDW veranstalteten DMMA Awards, hatte ich ein interessantes Gespräch mit dem damaligen Creative Director von SYZYGY AG in London Victor Sahate gehabt.  Victor Sahate  wurde zusammen mit seinem team-mate John Bennett für „ 20 Things… 2011“ in der Kategorie Social Media mit silver prämiert. Hier die Zusammenfassung unseres Gesprächs:

Als wir über das Projekt gesprochen haben erklärte er:

„Die Idee war ein illustriertes Poster mit den 20 viralen Ereignissen im Internet zu schaffen und das Internet für die Publikation zu nutzen. Dies durch nicht bezahlte Media.  Wir haben ein Social Media Framework entwickelt und dieses Projekt war eben  die Applikation dieser Idee. Wir wollten beweisen, dass es eben ohne bezahlte Media geht. Und wir haben  es in allen Punkten bewiesen. Mit einem maximalen Budget von 5 Tausend Pfund für Produktion und Media haben wir alle Punkte des Frameworks bewiesen. Wir brachten damit in einer sehr kurzen Zeit mehr Views für die Seite von SYZYGY als in den 10 Jahren zuvor. Mehr als  5.0 Mio. Views.  Es war wahrscheinlich das billigste Advertising Modell der letzten Zeit. Die Investitionskosten im Vergleich mit der „Return of Awerness“ war absolut unübertroffen.  Ohne ein Cent bezahlt zu haben, waren wir von Wired, Wallpaper, Mashable, Creative Magazine, The Telegraph und vielen anderen einflussreichen Magazinen und Blogs erwähnt und verbreitet  worden. Die Verbreitung lief nur durch die gängigen verfügbaren Social Media Kanäle. Wir hatten mit der Arbeit außerdem einen Semi-Künstlerischen-Wert erreicht. 100  Poster, unterschrieben von dem Zeichner, sendeten wir an die Agenturen-Fans und einflussreichste Personen der Branche, die einen enormen Wert bildeten. Und das alles nur mit 5 Tausend Pfund.“

Der Marktverkäufer, der mehr Fisch verkauft, ist derjenige, der die Hausfrau inspiriert ein tolles Abendessen zu kochen und nicht der, der am lautesten „FISCH“ schreit.

Victor erklärte weiterhin die Wichtigkeit der Schaffung von Dialogen in der neuen sozialen Kommunikation:

„Dieses Poster war ebenfalls eine ermutigende Herausforderung. Allein durch die Zeichnungen konnten die Menschen versuchen zu entdecken, welche die 20 coolsten Ereignisse des Jahres waren. Das hat für einen enormen Konversationsgrad gesorgt: Unterhaltungen, Diskussionen in der Bar, E-Mails-Tausch, Wetten bei der Arbeit etc. Das heißt, der Inhalt des Posters hat Vektoren von Interesse generiert, was eigentlich der reale WERT von Social Media darstellt und definiert.“

Dabei ergänzte er weiter:

„Nun ist das Ganze eine Plattform wo jedes Jahr ein neuer Künstler die 20 bewegendsten Internet Ereignisse des vergangenen Jahres illustrieren kann. Für die Zukunft stellt es eine Arbeit von unschätzbarem Wert dar. Stellt man sich vor wie es in 15 Jahren aussehen wird? Das Spannende für mich ist es,  die Existenz eines neuen Branding-  und Marketingformats, das in erster Linie das Interesse der Konsumenten in den Vordergrund setzt und die neue vernetzte Realität nutzt, bestätigt und bewiesen zu haben. Sehr interessant dabei ist es die Tendenz, die sich gerade neu aufzeichnet, dass Kreative Agenturen und Media Agenturen sich zusammen tun. Es wird noch viele Diskussionen darüber geben, aber die Notwendigkeit eines neuen Marketing Modells scheint wohl unumstritten zu sein.“

Social Media verstehen und umsetzen:

„Die Veränderungen in der aktuellen Kommunikation brechen viele Grundhaltungen und Business Planungen, vor allem bei den „Großen“ und älteren Organisationen. Alle „scheinen“ es verstanden zu haben. Allerdings wird es noch sehr wenig in die Tat umgesetzt. Ich glaube, das Grundprinzip hat sich nicht verändert: Ein Produkt oder Dienstleitung zu kommunizieren, sodass es relevant für die Konsumenten ist. Die Struktur der Lieferung hat sich verändert.

