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Achtung, Studie! Schlussfolgerungen können Spuren von Verunreinigungen enthalten


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Langsam kommt Neuland ins Visier der Versicherungsbranche. Es wachsen Nachrichten wie Pilze aus dem Boden mit der erfreulichen Neuigkeit, dass Versicherer sich eine Art Netz-Labor aufbauen. Es bewegt sich da was Konkretes und das ist schön. Was aber letztens meine Aufmerksamkeit erregt hat, war die Studie  „Die besten 25 Versicherer im Web“ der Kommunikationsberatung Faktenkontor. Sie besagt, dass mit 45,5 Prozent aller Nennungen von Assekuranzen in Blogs erfolgen. In Online-Foren werden die Versicherungsunternehmen mit 16,9 Prozent häufiger diskutiert als bei Twitter und Facebook zusammen.

Soweit so gut. Es sind sicher interessante Informationen über das Online-verhalten von Versicherungsnehmern. Die Studie kommt allerdings zu folgender, merkwürdigen Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse bestätigen, dass ein Facebook-Auftritt für Versicherer bestenfalls nice to have ist“, sagt Roland Heintze von Faktenkontor. „Das Web 2.0 ist mehr als nur Facebook und Twitter. Für eine erfolgreiche Social-Media-Strategie sollten Versicherungsunternehmen deshalb zunächst untersuchen, auf welchen Plattformen ihre Zielgruppen Versicherungsthemen tatsächlich diskutieren, und sich dann dort aktiv einbringen.

Versicherungen werden häufiger in Blogs und Online-Foren erwähnt, ergo ein Facebook-Auftritt für Versicherer ist bestenfalls “nice to have” ? Frage: Wer hat das denn gesagt? Aus den präsentierten Daten der Studie lässt sich das so nicht ableiten. Facebook sei ebenfalls niemals “nice to have”, sondern fiele unter die Kategorie “must have”.

Dass Kunden nicht bei Facebook sind, könnte an einer Fülle von anderen Faktoren liegen, zum Beispiel dass Versicherer das Internet nicht verstanden haben. Oder dass sie aufgrund der Natur des Geschäfts in sozialen Kontexten einfach irrelevant sind. Oder an einer fehlenden, fundierten digitalen Strategie? Oder auch, dass sie keine Anhung haben, wie sie Kunden dauerhaft Mehrwert anbieten können?  Dann anhand der Daten dieser Studie zum Ergebnis zu kommen, dass Facebook nicht mehr zu gebrauchen ist?

Ich formuliere es dann um:

„Die Ergebnisse der Studie sollen bei den Versicherern die Frage aufwerfen, warum ihr Facebook-Auftritt für Ihre Kunden irrelevant zu sein scheint. Für eine erfolgreiche digitale Strategie sollten Versicherungsunternehmen deshalb zunächst untersuchen, welche Versicherungsthemen die Kunden bei Online-Foren und Blogs tatsächlich bewegen. So können sie die gewonnenen Insights nutzen, um wirklich innovative Mehrwerte online anzubieten.“

Sieht ja gleich viel besser aus 🙂

Und hier wie man es richtig macht

Vernetzt Euch!

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#CallCenter versus soziale Netzwerke


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Von Walter Benedikt – 3C DIALOG

Gustavo Reich stellt einleitend fest: „…, dass ein Telefonanruf in Sachen Schnelligkeit und Effizienz nicht zu schlagen ist.“ Weiter schreibt er „Die Zeit, die ich in der Warteschleife verbracht habe, war völlig in Ordnung“. Er endet mit der provokanten Frage, ob Call Center am Ende doch schneller seien und widerspricht damit auf der Basis seinen sicherlich ganz persönlichen Erfahrungen beispielsweise dem durchaus interessanten Artikel von Prof. Dr. Heike Simmet auf der CallCenter Expert-Site (One-to-One-Kommunikation hat ausgedient). Sie stellt die These auf, dass das klassische Callcenter mit der traditionellen One-to-One-Kommunikation den Anschluss an neue Entwicklungen verliere. Nach ihrer These verlieren Callcenter ihre Geschäftsmodelle. Zwei Welten, zwei Meinungen, sicherlich gibt es noch viele Meinungen zu diesem Thema. Doch was sagen die Call Center zu der Frage?

