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Das neue #Management: bäuchlings im #Neuland


Unternehmen, und hier meine ich die traditionellen Manager unserer Welt, sind momentan mit einer tiefgründigen Veränderung konfrontiert, vor allem verursacht durch das Medium Internet. Der Widerwillen der Entscheidungsträger mit dem Flow zu gehen, lässt sich mit ein paar Faktoren begründen, die in den aktuellen Managementmethoden (4) und deren daraus entstandener Kultur ihren Ursprung haben. Beispielsweise der sinnlose Durst beim Sammeln lebloser Daten.

Die vernebelte Realität von Kennzahlen

“Regeln in einem Unternehmen vernebeln den Blick auf die Realität. Kennzahlen, Ziele, Anweisungen, Prozessvorgaben, Checklisten, sie wirken alle wie Scheuklappen … Als Mittel der Selbstorganisation können sie nützlich sein. Als Mittel der Fremdsteuerung sind sie jedoch fahrlässig. Denn sie ignorieren die Dynamik unserer Welt. Sie nehmen an, die Welt sei perfekt. (1)

Kennzahlen können nicht allein entscheiden. Sie reduzieren zwar die Eigenkomplexität im Unternehmen, sodass gehandelt werden kann, aber sie entkoppeln sich zunehmend von der Dynamik und der menschlichen Realität außerhalb des Unternehmens. Und dies ist, obwohl Manager sich gerne davon überzeugen wollen, nicht vorhersehbar oder steuerbar.

“Wenn jedoch viele Variablen voneinander abhängig sind, spricht man von hoher Komplexität, und da ist Steuerung nichts weiter als eine Droge. Das kurzweilige Gefühl von Kontrolle macht abhängig. Wir gaukeln uns dann vor, man könnte konkrete Ergebnisse direkt herbeiführen. So als könnten wir Philipp Lahm anweisen, in Minute 19 ein Tor zu schießen.”

In dynamischen Märkten geht es vordergründig um das Wissen über ihre Dynamik und Komplexität. Das Begreifen von komplexen Zusammenhängen ist auf der globalen Welt mehr als nur ein kritischer Erfolgsfaktor. (3)

Die infektiöse Komplexität

In einem in solcher Weise geformten Entscheidungssystem ist Komplexität unerwünscht. Unternehmen haben bisher erfolgreich daran gearbeitet, das schöpferische Chaos aus dem Weg zu schaffen und bildeten Mechanismen, die uns ein illusorisches Gefühl der Kontrolle verschafften. Unter dem Deckmantel der Vernunft wird dabei oft unvernünftig entschieden. Um die Komplexität zu reduzieren, hat man sich in Unternehmen auf das Ausblenden spezialisiert und sich kurzsichtig von gesellschaftlichen Prozessen entfernt.

Die Umstände haben sich allerdings gewaltig verändert. Dieser strikte Umgang mit Zahlen mag früher funktioniert haben, als der Markt noch kleiner und relativ vorhersehbar war. In zunehmend komplexen Strukturen, vor allem jetzt in unserer vernetzten und globalisierten Welt, ist diese Art der Reduzierung der Komplexität ein trügerisches Unterfangen. Die Geschwindigkeit von Veränderungen steigt und kann sogar in den kommenden Zeiten das Ende eines Unternehmens bedeuten. Mit den gängigen Managementmethoden sind die Herausforderungen unserer Zeit so gut wie gar nicht mehr zu überwinden. Trotzdem werden weiter fleißig Informationen gesammelt in der Hoffnung, dass das hilft.

Weißer Rauch steigt auf: Habemus Big Datam!

Der Big-Data-Wahnsinn hilft aber nicht weiter. Denn dabei geht es nur um die Menge der gesammelten Informationen und nicht um die Qualität der Entscheidung. Erstens, weil mehr Informationen nicht unbedingt zu besseren Entscheidungen führen. Ich würde sagen, bei vollständigem Verzicht auf gesunden Menschenverstand und Intuition ist oft eher das Gegenteil der Fall. Zweitens können wir nie alles wissen. Es wird immer Informationen geben, die nicht einbezogen werden. Und wir wissen, dass eine bestimmte fehlende Information den gesamten Entscheidungsprozess, der sich nur auf Ergebnisse von Datenverarbeitungstools stützt, komplett kippen könnte! Die Menge an Information steht nicht in direktem Bezug zu einer besseren Entscheidung.