Der Wert einer menschlichen Information wird immer größer sein als eine leblose Markenbotschaft. Die Meinung eines Freundes war immer wichtiger als die einer Marke. Heute stehen dir 700 Meinungen von Freunden auf Abruf zur Verfügung. Eine Marke, die sich an den Interessen seines Konsumenten orientiert und sich stetig vernetzt, wächst. Konnektivität heißt in der heutigen Zeit Wachstum. Daher empfehle ich  Unternehmen sich ganzheitlich für das Internet zu öffnen und in professionellen Social Media Marketing Kampagnen zu investieren.“

Victor Sahate ist heute global creativ director von  McCann Worldgroup

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Return on Interest – Der ROI für den Kunden


Social Media Marketing Warnung. Ich – der Kunde im Social Web – hab’ die Schnauze voll. Gestrichen und Oberkante Unterlippe. Mir steht’s bis hier. Gefällt mir nicht mehr.

Return on Investment

KPI hier, Touchpoint da und der ROI [1] vorne weg. Die Zahlen im Mittelpunkt. Der Kunde am Rand(e des Nervenzusammenbruchs) als Mittel zum Gewinn ohne Punkt. Weiteres Interesse nicht im Budget. Der unternehmerische Social Media Einsatz als Mehrwert für den Kunden? Ach Quatsch. Pustekuchen. Mumpitz. Unberechenbar und unberechenbar. Nicht geplant! Absurd! Ja, spinnst du denn? Markenbotschafter und Influencer als das höchste der Gefühle. Aua.

„Wie viel bringt mir MEIN Social Media Einsatz?“ tönt es gellend aus den nimmersatten Schreihälsen der Unternehmen.

„Wie viel bringt mir DEIN Social Media Einsatz?“ krächzt es unerhört und unerhört aus der Kundenkehle.

Die Vermessung der Welt liegt lange zurück. Heute vermessen wir das Social Web. Vermessen und vermessen. Profilcharts, Balken- und Liniendiagramme als die unternehmerische Social Media Religion am Ende des Monats und der ROI als der heilige Gral zu Weihnachten – Opium für das Unternehmen. Was interessiert uns das Volk? Die Gewinn(spiel)sucht als die einzige Daseinsberechtigung des ROI [2] und das Fanpagekarma [3] als das neue „Brot und Spiele“. Engagement und Interaktion im Social Web nur auf Unternehmenswunsch. Systemfehler 404 – Kundenwunsch konnte nicht gefunden werden.

Return on Interest

Ich fordere 10 Millionen Euro in nicht markierten Scheinen, ein Fluchtfahrzeug und einen ROI für den Kunden. Ich hab da mal was vorbereitet.

∑ (Content mit Mehrwert für den Kunden – Content (Rest)) x  ∑ (Mehrwert der Unternehmensantwort auf Kundenanfrage / Reaktionszeit auf Kundenanfrage)

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∑  (Nicht beantworteten Kundenanfragen x Unzureichend beantwortete Kundenanfragen) + ∑ Spam Aktionen + ∑ Nervige Promotion

Niedrig ist doof, oder? Das fragt sich auch Vodafone [4]. Selbst wenn von Wettbewerbern angezettelt – eine Standardantwort mit reinkopierten Namen lässt den Kunden auf Facebook nicht jauchzen. Der König tanzt nicht. Kundenservice fern vom Kunden und fern vom Service. Ferne als die zu kalkulierende (Kunden)Nähe. Hauptsache, die Erwartungen an die Zukunft des Social Media Kundenservice sind hoch und realitätsnah – und durch nicht vorhandene und falsche Handlungen realitätsfern [5]. Bautz Hosenboden und Prosit.

Le ROI est mort, vive le ROI!

[1] http://allfacebook.de/pages/return-on-investment/

[2] http://marketingberater20.de/2011/12/social-media-trends-2012/

[3] http://www.fanpagekarma.com/

[4] http://t3n.de/news/vodafone-405108/

[5] https://twitter.com/isistown/status/230623459737214976

Ursprungsartikel : Return on Interest – Der ROI für den Kunden

Über die Autorin

Isis Neuerbourg ist Volkswirtin, Soziologin, Marktforscherin und Social Media Managerin. Seit April 2012 bloggt sie als isistown über Social Media – als Social Media Heroine, um Unternehmen im Social Web ans Händchen zu nehmen und als Prosa-Punk, um die Leiden des jungen Nutzers in den Vordergrund zu rücken. Sind wir nicht alle ein wenig Nutzer?
Website: www.isistown.de
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