Als Geschäftsführer eines mittelständigen Dialogcenter, welches sich gerade im Bereich Social Media als Vorreiter versteht, möchte ich doch einiges anmerken und aus meiner Sicht die Fragen beantworten. Natürlich könnte ich jetzt sagen: Ja. Social Media löst alles, Kundenservice via Telefon benötigen wir nicht mehr, Google und das Web 2.0. beantworten die Fragen der Kunden. So beschreibt es Prof. Dr. Heike Simmet in ihrem Artikel „Google-Suche ersetzt den Call“. Oder „Ein Kontakt mit dem Unternehmen per Call erübrigt sich.“ Doch unser alltägliches Erleben im direkten Kontakt sowohl mit den Unternehmen, die uns beauftragen, als auch mit den Verbrauchern und Kunden, die an unseren Telefonen Rat und Hilfe suchen, ist ein anderes. Ich kann, ähnlich wie Gustavo Reich, immer wieder feststellen, dass eine direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch, oder auch von Telefon zu Telefon, eine hohe Daseinsberechtigung besitzt. Wir leben ja tatsächlich in einer Welt, die Multichannel ermöglicht. Ob ein Verbraucher sich nun via Telefon, Facebook, Twitter oder gar Google plus meldet und eine Antwort sucht, bleibt immer häufiger dem Verbraucher selber überlassen. Er hat häufig die Wahl und die Call Center respektive Dialogcenter sind verpflichtet, diese Kanäle zu bedienen. Je professioneller, je besser. Aber das alleinige Teilen von Wissen via Communities ist – so auch unsere Erfahrung – nicht immer die schnellste und effektivste Antwort. Der Nutzen einer traditionellen telefonischen Beratung nimmt dabei keineswegs ab. Daher optimieren wir vor allem die Schwachstellen wie etwa Warteschleifen, die wir am liebsten ganz vermeiden würden.

ein gesprochener Dialog von Mensch zu Mensch wird sicherlich niemals seine Daseinsberechtigung verlieren, dies ist der Mehrwert des Gespräches.

Einen Unterschied zwischen dem Service per „Social Media“ und einem Service-Anruf im Call Center sehen wir sehr deutlich. Ein jeder kennt es aus eigener Erfahrung: Der Griff zum Hörer löst zuweilen Probleme und beantwortet manche Frage wesentlich schneller als jede Form der schriftlichen Kommunikation. Denn im Gespräch lassen sich Nuancen erfassen und Nebensächlichkeiten können schnell ein Gesamtbild abrunden. Der Dialog ist hier das Schlüsselelement. Und ein gesprochener Dialog von Mensch zu Mensch wird sicherlich niemals seine Daseinsberechtigung verlieren, dies ist der Mehrwert des Gespräches.

Doch wir sehen auch den Mehrwert von Social Media, vor allem auch in Bezug auf Verbraucher Fragen. Es gibt Fragestellungen, die Antworten auf der Basis einer Diskussion suchen. Die viele Meinungen abfragen wollen. Ein Beispiel: Sie haben ein Problem mit Ihrer Nebenkosten Abrechnung. Klar können Sie sich in Foren über die aktuelle Rechtslage erkundigen, feststellen ob Sie eine „Einzelfall“ sind usw. Hierzu eignet sich das www klar besser. Wenn es aber letztlich um Ihre ganz persönliche Abrechnung mit Ihren persönlichen Daten und Fakten geht, gibt es wohl kaum eine sichere und schnellere Verbindung als das Telefon. Unternehmen, die vorrausschauen, nutzen diese Wege auf beiden Ebenen,  beobachten die sozialen Medien, stehen zum Dialog auf allen Ebenen bereit.