Bäuchlings mit Köpfchen

Auf der einen Seite steht die immer weiter künstlich reduzierte Eigenkomplexität des Unternehmens, und auf der anderen Seite, die erhöhte Komplexität der Außenwelt. Die Fusion dieser beiden Welten wird einen großen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen bringen. Wir brauchen daher neue Manager und zwar Rational-Intuitive. Also bäuchlings mit Köpfchen. Der Ausdruck könnte nicht schöner sein. Er stammt von Andreas Zeuch in seinem Buch “Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen”.

Andreas Zeuch plädiert in seinem Buch für die Intuition als Versöhnungstool (2), als Wegweiser im Chaos der Komplexität. Diese Versöhnung ist notwendig und bringt uns zur Erkenntnis, dass wir “niemals Komplexität beherrschen können, allenfalls können wir sie handhaben”. Wir sind bereits von Natur aus mit den richtigen Tools ausgestattet, wir sollten sie nur wiederbeleben und nutzen lernen.

Vernetzt Euch!

(1) Ein Unternehmen ohne Ampeln – Werte als Kraftfeld von Entscheidungen

(2) Kennzahlen in Unternehmen – eine Versöhnung ist angebracht

(3) Kompetenzgesellschaft

(4) Modernes Projektmanagement: Eine Frage der Haltung

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#Strategie: Über die Autokorrektur-Syndrom, Autonomie und die Suche nach neuen Denkstrukturen


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Foto ©: Michael Ammel – Waiting For Peace – 2450×1990 pixel, 300dpi

Ich lade Sie ein, mit mir eine Reise des Verstehens zu unternehmen. Ich bin schon seit jeher der Meinung gewesen, dass ein Unternehmen nichts anderes ist als eine Gruppe von Menschen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf und mit der Annahme, dass unser Leben das Produkt unserer Gedanken ist, versuche ich festzustellen, warum wir immer noch den Eindruck haben, dass das, was wir mit unserem Denken in der Welt produziert haben, uns noch nicht als Menschen verwirklicht.

Meine These ist, dass es wahrscheinlich mit Autonomie zu tun hat. Wir Menschen agieren heutzutage vor allem reaktiv. Ich bin der Meinung: Es ist Zeit fürs Umschalten. Wir sollten wieder anfangen zu agieren. Und mit einer Prise der Geheimlehre der Hermetik: “As above so below”, versuche ich eine Analogie zum Unternehmertum herzustellen.

Der Einfluss von Emotionen auf unser Denken

Wie erreichen Menschen Autonomie? Autonomie ist grundsätzlich in drei Bereichen möglich:

  1. Autonomie der Gedanken
  2. Autonomie in der Sprache
  3. Autonomie in unserem Tun

Grundsätzlich bedeutet: Egal was passiert, wir können denken, sprechen und handeln, wie wir es wollen. Abgesehen von Ausnahmezuständen, sind wir im Grunde völlig frei. Aber, wenn unser Leben das Produkt unserer Gedanken ist und wir uns über das Produkt beschweren, was ging denn da schief?

Die Unantastbarkeit des Denkens

Fangen wir mit dem Sprechen an. Das Sprechen könnte man mit körperlicher Gewalt unterbinden. Indem man uns beispielsweise die Zunge herausschneidet. Das Handeln könnte ebenfalls beschränkt werden. Indem man beispielsweise gefesselt wird. Richtig mächtig ist hier das Denken. Egal was passiert, die Autonomie des Denkens bleibt jedem Menschen immer unantastbar erhalten.

Ist unser Denken wirklich frei?

Ganz sicher ist, dass unser Leben das Produkt unserer Gedanken ist. Aber lassen Sie uns nun einen Zwischenstopp in der Vergangenheit machen. Bevor wir denken konnten, haben wir unsere Umgebung erfühlt. Wir fangen erst an zu denken, wenn wir die Welt erspürt haben. Stellen Sie sich einmal die Menge der Gefühle vor, die wir erlebten, als wir zum ersten Mal eine Stimme hörten. Als uns jemand zum ersten Mal angefasst hat. Als wir zum ersten Mal geatmet haben. Als wir zum ersten Mal ein kategorisches “Nein!” gehört haben.