Dieses simple Beispiel zeigt, wie sich die Kanäle, und zwar alle, weiter vernetzen. Der Verbraucher ist erwachsen – dies ist unsere Erfahrung. Und er nutzt die Kanäle so, wie sie ihm am schnellsten weiterhelfen. Wir als Anbieter sollten uns weiterhin diesen Prozessen stellen und sie in unsere Welt integrieren. Gut, die Technik hat noch nicht durchgängig den Stand erreicht den wir uns wünschen. Daher testen wir noch mehrere Produkte. Die eingesetzten Lösungen bieten uns die Technologie an um alle Kanäle für unsere Auftraggeber „bespielen“ zu können. Weder sind Call Center dem Untergang geweiht, noch sind soziale Netzwerke die Antwort auf alle Probleme, die sich dem Verbraucher zuweilen eröffnen. Daher ist meine These und auch Empfehlung in Sachen Kundendialog: Know-how-Sharing sollten wir nutzen und konstruktiv einbinden, intern wie extern. Den Nutzen der klassischen One-to-One-Kommunikation müssen wir nicht in Frage stellen. Multichannel ist als Schlagwort veraltet, aber oft noch nicht einmal professionell eingeführt. Wir als Call Centerdienstleister fühlen uns mit unseren „geschulten Spezialisten“ gut aufgestellt, unabhängig ob Telefon oder für den „digitalen“ Dialog. Wie immer freue ich mich auf Meinungen und Antworten.

Zum Beispiel unter:

https://twitter.com/3cdialog

https://www.facebook.com/3CDIALOG

https://plus.google.com/104024293302813650857/posts

https://www.xing.com/companies/3cdialoggmbh

Über den Autor:

walter_benedikt_sWalter Benedikt ist der Geschäftsführer bei 3C DIALOG. Er kann auf 20 Jahre Berufserfahrung in der IT- & Telekommunikationsbranche zurückblicken, und ihm ist nicht nur die Kunden-, sondern auch die Anbieterseite bestens vertraut. Seine beruflichen Stationen führten ihn von der Telekom über Nixdorf und Nortel Networks schließlich im Jahr 2000 zu 3C DIALOG. Er ist verantwortlich für die Überwachung der operativen und der strategischen Prozesse innerhalb des Unternehmens. Seine Überzeugung in Sachen Social Media: „Social Media ist eine Kultur, keine Technologie.

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Marken müssen anfangen Menschen zu leiten


Mundpropaganda und Social Media: Mythen und Wahrheit from trnd on Vimeo.

„Die Aktivitäten von Konsumenten im sozialen Austausch, offline wie online, sind in den letzten Jahren ins Zentrum des Marketinginteresses gerückt. Dabei haben sich ein paar Mythen und Vorstellungen verbreitet, die vielleicht korrigiert werden sollten.“

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Haben Sie Beziehungsprobleme mit Ihren Kunden? Die Deutsche Bahn zeigt Social-Media-Reife


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In Jeder Beziehungskrise liegt eine große Chance inne. “Zum Glücklichsein gehören aber immer Zwei”

…es tut mir so leid. Ich weiß, dass ich in der Vergangenheit viele Fehler gemacht habe. Warum hast Du die ganzen Enttäuschungen in Dich reingefressen und noch nichts gesagt? (Jetzt können wir wohl) Ich wusste nicht, dass es so schlimm um uns steht. Ich hätte gerne früher reagiert und versucht, unsere Beziehung zu retten bzw. dich davon zu überzeugen, dass ich auch anders kann und der richtige Begleiter an Deiner Seite bin. Ich fühle mich so schuldig…

Kunde:

Meine liebste Deutsche Bahn,

seit vielen Jahren führen wir nun eine abenteuerliche Beziehung. Wir haben Tiefen überstanden, in denen du sehr einengend und besitzergreifend warst und mich manchmal überraschend mehrere Stunden festgehalten hast, weil es dir nicht gut ging. Ich verstehe ja, dass dich der Winter so überrascht hat. Für uns kam er auch so plötzlich. Ich bin da ja nicht nachtragend. Auch deine Ausreden im September, wo es laut deinen Aussagen auch schon gewisse Störungen wegen Glatteis gab, habe ich schmunzelnd hingenommen. Ich bin so gerührt,dass du so viel Zeit mit mir verbringen möchtest. Als ich dich um ein bisschen mehr Freiraum gebeten habe hast du das toleriert und kamst einfach immer ein bisschen später. Pünktlichkeit ist nicht deine Stärke,das weiß ich ja. Auch darüber sehe ich meist noch hinweg.

Dass du mich jetzt aber bei klirrender Kälte fast 45 Minuten warten lässt ohne Bescheid zu sagen und dann gar nicht auftauchst, das geht nun wirklich zu weit. Stets war ich tolerant und finanzierte deine Späßchen jedes Jahr mit mehr meiner kostbaren Taler, damit unser Verhältnis nicht beschädigt wird.

Ich finde es sehr schade, dass du unsere aufregende Beziehung so leichtfertig aufs Spiel setzt. Es tut mir sehr leid, aber ich denke nun wirklich über eine endgültige Trennung nach. Ich brauche jemanden an meiner Seite der zuverlässig ist, nicht nur mein Geld will und auch bereit ist auf meine Bedürfnisse einzugehen. Und ich habe so jemanden kennengelernt. Er nennt sich Opel und ist immer für mich da. Leider werdet ihr euch nicht kennen lernen.

Adieu.

Deutsche Bahn? – ich bin doch nicht blöd!

Die Bahn: Hallo meine liebste…,
es tut mir so leid. Ich weiß, dass ich in der Vergangenheit viele Fehler gemacht habe und nicht immer pünktlich bei unseren Treffen war. Dafür möchte ich mich in aller Form bei Dir entschuldigen. Ich habe die Zeit mir Dir sehr genossen. Manchmal wollte ich, dass sie kein Ende hat. Das ich manchmal anhänglich bin, weiß ich. Es fällt mir schwer loszulassen. Dass ich Dich mit dieser Zuneigung erdrückt habe, ist unentschuldbar und mein größtes Laster. Das wir heute einen Termin hatten, habe ich total vergessen.  Wo und wann waren wir verabredet? Ich schaue dann gerne einmal in meinem Terminkalender nach.
Ich kann verstehen, dass Du dich nach etwas anderem umgesehen hast. Eine Frau wie Du, bleibt natürlich nicht lange alleine, dass weiß ich. Vielleicht gibst Du mir aber noch einmal die Möglichkeit, Dir zu zeigen, wie viel Du mir bedeutest. Ich werde bei unseren nächsten Treffen auch versuchen pünktlich zu sein oder bescheid zu sagen, falls ich mich verspäte.
Ich werde Dich vermissen

Kunde: Ich würde dir so gerne glauben, doch die jahrelangen Enttäuschungen sitzen sehr tief… ich weiß nicht, ob ich jemals wieder Vertrauen zu dir haben kann…

Die Bahn: Warum hast Du die ganzen Enttäuschungen in Dich reingefressen und noch nichts gesagt? Ich wusste nicht, dass es so schlimm um uns steht.  Ich hätte gerne früher reagiert und versucht, unsere Beziehung zu retten bzw. dich davon zu überzeugen, dass ich auch anders kann und der richtige Begleiter an Deiner Seite bin. Ich fühle mich so schuldig.  Ich hoffe, Du kannst Dich auch an die schönen Seiten unserer jahrelangen Beziehung erinnern?