Das ist sicher die Basis unserer emotionalen Struktur. Sie erst setzt unsere Denkprozesse in Gang und beeinflusst sie. Wir tendieren um die gleichen Gedanken zu kommen, wenn wir das gleiche spüren. Im späteren Alter entsteht daraus eine Art Abwehr. Denn wir wollen bestimmte Emotionen vermeiden, von denen wir inzwischen aus Erfahrung wissen, dass sie von unseren Mitmenschen negativ bewertet werden. Bei diesem Handeln schalten wir unmittelbar das Denken aus. Es handelt sich lediglich um eine Reaktion. In anderen Worten: Unser Denken ist nicht so Autonom wie wir es gerne hätten. Es wird direkt beeinflußt von unserer geformten emotionalen Struktur und ist gleichermassen Ergebnis dieser. Unsere Existenz ist sensorisch.

Wie können Unternehmen in diesem Sinne Autonomie erreichen?

Ich denke, dass die emotionale Struktur eines Unternehmens, ähnlich wie bei uns Menschen, ebenfalls durch entsprechende emotionelle Erfahrungen in der Vergangenheit geprägt wird. Reaktive Kräfte führen dazu, dass man bestimmte Situationen und Emotionen meidet, anstatt ihnen neu zu begegnen und sie zu gestalten. Das heißt mit anderen Worten: Wir leben meistens von der Vergangenheit und leiden kollektiv unter einem Autokorrektur-Syndrom.

Das Autokorrektur Symdrom: Um ein Beispiel zu nehmen, wir agieren und entscheiden wie die Autokorrektur für Textnachrichten in einem iPhone. In dem sie versuchen Fehler basierend auf automatische Formeln und Erfahrungen der Vergangenheit zu verhindern, und dadurch so viele neue Fehler machen. Werden Maschinen wirklich klüger als wir ? Sie widerspiegeln nur das was wir sind. Maschinen haben keine Autonomie. Wenn wir uns auf Maschinen verlassen, wie Glaskugeln um die Zukunft zu blicken ohne, dass wir unsere eigene ganzheitliche Autonomie erreichen, werden wir nicht weiterkommen.

Auf der Suche nach neuen Denkstrukturen

Das Einzige, dessen man sich im Leben sicher sein kann, ist die konstante Veränderung. Das gilt auch für Unternehmen. Veränderungen werden insbesondere durch die Vernetzung rasant zunehmen und erfordern, sich von alten Reaktionsmustern zu verabschieden und neue Denkstrukturen zuzulassen. “Erfolgsformeln der Vergangenheit sind schlechte Ratgeber für die Zukunft. Die digitale Transformation erfordert Out-of-the-box Denken” – Bernhard Steimel.

Unternehmen sollten wieder die Aktion der Reaktion vorziehen. Dafür brauchen sie Autonomie des Denkens in dem sie fortlaufend versuchen mit emotionalen Strukturen zu brechen in dem sie auf “sensorisch” umschalten.

Dies erfordert, vor allem jene strukturellen Ebenen in den Blick zu nehmen, wo strategische Entscheidungen getroffen werden. Meist sitzt dort eine Minderheit mit denselben extrem reaktiven emotionalen Verhaltens- und Entscheidungsmustern. Gunnar Sohn spricht über die fehlenden Außenposten in den sozialen Netzwerken, um eine Spürnase für den Wandel zu bekommen.

Ein Ansatz in den Weg zur Autonomie für Unternehmen ist nachzudenken wie strategische Entscheidungen getroffen werden und von wem. Mitarbeiter sind für Unternehmen hierbei das höchste Gut. Sie sind diejenigen, die an der Front sind. Das gilt ebenfalls für nicht Mitarbeiter, die das Produkt oder Dienstleistung konsumieren.

Der Erfahrungsschatz all dieser Menschen sollte in jede strategische Entscheidung mit einbezogen werden. So brechen Unternehmen mit festen emotionalen Strukturen, erreichen Autonomie des Denkens, Sprechens und Handelns, springen aus dem Hamsterrad des Autokorrektur-Syndroms, schalten sie sich auf “sensorisch” und rüsten sie sich für die Zukunft.

Methoden, um dies zu erreichen werden bereits entwickelt. Zum beispiel  „War-Gaming“ nach dem Motto: Sei der Feind!

Das Prinzip ist schnell erklärt: Ein Vorbereitungsteam entwickelt die Spielsituation mit der Beschreibung der Akteure. Zur Spielvorbereitung werden zusätzlich Internet-Startups eingeladen, um neue überraschende Attacken auf das Geschäftsmodell zu entwickeln. Denn der Blick der Fachleute aus der eigenen Organisation reicht für das Erkennen von Überraschungen der Zukunft nicht aus!

Wir warten auf andere Methoden Im Zuge der Zeit. Spannende Zeiten!

Vernetzt Euch!

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