Kunde: Natürlich kam es in unserer langjährigen Beziehung auch vor, dass du pünktlich bei unseren Treffen warst und mich angemessen nach Hause geleitet hast. Jedoch wolltest du für diese Dienste auch jedes Jahr ein bisschen mehr von meinem Geld abhaben,welches im gleichen Zeitraum leider nicht parallel angestiegen ist. Auch sind einige deiner Handlanger sehr wohl nette Menschen und wissen, wie man „Kundenservice“ buchstabiert. Leider fällt mir viel mehr nicht ein. Letztes Jahr habe ich mich sogar zu einem Urlaub mit dir überreden lassen und vergaß, dass du ausschließlich auf Reisende mit Laptop- Taschen spezialisiert bist. Es gibt vieles zu bereden, denn Ausreden sind leider keine Lösung für derartige Probleme. Darüber solltest du dir klar werden.

Die Bahn: Die Entscheidung liegt aber nicht bei mir. Zum Glücklichsein gehören aber immer Zwei. Ich will und möchte es gerne noch einmal versuchen.

Kunde: Liebe Freunde der Deutschen Bahn: Ich fühle mich durch eure Verkupplungsversuche sehr geschmeichelt und nehme sie zur Kenntnis. Nur weiß ich nicht, ob sich unsere Beziehung so einfach erholen kann. Ich bin bereit es mit einer Paartherapie zu versuchen, aber nur unter einer Bedingung: Lass mich bei gefühlten -20 Grad nie wieder einfach so sitzen! So behandelt man seine Freundin nicht!

Die Bahn: Ich bin immer für ein Gespräch bereit. Wenn Du zu mir gefahren kommst, kann ich Dir deine schwere Reisetasche leider nicht abnehmen.  Ich habe aber einige Freunde, die Dir da helfen können. Meine Freunde stellen sich hier vor: http://www.bahn.de/p/view/angebot/gepaeck/gepaecktraegerservice.shtml – Im inneren meines Körpers habe ich auch Platz für Deine Tasche. Leider nicht auf jedem Zentimeter, aber an einigen Stellen bzw. in einigen Abschnitten biete ich genug Platz für einen Kofferkuli. Auch wenn sich keine Wege mehr für eine gemeinsame Zukunft finden, möchte ich mich im Wohle einer friedlichen Trennung und Dich in die sicheren Hände eines anderen Begleiters wissen.

Kunde: Ich werde darüber nachdenken, wie es mit uns weitergeht. Nun benötige ich aber erstmal ein bisschen Bedenkzeit, die du – so wie ich dich kenne- mir wohlwollend geben wirst. ….Aber mit dem Bedenkzeit geben bitte nicht wieder übertreiben ja…

Die Bahn: Ich werde mir die allergrößte Mühe geben, immer pünktlich zu sein. Was hälst Du davon, wenn Du vor unseren Treffen hier fragst ob es klappt und wir unseren Termin noch einmal absprechen? Ich kann wirklich verstehen, dass Du böse auf mich bist und nicht noch einmal so lange im kalten warten möchtest. Entschuldige bitte nochmal

Kunde: Ich kann dich also vorher fragen, ob du auch wirklich pünktlich zu unserem Treffen kommst? Das finde ich toll! Ich denke, das ist eine gute Basis für einen Neuanfang. Wärst du doch nur immer so reizend zu mir… aber vielleicht kriegen wir das tatsächlich wieder hin.

Die Bahn: Du bist meine Freundin, Du darfst mich jederzeit fragen.  Bedenke aber, dass ich auch einmal schlafen muss und deswegen von Montag bis Freitag 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr für dich ansprechbar bin und am Wochenende von 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Wenn Du mir allerdings eine Nachricht auf der Mailbox hinterlässt, schreibe ich Dir dann schnellstmöglich zurück. Zusammen schaffen wir den Neuanfang.

Kunde: Natürlich verstehe ich dein Bedürfnis nach Schlaf, auch ich bin kein Schaffa und benötige mehr als nur ein Kelnorem. Von daher werden wir diesbezüglich keine Probleme haben. Schön, dass ich dir doch nicht so egal bin. Gefühle zulassen und zeigen ist eben doch keine Schande.

Die Bahn: Ich lerne halt auch immer noch dazu.

Kunde: Dann gehabe dich wohl und behandel meine lieben Freunde heute gut, die noch auf dich angewiesen sind. Deine Unzuverlässigkeit hatte ausnahmsweise sogar mal was Gutes: Mir hast du damit einen ungeplanten freien Tag verschafft. Danke, Honey!

Die Bahn: Das war so natürlich nicht beabsichtigt.  Ich wünsche Dir aber dennoch einen schönen, erholsamen Tag. .

Alles komplett zum Nachlesen Hier: https://www.facebook.com/dbbahn/posts/478973035471976

Vernetzt Euch!

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Kaufen lassen statt verkaufen – Vertrieb in Zeiten von Social Media


Kaufen lassen

Gastbeitrag von Harald Henn von marketing resultant GmbH

Kein Unternehmen kommt ohne einen systematischen und wirkungsvollen Vertrieb aus. Das Anpreisen der eigenen Produkte und Dienstleistungen über Anzeigen, Radio- , TV-Spots, Mailings; das gezielte Ansprechen von Interessenten um sie von den Vorzügen der eigenen Produkte zu überzeugen und sie zum Kauf zu motivieren gehört ganz selbstverständlich zu unserer jetzigen Wirtschaftskultur. Was nicht heisst, dass die Bemühungen der Vertriebler immer auf breite Gegenliebe stossen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Das monotone und gebetsmühlenartige Wiederholen von Verkaufsbotschaften stösst zunehmend auf Abwehrreaktionen; die Wirkung der Werbung lässt generell nach und vor das agressive und unerlaubte Eindringen der Verkäufer mittels Call Center hat der Gesetzgeber mittlerweile einen Riegel geschoben.

Nun haben einige Unternehmen eine vermeintlich neue und erfolgversprechende Spielweise für wirksame Verkaufskampagnen entdeckt. Social Media Plattformen. Da tummeln sich massenweise Interessenten auf facebook, XING, linkedin und geben ganz freiwillig persönliche Daten, Affinitäten zu bestimmten Produkten frei, die das Herz der Vertriebs- und Marketingleiter höher schlagen lassen. Mit einer passenden Software, die erfolgversprechende Interessenten herausfiltern, lassen sich dann ganz wirksame Kampagnen gestalten. Überhaupt ist Social Media in den Augen vieler Unternehmen nichts weiter als ein zusätzlicher Vertriebskanal. Der twitter oder facebook account transportiert die gleichen Werbe- und Verkaufsbotschaften wie die anderen Medien. Monolog statt Dialog.

Nun ist die Erwartungshaltung der Menschen, die sich einer community anschliessen, auf facebook Nachrichten austauschen, sich mit Freunden unterhalten eine gänzlich andere als beim Lesen einer Zeitung oder vor dem Fernseher. Social Media Plattformen sind von ihrem Verständnis auf Kommunikation der Beteiligten untereinander ausgerichtet; nicht auf Verkaufsmonologe von Unternehmen. Die Abwehrhaltung gegenüber Verkaufskampagnen ist daher umso höher. Was also tun liebe Vertriebsleiter? Dass es auch anders geht soll an zwei Beispielen dargestellt werden.

„Das uralte Dogma die Vertriebs- und Marketing-Prozesse kontrollieren zu wollen, funktioniert im Zeitalter von Social Media ohnehin nicht mehr.“

Da ist zunächst das Unternehmen nakedwines www.nakedwines.com , ein Online Versand für Wein. Nakedwines bietet eine Internet Plattform, die einem Marktplatz vergleichbar ist. Die Winzer werden mit Ihren Produkten vorgestellt und stehen nicht wir sonst üblich anonym im Hintergrund. Und dasselbe gilt für die Kunden. Kunden können auf der Plattform von nakedwines Gruppen gründen – Neueinsteiger, Rotweinliebhaber, Australische Weinfreunde,… – und sich austauschen. Welcher Wein wird empfohlen, welcher Wein passt zu welchem Essen, wie wird das Preisleistungsverhältnis beurteilt, usw. Der eigentliche Kaufprozess, also das Informieren über ein Produkt, die Beurteilung, die Bewertung von anderen Kunden, geschieht direkt unter den Augen des Betreibers auf seiner Plattform. Statt seine Weine permanent anpreisen zu müssen übernehmen die Kunden das Verkaufen. Kaufen lassen – statt verkaufen könnte man das Prinzip umschreiben. Nebenbei können die Kunden dann auch noch direkt über twitter kommunizieren welche Weine sie aus dem Sortiment kaufen oder beurteilen. Auf diese Weise übernehmen sie ganz klassische Marketing-Aufgaben eines Unternehmens. Für einige Unternehmen ist ein solches Konzept der blanke Horror. Man hat ja nicht unter Kontrolle, was Kunden sagen, wie ein Winzer, ein Wein beurteilt wird. Was, wenn ein Produkt schlecht beurteilt wird? Das uralte Dogma die Vertriebs- und Marketing-Prozesse kontrollieren zu wollen, funktioniert im Zeitalter von Social Media ohnehin nicht mehr. Wenn Kunden einen Winzer negativ beurteilen wollen, dann können sie dies auch auf anderen Plattformen tun. Nichts was nakedwines dagegen unternehmen könnte. Aber wozu auch? Viel besser, der Dialog, auch wenn er einmal kritisch werden sollte, findet auf der eigenen Seite statt. So lernt nakedwines welche Produkte von Kunden bevorzugt werden und welche nicht. Ein besseres Prinzip der Sortimentsoptimierung kann man sich kaum vorstellen. Und es gibt auch kaum bessere Verkäufer als Kunden. Die Glaubwürdigkeit eines Kunden könnte niemals von nakedwines in gleichem Umfang erreicht werden. Das Finden und Ansprechen von neuen Interessenten, der eigentliche Auswahlprozess des Weines, das Beurteilen, Weiterempfehlen findet auf einen sanfte Art und Weise statt. Kein Kunde fühlt sich gegängelt und genervt von Werbebotschaften. Und nebenbei spart nakedwines noch eine Menge Geld im Marketing. Schliesslich verkaufen ja die Kunden und gewinnen neue Interessenten. Und das freiwillig und gerne.

„Social Media bietet enorme Chancen für den modernen Verkauf; Das Finden neuer Kunden, das richtige Produktangebot zu schnüren; all dies wird möglich wenn man den Kunden mitspielen lässt…“

Das zweite Beispiel stylefruits http://www.stylefruits.de/ funktioniert nach dem exakt gleichen Prinzip. Wer ist der beste Verkäufer für Damenmode? Die Freundin oder Bekannte. Deren Urteil vertraut man mehr als dem Verkäufer in der Boutique. Und mit Hilfe von Social Media sehr einfach umzusetzen. Man bietet Frauen die Möglichkeit ensembles zusammenzustellen ( Rock, Bluse, Gürtel, Handtasche,..) und diese dann auf der Plattform zu präsentieren. Daumen hoch oder runter; die Bewertungen und Anmerkungen anderer Frauen helfen eine Kaufentscheidung zu treffen. Auch hier verkauft letztendlich der Kunde. Mit einem direkten link auf den Onlineshop kann dann das passende bestellt werden. So einfach geht das.

Social Media bietet enorme Chancen für den modernen Verkauf; Das Finden neuer Kunden, das richtige Produktangebot zu schnüren; all dies wird möglich wenn man den Kunden mitspielen lässt und sich vom alten Dogma verabschiedet alles kontrollieren zu wollen oder zu müssen.

Über den Autor:

114573_05 (2A)Harald Henn, Geschäftsführer Marketing Resultant GmbH, Mainz  optimiert Geschäftsprozesse in Vertrieb, Service, Marketing mit Lean Management Methoden und bietet Best Practice Beratung für Kundenservice und CRM Projekte. http://www.marketing-resultant.de

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